Behandlung einer Vestibulitis

Nicht alle Schmerzprobleme im Genitalbereich werden durch ein Vestibulitis Vulvae Syndrom verursacht. Die Diagnose muss durch einen Fachspezialisten gestellt werden, um möglichst Falschdiagnosen mit falschen Therapien zu vermeiden. Leider werden viele Patientinnen mit Vestibulitis während vielen Jahren und mit wenig Erfolg mit Medikamenten behandelt und die Patientinnen suchen oft viele Ärztinnen und Ärzte auf, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Handelt es sich eindeutig um ein Vestibulitis Vulvae Syndrom, ist die operative Entfernung des betroffenen Bezirkes die Therapie der Wahl. Medikamentöse Behandlungen ergeben in der Regel kein befriedigendes Resultat. In der Vergangenheit wurde nicht selten zu radikal operiert, was dann wiederum zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunien) geführt hat. Wir bevorzugen ein individuelles Vorgehen, je nach Ausdehnung des Befundes. In jedem Fall muss jedoch die Vestibularhaut entfernt werden. Wichtig ist, dass die Vestibulumregion mit einer gut verhornten, strapazierfähigen Haut bedeckt wird. Dies geschieht am Besten durch eine Verschiebeplastik aus der direkten Nachbarschaft des Vestibulum (Perineumhaut). Nach diesem plastisch-chirurgischen Eingriff sind nach abgeschlossener Wundheilung praktisch keine Narben sichtbar.

Eine eigene Studie (siehe unter Downloads) konnte zeigen, dass nach einer individuell angepassten, modifizierten Vestibulektomie und einer Wundheilungszeit von durchschnittlich sechs Wochen in über 90% der Patientinnen ein zufriedenstellendes Resultat mit meist völliger Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte.