Endometriose

Wir haben an unserer Frauenklinik sehr grosse Erfahrung mit dieser Krankheit. In den vergangenen Jahren haben wir über 2000 Frauen, welche an Endometriose erkrankt waren, behandelt.

Unter Endometriose verstehen wir das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausserhalb der Gebärmutterhöhle an den verschiedensten Orten im Körper der Frau. Die Schleimhautherde machen die gleichen zyklischen Veränderungen durch wie in der Gebärmutter selbst. Der Unterschied ist, dass wie bei der Monatsblutung das Blut nicht nach aussen fliessen kann, sondern sich im Innern ansammelt. Dies kann Anlass sein zu den verschiedensten Beschwerden (Schmerzen, Kinderlosigkeit, Organstörungen).

Die Herde sitzen hinter der Gebärmutter, zwischen Blase und Gebärmutter, auf den Bändern der Gebärmutter. Die Endometriose kann das angrenzende Gewebe infiltrieren.

Dann finden sich Herde in den Eierstöcken oder infiltrierende Herde in Dickdarm, Harnleiter, Harnblase oder Lymphknoten.

Die Endometriose kann als so genannte Adenomyose in der Scheidewand zwischen Vagina und Rektum auftreten.

Lokalisation der Endometriose

Endometriose des Bauchfells (peritoneale Endometriose)

Häufigkeit der Endometriose

Die genaue Zahl der betroffenen Frauen ist nicht bekannt.

Endometriose kommt jedoch häufiger vor als man annimmt. Bei unerfülltem Kinderwunsch finden wir Endometriose in bis zu 50% der Fälle. Aber auch bei jungen Frauen mit zyklusbedingten Schmerzen muss man bei Mensbeschwerden und Unterbauchschmerzen an diese Diagnose denken.

Häufig werden diese Symptome nicht richtig gedeutet und deshalb dauert es manchmal bis zu 9 Jahren bis die Diagnose gestellt wird!

Typische Beschwerden wie chronische Erschöpfungszustände (aufgetriebener Bauch und andere Magen-Darm-Symptome) können auch auf eine Endometriose deuten.

Endometriosezyste (Endometriom des rechten Eierstocks)

Endometriose des Septum rekto-vaginal

Die Ursachen der Endometriose

Das Entstehen der Erkrankung ist ein komplexes Phänomen. Wahrscheinlich sind mehrere Faktoren (erworbene und genetisch bedingte) an der Entstehung der Endometriose beteiligt. Wir stellen uns die Entstehung einer Endometriose folgendermassen vor: Bei 90% aller Frauen kommt es während der Regelblutung zum Übertritt von Menstrualblut und auch Endometriumzellen durch die Eileiter in die Bauchhöhle. Normalerweise werden diese Zellen dann von Zellen unseres Abwehrsystemes (Phagozyten) eliminiert. Bei ca. 10% der Frauen funktioniert diese Abwehr aus uns noch nicht bekannten Gründen nicht und die Endometriumzellen implantieren sich und wachsen weiter (Schema Verschleppungstheorie Endometriose).

Der Videoclip zeigt Gebärmutter und Eierstöcke unmittelbar nach der Monatsblutung. Die Stellen, wo sich das Menstrualblut ansammelt, sind gut erkennbar. An diesen Stellen werden am häufigsten Endometrioseherde gefunden.

Beschwerden der Endometriose

Typische Beschwerden sind:

1.Unterbauchschmerzen während der Menstruation (Dysmenorrhoe). Da diese Schmerzen recht häufig sind, sollte man darauf achten, ob die Schmerzen im Laufe der Zeit zunehmen oder vielleicht früher gar nie vorhanden waren. In diesem Fall ist der Verdacht auf eine Endometriose viel grösser.

2.Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)

3.Zyklusunabhängige Unterbauchschmerzen

4.Schmerzen beim Stuhlgang. Dieses kann ein Zeichen für einen Befall des Darmes durch die Endometriose sein.

5.unerfüllter Kinderwunsch

Dazu kommen eher unspezifische, aber typische Beschwerden wie

•rasche Ermüdbarkeit und Niedergeschlagenheit

•ein aufgetriebener Bauch

•Durchfall vor allem während der Menstruation

Diese verschiedenartigen Symptome sind mit ein Grund, dass es durchschnittlich 5 Jahre dauert bis endlich die Diagnose Endometriose gestellt wird. Wichtig ist deshalb, dass man bei obigen Symptomen immer auch an eine Endometriose denkt.