Mikrochirurgie

Die Wiederherstellung der Funktion von Eileitern und Eierstöcken sollte immer mit mikrochirurgischer Operationstechnik erfolgen. Dies gilt besonders für die Rückgängigmachung einer Unterbindung (Sterilisation), wo wir sehr hohe Erfolgsraten erzielt haben.

Bei lokalen Eileiterschäden (z.B. nach Unterbindung) sind die Ergebnisse nach einer mikrochirurgischen Operation ausgesprochen gut. Unsere eigenen Zahlen zeigen bei Patientinnen unter 37 Jahren mit mindestens einem Eileiter von mehr als 6 cm Länge und ohne zusätzliche Sterilitätsfaktoren einen Erfolg von 90%.

Das hat zwei Gründe: Einerseits kann die ursprüngliche Anatomie und zum Teil auch die Funktion der Eileiter mikrochirurgisch besser wiederhergestellt werden als makrochirurgisch. Andererseits gelingt es mikrochirurgisch besser, zusätzliche iatrogene (operationsbedingte) Schäden zu vermeiden.

Ursachen

Ursachen für Schäden an den Eileitern und Eierstöcken bei unerfülltem Kinderwunsch (Sterilität):

  • Am häufigsten sind abgelaufene Entzündungen der Eileiter und/oder Eierstöcke. Das offene Fimbrienende verklebt häufig bei einer Entzündung, und das zarte Flimmerepithel des Eileiters wird geschädigt.
  • Eileiter und Eierstöcke können durch Operationen, welche aus anderen Gründen notwendig waren, geschädigt sein. Es sind häufig Verwachsungen entstanden.
  • Eileiter und Eierstöcke können durch Erkrankungen wie z.B. Endometriose geschädigt worden sein.
  • Selten sind angeborene Fehlanlagen.

Mikrochirurgische Operationen

Mikrochirurgisch operieren bedeutet:

  • Operation mit einem Operationsmikroskop oder einer vergrössernden Laparoskopieoptik
  • Benützung feiner atraumatischer Instrumente
  • Mikrochirurgische Naht- und Operationstechnik mit sehr dünnen Fäden
  • kontinuierliche Befeuchtung des Gewebes, um Austrocknen zu verhindern
  • äusserst sorgfältige Blutstillung

Mikrochirurgische Refertilisation

Die Rückgängigmachung einer Unterbindung ist mit dieser Methode sehr erfolgreich (90% Geburten), wenn mindestens ein Eileiter nachher über 6 cm lang ist, die Patientin jünger als 37 Jahre alt ist und keine zusätzlichen Sterilitätsfaktoren vorliegen.

Proximale Anastomose

Direkt am Abgang des Eileiters von der Gebärmutter treten isolierte Verschlüsse auf. Diese werden entfernt, und der Eileiter kann wieder anastomosiert werden. Die Operation ist ähnlich erfolgreich wie die Refertilisation.