Dickdarmkrebs (Kolorektalkarzinom)

Dieses Kapitel wurde von den Herausgebern von Cancer.Net im Juni 2008 durchgesehen und genehmigt.

© 2006-2009 American Society of Clinical Oncology (ASCO).

Übersicht

Dickdarmkrebs ist eine Erkrankung, bei welcher normale Zellen der Dickdarmoberfläche beginnen sich zu verändern und unkontrolliert zu wachsen und nicht mehr absterben. Diese Veränderungen benötigen normalerweise Jahre; in einigen Fällen von vererbten Krankheiten können diese Veränderungen aber auch innerhalb von Monaten bis Jahren vor sich gehen. Sowohl genetische als auch Umweltfaktoren können diese Veränderungen verursachen. Zu Beginn erscheint das Zellwachstum als gutartiger (nicht-krebsartiger) Polyp, der mit der Zeit zu einem krebsartigen Tumor werden kann. Falls er nicht behandelt oder entfernt wird, kann ein Polyp zu einem möglicherweise lebensbedrohlichen Krebs werden. Indem man diesen Polypen, der eine Krebsvorstufe sein kann, erkennt und entfernt, bevor er zum Krebs wird, kann man Dickdarmkrebs verhindern.

Anatomie des Dickdarms (Kolon) und Mastdarms (Rektum)

Kolon und Rektum bilden zusammen den Dickdarm, der eine wichtige Rolle spielt für die Fähigkeit des Körpers, seinen „Abfall“ zu verarbeiten. Das Kolon bildet die ersten 1.5 bis 1.8 m des Dickdarms und das Rektum bildet die letzten 15 cm und endet am After.

Das Kolon hat vier Abschnitte. Das aufsteigende Kolon ist der Teil, der sich von einem Sack, der Zökum genannt wird (der Beginn des Dickdarms, in den sich der Dünndarm entleert) auf der rechten Seite des Bauches hinaufzieht. Das Kolon transversum (= horizontaler Teil) zieht oberst im Bauch durch. Das absteigende Kolon bringt den Darminhalt am linken Bauchrand entlang hinunter. Das Sigma (= S-förmiges Kolon) bringt den Stuhlgang dann schliesslich einige Zentimeter weiter nach unten zum Rektum.

Dickdarmkrebs beginnt entweder im Kolon oder im Rektum. Der Krebs, der im Kolon beginnt, wird auch Kolonkarzinom genannt und Krebs, der im Rektum beginnt, heisst Rektumkarzinom. Beide Tumoren werden häufig als so genannte Kolorektalkarzinome zusammengefasst.

Ein Kolorektalkarzinom beginnt oft in Polypen, nicht-krebsartigen Gewächsen, die sich an der Innenseite von Kolon und Rektum bilden können, wenn Leute älter werden. Es gibt verschiedene Formen von Polypen. Adenomatöse Polypen oder Adenome sind Gewächse, die bösartig werden können und die mit einer Kolonoskopie (Darmspiegelung, siehe Risikofaktoren und Prävention) entdeckt werden können. Eine Möglichkeit, Kolorektalkarzinome zu verhindern, besteht darin, Polypen aufzuspüren und zu entfernen, bevor sie krebsartig werden. Etwa 10% der Kolon-Polypen sind flach und schwierig bei der Kolonoskopie zu finden, es sei denn, sie werden mit einem Farbstoff markiert. Diese flachen Polypen haben unabhängig von ihrer Grösse ein hohes Risiko, bösartig zu werden.

Die meisten Kolon- und Rektumkarzinome gehören zum Tumortyp der Adenokarzinome. Dies ist ein Krebs der Zellen, die die Innenseite des Gewebes von Kolon und Rektum bedecken (Schleimhaut). Dieses Kapitel behandelt spezifisch Adenokarzinome. Andere Arten von Krebs, die viel weniger häufig vorkommen, aber auch im Kolon oder Rektum beginnen können, schliessen folgende Tumoren mit ein: Karzinoide, Gastrointestinaler Stromatumor (GIST) und Lymphome.

Statistik

Wenn ein Kolorektalkarzinom früh entdeckt wird, kann es häufig geheilt werden. Die Sterberate bedingt durch diese Art von Krebs hat in den letzten 20 Jahren abgenommen, möglicherweise weil jetzt mehr Fälle früh entdeckt werden und die Behandlungen sich verbessert haben. Kolorektalkarzinom ist der dritthäufigste Krebs in den Vereinigten Staaten, sowohl bei Männer als auch bei Frauen. Es ist auch die dritthäufigste Todesursache durch Krebs, je für Männer und Frauen einzeln in den USA (und die zweithäufigste Todesursache durch Krebs, wenn man die Zahlen für Männer und Frauen kombiniert).

Im Jahr 2008 wird in den Vereinigten Staaten bei rund 148'810 Erwachsenen (77'250 Männer und 71'560 Frauen) Kolorektalkrebs diagnostiziert. Diese Zahlen schliessen 108'070 neue Fälle von Kolonkarzinom und 40'740 neue Fälle von Rektumkarzinom ein. Man schätzt, dass 49'960 Todesfälle (24'260 Männer und 25'700 Frauen) sich in diesem Jahr ereignen.

Wenn der Krebs in einem frühen, lokalisierten Stadium entdeckt wird, ist die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate 90% (das entspricht dem %-Satz der Patienten, die mindestens fünf Jahre nach der Krebsdiagnose überleben, ausgeschlossen diejenigen, die an anderen Krankheiten sterben). Wenn der Krebs sich zu benachbarten Lymphknoten oder Organen ausgedehnt hat, ist die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate 68%. Wenn der Krebs sich zu entfernten Körperteilen ausgedehnt hat, beträgt die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate 10%.

Krebsüberlebens-Statistiken müssen mit Vorsicht interpretiert werden. Diese Schätzungen basieren auf Daten von Tausenden von Fällen dieses Krebstyps in den Vereinigten Staaten, aber das effektive Risiko für ein spezifisches Individuum kann davon abweichen. Es ist nicht möglich, einem einzelnen Menschen zu sagen, wie lange er, oder sie, mit einem Kolorektalkarzinom leben wird. Weil die Überlebensstatistiken in Fünf-Jahres- (oder manchmal Ein-Jahres-) Intervallen gemessen werden, geben sie möglicherweise Fortschritte in Behandlung oder Diagnose dieser Krebsart nicht wieder.

Die Statistiken wurden übernommen von der Publikation der Amerikanischen Krebsgesellschaft, Cancer Facts & Figures 2008.

Um mehr über die Krebsbegriffe, die in diesem Abschnitt verwendet wurden, zu lernen, lesen Sie das Cancer.Net Angebot: Krebsbegriffe zum Kennen: Grundlegende onkologische Begriffe.

Risikofaktoren & Prävention

Ein Risikofaktor ist alles, was das Risiko einer Person erhöht, Krebs zu bekommen. Einige Risikofaktoren können kontrolliert werden, z.B. das Rauchen, einige lassen sich nicht beeinflussen, z.B. Alter und Familiengeschichte. Obschon Risikofaktoren die Entwicklung von Krebs beeinflussen können, verursachen die meisten nicht direkt Krebs. Einige Personen mit mehreren Risikofaktoren bekommen nie Krebs, während andere ohne bekannte Risikofaktoren Krebs bekommen. Wenn Sie jedoch Ihre Risikofaktoren kennen und diese Ihrem Arzt mitteilen, kann dies dazu beitragen, dass Sie besser über die Wahl Ihres Lebensstils und Ihrer Gesundheitsversorgung entscheiden können.

Die Ursache vom Kolorektalkarzinom ist nicht bekannt, aber einige Faktoren scheinen das Risiko zu erhöhen, diese Krankheit zu bekommen. Folgende Faktoren können das Risiko einer Person erhöhen, ein Kolorektalkarzinom zu bekommen:

Adenomatöse Polypen (Adenome)

Polypen sind nicht Krebs, aber einige Typen von Polypen, Adenome genannt, haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich zu Kolorektalkarzinomen zu entwickeln. Polypen können oft mit einem speziellen Instrument während der Kolonoskopie vollständig entfernt werden. Dies ist eine Untersuchung, bei welcher der Arzt durch eine Art beleuchteten Schlauch in den Dickdarm eines Patienten schaut, nachdem dieser nach Gabe von Beruhigungsmedikamenten schläft. Polypenentfernung kann Darmkrebs verhindern. Menschen, die Adenome gehabt haben, haben ein höheres Risiko, zusätzliche Polypen oder einen Dickdarmkrebs zu entwickeln, so dass sie regelmässige Nachfolgeuntersuchungen zur Vorsorge haben sollten.

Alter

Das Risiko von Dickdarmkrebs steigt mit dem Alter der Menschen. Kolorektalkarzinome können bei jungen Erwachsenen oder sogar Teenagern auftreten, aber über 90 % der Dickdarmkrebsfälle ereignen sich bei Menschen über 50. Das Durchschnittsalter der Dickdarmkrebsdiagnose in den USA ist 72 Jahre.

Entzündliche Darmerkrankungen (IBD)

Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen, wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, können eine chronische Entzündung des Dickdarms entwickeln, was das Risiko eines Dickdarmkrebses erhöht. Eine entzündliche Darmerkrankung ist nicht das Gleiche wie das so genannte Colon irritabile.

Persönliche Geschichte von Krebs

Menschen mit einer persönlichen Vorgeschichte einer Krebserkrankung haben ein höheres Risiko, Dickdarmkrebs zu entwickeln. Kolorektalkarzinome entwickeln sich häufiger bei Frauen, die eine Krebserkrankung der Eierstöcke oder der Gebärmutter durchgemacht haben.

Familiengeschichte von Krebs

Kolorektalkarzinome können sich häufiger bei Personen entwickeln, deren Eltern, Geschwister oder Kinder an einem Kolorektalkarzinom erkrankt sind. Speziell wenn die Familienmitglieder die Erkrankung vor dem 60. Lebensjahr erlitten haben. Mitglieder von Familien mit gewissen seltenen, vererbten Veranlagungen wie z.B. familiäre adenomatöse Polypose (FAP), oder vererbtes nicht polypöses Kolorektalkarzinom (HNPCC), haben ebenfalls ein signifikant erhöhtes Risiko, ein Kolorektalkarzinom zu bekommen. Verwandte von Frauen mit Gebärmutterkrebs sind möglicherweise ebenfalls vermehrt betroffen. Lernen Sie mehr über die Genetik des Kolorektalkarzinoms.

Rasse

Dunkelhäutige Menschen haben das höchste Risiko für sporadischen (nicht vererbten) Dickdarmkrebs in den Vereinigten Staaten und Dickdarmkrebs ist eine führende Ursache für durch Krebs verursachte Todesfälle in der schwarzen Bevölkerung. Schwarze Frauen haben ein höheres Risiko, an Dickdarmkrebs zu sterben, als Frauen irgend einer anderen Rasse; und schwarze Männer haben ein sogar noch höheres Risiko an Kolorektalkarzinom zu sterben als schwarze Frauen. Nach der Erkenntnis, dass schwarze Personen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, in einem jüngeren Alter an einem Darmkrebs zu erkranken, empfiehlt die amerikanische Gesellschaft der Gastroenterologen, dass die schwarze Bevölkerung das Screening mit Darmspiegelungen im Alter von 45 Jahren beginnt (für Details siehe unten). Das frühere Screening kann möglicherweise Veränderungen des Dickdarms in einem besser behandelbaren Stadium entdecken.

Körperliche Inaktivität und Übergewicht

Personen mit einem inaktiven Lebensstil (keine regelmässige körperliche Aktivität und viel Sitzen) und Personen mit Übergewicht haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für ein Kolorektalkarzinom.

Rauchen

Kürzlich durchgeführte Studien haben gezeigt, dass Raucher ein erhöhtes Risiko haben, an einem Kolorektalkarzinom zu sterben als Nichtraucher.

Folgendes kann das Risiko für eine Erkrankung an Darmkrebs verringern:

Nichtsteroidale anti-entzündliche Medikamente (NSAR)

Einige Untersuchungen weisen darauf hin, das Aspirin und andere NSAR möglicherweise die Entwicklung von Polypen bei Personen mit einer Vorgeschichte von Kolorektalkarzinomen oder Polypen reduzieren. Der regelmässige Gebrauch von NSAR kann jedoch grössere Nebenwirkung haben, wie z.B. Blutungen der Magenschleimhaut und Blutgerinnsel, die zu Hirnschlag oder Herzinfarkt führen. Die Einnahme von Aspirin oder andere NSAR kann das regelmässige Screening für Kolorektalkarzinom nicht ersetzen. Es ist wichtig, dass die Leute mit ihrem Arzt über die möglichen Risiken und Nutzen einer regelmässigen Aspirineinnahme sprechen.

Diät und Nahrungsergänzungen

Eine Diät reich an Früchten und Gemüse und arm an rotem Fleisch hilft möglicherweise, das Risiko von Darmkrebs zu verhindern. Einige Studien haben auch gezeigt, dass Personen, die Folsäure- und Kalziumergänzungen zu sich nehmen, ein niedrigeres Risiko für Darmkrebs haben.

Vorsorgeuntersuchung (Screening)

Regelmässiges Screening für Kolorektalkarzinom ist wichtig, weil Screeninguntersuchungen Kolorektalkarzinome verhindern können, indem bei ihnen präkanzeröse Polypen gefunden und entfernt werden können, und weil sie erlauben, Kolorektalkarzinome in einem frühen Stadium zu entdecken, wenn die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung besser sind. Kolorektalkarzinome können oft vermieden werden durch regelmässige Vorsorgeuntersuchungen, die präkanzeröse (= Krebsvorstufen) Polypen aufspüren können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wann die Vorsorgeuntersuchung für Sie beginnen soll basiert auf Alter und Familiengeschichte bezüglich dieser Erkrankung. Obschon einige Personen früher mit dem Screening beginnen sollen, sollte man mit den Vorsorgeuntersuchungen bei Personen mit durchschnittlichem Risiko im Alter von 50 beginnen, bei der schwarzen Bevölkerung im Alter von 45. Da die meisten Kolorektalkarzinome ohne Symptome entstehen, bis die Krankheit dann fortgeschritten ist, ist es wichtig, dass die Leute mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin über Pro und Contra der einzelnen Vorsorgetests und die Häufigkeit ihrer Durchführung sprechen.

Personen sollten die Vorsorgeuntersuchungen bezüglich Kolorektalkarzinom früher beginnen und sollten häufiger Vorsorgeuntersuchungen machen, falls sie einen der folgenden Risikofaktoren für Kolorektalkarzinom haben:

  • Eine persönliche Vorgeschichte von Kolorektalkarzinom oder adenomatösen Polypen
  • Eine starke familiäre Belastung mit Kolorektalkarzinomen oder Polypen (Krebs oder Polypen bei einem Verwandten 1. Grades jünger als 60, oder bei zwei Verwandten 1. Grades irgendeines Alters). Ein Verwandter 1. Grades ist definiert als ein Elternteil, Geschwister oder Kind
  • Eine persönliche Vorgeschichte von Chronisch entzündlicher Darmerkrankung (IBD)
  • Eine familiäre Belastung mit vererbten Kolorektalkarzinom-Syndromen (FAP und HNPCC)

Die verwendeten Vorsorgeuntersuchungen für Kolorektalkarzinome sind im Folgenden beschrieben:

Kolonoskopie

Diese Untersuchung erlaubt dem Arzt, die Innenseite des gesamten Rektum und Kolon zu inspizieren, während der Patient nach einem Beruhigungsmittel schläft. Ein Kolonoskop (eine Art beleuchteter Schlauch) wird vom After her in das Rektum und das gesamte Kolon eingeführt, um sie nach Polypen oder Krebsgeschwüren abzusuchen. Während dieser Untersuchung kann der Arzt Polypen oder anderes Gewebe für eine Untersuchung entfernen (siehe Biopsie im Abschnitt Diagnose). Lesen Sie mehr über Kolonoskopie - Was ist zu erwarten.

Flexible Sigmoidoskopie

Ein Sigmoidoskop (eine Art beleuchteter Schlauch) wird vom After her ins Rektum und das untere Kolon eingeführt, um diese Region nach Polypen, Krebsgeschwüren und anderen Abnormalitäten abzusuchen. Während dieser Untersuchung kann ein Arzt Polypen oder anderes Gewebe für eine spätere Untersuchung entfernen. Der Arzt kann die oberen Anteile des Dickdarmes (aufsteigendes und horizontales Kolon) mit diesem Test nicht untersuchen. Falls Polypen oder ein Krebs mit dieser Untersuchung entdeckt werden, wird eine Kolonoskopie empfohlen, um das gesamte Kolon einzusehen. Lesen Sie mehr über Sigmoidoskopie - Was ist zu erwarten.

Stuhluntersuchung für nicht sichtbare Spuren von Blut

Dies ist eine Untersuchung, um Blut im Stuhl zu entdecken, welches auf das Vorliegen von Polypen oder Krebs hinweisen kann. Es gibt zwei Arten von Tests: Guaiac und immun-chemische Tests. Polypen oder Krebs bluten nicht ständig, so dass dieser Test an verschiedenen Stuhlproben jedes Jahr durchgeführt und jährlich wiederholt werden sollte. Sogar dann ist die Reduktion der Todesfälle durch Dickdarmkrebs mässig (im Bereich von 30 %, wenn der Test jährlich durchgeführt wird, und 18 %, wenn die Tests jedes zweite Jahr durchgeführt werden). Lesen Sie mehr über Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut - Was ist zu erwarten.

Doppelkontrast Einlauf

Bei Patienten, bei denen keine Kolonoskopie durchgeführt werden kann, kann ein Einlauf mit Barium (ein Kontrastmittel) durchgeführt werden, das hilft, die Umrisse von Kolon und Rektum auf Röntgenbildern besser sichtbar zu machen. Eine Serie von Röntgenaufnahmen von Kolon und Rektum wird dann angefertigt. Für diese Untersuchung konnte bislang keine Verbesserung der Behandlungsresultate gezeigt werden und sie ist deshalb nicht die bevorzugte Vorsorgeuntersuchung. Lesen Sie mehr über Kontrastmitteleinlauf- Was ist zu erwarten.

Andere

Computertomographische (CT) Kolonographie und Stuhltest auf DNS sind experimentelle Vorsorgeuntersuchungen. CT Kolonographie wird in einigen Institutionen angeboten, man muss sich aber bewusst sein, dass diese Methode immer noch in Entwicklung ist und eine Interpretation durch einen erfahrenen Radiologen benötigt, um zum besten Nutzen eingesetzt werden zu können.

Empfehlungen

Die Amerikanische Gastroenterologische Gesellschaft, das Amerikanische College der Gastroenterologie, die Amerikanische Gesellschaft für Gastroenterologische Endoskopie, die Amerikanische Krebsgesellschaft und das Amerikanische College der Radiologie haben Konsensus-Richtlinien erarbeitet für das Sreening für Kolorektalkarzinome, mit dem Ziel, diesen Krebs zu verhindern. Besprechen Sie alle Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen mit Ihrem Arzt.

Beginnend im Alter von 50 Jahren sollten sowohl Männer als auch Frauen mit durchschnittlichem Risiko einen der vier folgenden Vorsorgepläne befolgen.

Die folgenden Untersuchungen entdecken sowohl Polypen als auch Krebs:

  • Flexible Sigmoidoskopie, alle fünf Jahre
  • Kolonoskopie, alle zehn Jahre
  • Doppelkontrasteinlauf, alle fünf Jahre
  • CT Kolonographie, alle fünf Jahre

Diese Tests entdecken vor allem Krebs:

  • Guaiac-basierte Stuhluntersuchungen auf verstecktes Blut, jedes Jahr
  • immun-chemische Stuhluntersuchungen, jedes Jahr
  • Stuhl-DNS-Tests; sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Häufigkeit der Anwendung

Alle Untersuchungen, die eine Abnormalität anzeigen, sollten von einer Kolonoskopie (Dickdarmspiegelung) gefolgt werden.

Die U.S. Preventive Health Services Task Force (USPSTF) hat ebenfalls Richtlinien herausgegeben für Vorsogeuntersuchungen für Darmkrebs, die etwas von den obengeannten abweichen. Die USPSTF empfiehlt eine der folgenden Untersuchungsmethoden:

  • Eine hochempfindliche Stuhluntersuchung auf verstekctes Blut, jedes Jahr
  • Sigmoidoskopie, alle 5 Jahre, mit Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut zwischendurch
  • Kolonoskopie, alle fünf Jahre

Zusätzlich befand diese Kommission, dass genügend Grundlagen vorliegen, um die virtuelle Kolonographie und DNS-Tests im Stuhl zu empfehlen.

Gemäss der USPSTF sollten Erwachsene zwischen 76 und 85 Jahren keine Routine-Vorsorgeuntersuchungen haben, da die Risiken grösser sind als der Gewinn, und über 85-jährige können Vorsorgeuntersuchungen für Kolorektalkarzinome ganz weglassen.

Alle Untersuchungen, die eine Abnormalität anzeigen, sollten von einer Kolonoskopie (Dickdarmspiegelung) gefolgt werden.

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt über Vorsorgeuntersuchungen für Kolorektalkarzinom sprechen und über die Art der Untersuchung und Screening-Methode, die für Ihre Situation die besten sind.

Symptome

Indem man aufmerksam auf die Symptome von Dickdarmkrebs ist, kann man die Erkrankung früh diagnostizieren, wenn die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung noch am grössten ist. Viele Personen mit Dickdarmkrebs haben keine Symptome, bis die Erkrankung fortgeschritten ist. Deshalb brauchen wir regelmässige Vorsorgeuntersuchungen.

Personen mit Kolorektalkarzinom können die folgenden Symptome wahrnehmen. Manchmal zeigen Menschen mit Kolorektalkarzinom aber keine dieser Symptome. Oder diese Symptome können durch eine Erkrankung verursacht werden, die nicht Krebs ist. Wenn Sie besorgt sind über ein Symptom auf dieser Liste, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt und bitten Sie, dass eine Darmspiegelung geplant wird, so dass die zugrunde liegenden Ursachen für die Symptome gefunden werden können.

  • Ein Wechsel in den Gewohnheiten des Stuhlganges
  • Durchfall, Verstopfung, oder das Gefühl, dass sich der Darm nicht vollständig entleert
  • Hellrotes oder sehr dunkles Blut im Stuhl
  • Stuhl, der enger oder dünner als normal aussieht
  • Missempfinden im Bauch einschliesslich häufige Blähungen, Völlegefühl oder Krämpfe
  • Gewichtsverlust ohne bekannte Erklärung
  • Ständige Müdigkeit oder Erschöpfung
  • Unerklärte Eisenmangelanämie (Blutarmut)

Diagnose

Ärzte verwenden viele Tests um Krebs zu diagnostizieren und bestimmen, ob er metastasiert (sich ausgebreitet) hat. Einige Test können auch bestimmen, welche Behandlungen die wirkungsvollsten sein können. Für die meisten Arten von Krebs ist eine Biopsie (Gewebsentnahme) der einzige Weg, um eine definitive Krebsdiagnose zu machen. Bildgebende Untersuchungen können gebraucht werden, um herauszufinden, ob der Krebs metastasiert hat. Ihr Arzt kann die folgenden Faktoren berücksichtigen, wenn er einen diagnostischen Test wählt:

  • Alter und Gesundheitszustand
  • Die Art des Krebses
  • Schweregrad der Symptome
  • Vorgängige Untersuchungsresultate

Zusätzlich zu einer körperlichen Untersuchung können die folgenden Untersuchungen benützt werden, um ein kolorektales Karzinom zu diagnostizieren. Ihr Arzt wird ebenfalls nach der persönlichen Krankengeschichte sowie nach der Familiengeschichte fragen und wird wahrscheinlich eine Untersuchung des gesamten Dickdarmes anordnen, wie z.B. eine Kolonoskopie, die im Kapitel Prävention beschrieben worden ist. Falls ein kolorektales Karzinom vorliegt, ist eine vollständige Diagnose, die genau die Lokalisation und die Ausdehnung des Tumors beschreibt, möglicherweise erst nach der chirurgischen Entfernung des Tumors möglich.

Biopsie

Eine Biopsie ist die Entfernung einer kleinen Menge von Gewebe für eine Untersuchung unter dem Mikroskop. Andere Untersuchungen können nahelegen, dass ein Krebs vorliegt, aber nur eine Biopsie kann eine abschliessende Diagnose eines kolorektalen Karzinoms sichern. Die Gewebsprobe, die bei der Biopsie entnommen wurde, wird durch einen Pathologen untersucht (ein Arzt, der sich spezialisiert hat auf die Interpretation von Laboruntersuchungen und die Auswertung von Zellengeweben und Organen, um eine Krankheit zu diagnostizieren). Eine Biopsie kann während einer Kolonoskopie durchgeführt werden, oder an irgendeinem anderen Gewebe, das während eines chirurgischen Eingriffs entfernt worden ist. Manchmal wird eine Computertomographie oder ein Ultraschall durchgeführt, um eine Nadelbiopsie durchzuführen (Entnahme von Gewebe durch die Haut mit einer Nadel, die in den Tumor geführt wird).

Blutuntersuchungen

Weil ein Darmkrebs oft in den Dickdarm blutet, können Patienten mit dieser Erkrankung anämisch werden (an Blutarmut leiden). Eine Untersuchung der Anzahl roter Blutkörperchen im Blut, die Teil einer Zählung der Blutkörperchen ist, kann anzeigen, dass eine Blutung vorliegt.

Ein anderer Bluttest misst die Menge eines Proteins, dass karzinoembrionales Antigen (CEA) genannt wird. Hohe Spiegel des CEA können anzeigen, dass sich ein Krebs in andere Teile des Körpers ausgedehnt hat. CEA ist nicht ein absoluter Test für Darmkrebs, weil es nur bei etwa 60 % der Patienten mit Darmkrebs, der sich in andere Orange ausgedehnt hat, erhöht ist. Zusätzlich können andere Umstände ebenfalls einen Anstieg des CEA bewirken. CEA-Tests werden meistens verwendet bei der Überwachung von Patienten, bei denen bereits ein Dickdarmkrebs behandelt wurde.

Bildgebende Untersuchungen

Bildgebende Untersuchungen, die vor einer Behandlung durchgeführt werden, suchen nach Krebs ausserhalb von Kolon und Rektum.

Computertomographie

Eine Computertomographie schafft ein dreidimensionales Bild des Körperinnern mit einer Röntgenmaschine. Ein Computer fertigt daraus detaillierte Querschnittbilder an, die etwelche Abnormalitäten oder Tumoren zeigen. Manchmal wird auch ein Kontrastmittel (eine Art spezielle Farbe) in die Vene eines Patienten gespritzt, um Detals besser darzustellen. Bei einer Person mit Darmkrebs kann eine Computertomographie nach einer Tumorausdehnung in die Lungen, in die Leber oder in andere Organe suchen.

Ultraschall

Der Ultraschall ist eine Untersuchung, die Schallwellen verwendet, um Bilder des Körpers zu erzeugen und um Auskunft zu geben, ob ein Krebs sich in die Leber oder andere Organe ausgedehnt hat. Ultraschall vom Enddarm her (rektale Endosonographie) wird üblicherweise verwendet, um zu bestimmen, bis in welche Gewebstiefe das Rektumkarzinom vorgedrungen ist, und kann damit gebraucht werden, um die Behandlung zu planen; diese Untersuchung kann jedoch nicht ausreichend genau Lymphknotenmetastasen (Krebs der sich in benachbarte Lymphknoten ausgedehnt hat) feststellen oder Metastasen ausserhalb des Beckens.

Lungenröntgenbild

Ein Röntgenbild ist ein Bild des Körperinnerns. Ein Lungen- oder Thoraxröntgenbild kann verwendet werden, um zu sehen, ob sich ein Krebs in die Lungen ausgedehnt hat.

Positronenemissionstomographie (PET)

Ein PET ist eine Methode, um Bilder von Organen und Geweben innerhalb des Körpers zu erzeugen. Eine kleine Menge einer radioaktiven Substanz wird in den Körper eines Patienten gespritzt und durch die untersuchten Organe oder Gewebe aufgenommen. Diese Substanz gibt Energie ab, die durch einen Scanner (Empfänger) aufgenommen wird, der dann das Bild erzeugt.

Um mehr zu Erfahren darüber, was während der üblichen diagnostischen Tests zu erwarten ist, lesen Sie Cancer.Net: Untersuchungen und Eingriffe.

Um mehr über die Begriffe zu lernen, die in diesem Kapitel verwendet wurden, lesen Sie das Cancer.Net-Angebot: Krebs-Begriffe zum Kennen: Neu diagnostiziert.

Staging

Die Stadieneinteilung ist eine Methode, einen Krebs zu beschreiben und festzuhalten, wo er lokalisiert ist, ob oder wohin er sich ausgedehnt hat und ob er Funktionen anderer Organe im Körper beeinträchtigt. Ärzte benützen diagnostische Tests, um das Stadium des Krebses festzulegen. So kann das Staging unvollständig sein, bis alle Tests abgeschlossen sind. Die Kenntnis des Stadiums hilft dem Arzt zu entscheiden, welches die beste Behandlungsart ist, und kann helfen, die Prognose (Heilungschance) des Patienten vorauszusagen. Es gibt verschiedene Stadieneinteilungen für verschiedene Arten von Krebs.

Ein Hilfsmittel, das Ärzte benutzen, um das Stadium zu beschreiben, ist das TNM-System. Dieses System benutzt drei Kriterien, um das Stadium des Krebses zu beurteilen: den Tumor selber, die Lymphknoten in der Umgebung des Tumors und ob der Tumor sich in andere Körperteile ausgedehnt hat. Die Resultate werden kombiniert, um das Tumorstadium für jede einzelne Person festzulegen. Es gibt fünf Stadien: Stadium 0 und die Stadien I bis IV. Die Stadieneinteilung verschafft einen gemeinsamen Weg, um einen Krebs zu beschreiben, so dass Ärzte zusammenarbeiten können, um die besten Behandlungsmöglichkeiten zu planen.

TNM ist eine Abkürzung für Tumor (T), Lymphknoten (node = N) und Metastase (M). Ärzte schauen auf diese drei Faktoren, um das Tumorstadium festzulegen.

  • Beim Kolorektalkarzinom beschreibt „T“, wie tief der Primärtumor in die Darmwand eingedrungen ist (Tumor, T)
  • Hat sich der Tumor in Lymphknoten ausgedehnt? (Node, N)
  • Ist der Krebs in andere Körperteile metastasiert? (Metastase, M)

Tumor (T)

Verwendet man das TNM-System, so beschreibt das „T“ plus ein Buchstabe oder eine Zahl (0 bis 4), wie tief der Primärtumor in die Darmwand eingedrungen ist. Spezifische Informationen zur Eindringtiefe des Tumors sind untenstehend aufgeführt.

TX

Der Primärtumor kann nicht beurteilt werden.

T0

Es besteht kein Anhaltspunkt für Krebs im Kolon oder Rektum.

Tis

Bezieht sich auf ein Carcinoma In situ. Krebszellen werden nur im Epithel- oder der Lamina propria (die innersten Oberflächenschichten des Kolons oder des Rektums) gefunden.

T1

Der Tumor ist in die Submukosa vorgewachsen (Gewebsschicht unterhalb der Schleimhaut oder Oberflächenschicht des Kolons)

T2

Der Tumor ist in die Muskularis propria eingewachsen (eine tiefer liegende, dicke Muskelschicht, die sich zusammenzieht, um den Darminhalt vorwärts zu bewegen).

T3

Der Tumor ist durch die Muskularis propria in die Subserosa vorgewachsen (eine dünne Bindegewebeschicht unter der äussersten Schicht einiger Dickdarmteile) oder in Gewebe, die Kolon oder Rektum umgeben.

T4

Der Tumor ist in andere Organe eingewachsen, oder hat eine Perforation (ein Loch) in die Wand des Kolons oder Rektums verursacht.

Lymphknoten, Node (N)

Das „N“ im TNM steht für Lymphknoten. Die Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Organe, die überall im Körper verteilt sind und diesem als Teil seines Immunsystems helfen, sich gegen Infektionen zu verteidigen. Es gibt regionale Lymphknoten (Lymphknoten nahe beim Kolon oder Rektum). Alle anderen sind entfernte Lymphknoten (Lymphknoten, die sich in anderen Körperteilen befinden).

NX

Die regionalen Lymphknoten können nicht beurteilt werden aus Mangel an Informationen.

N0

Es liegt keine Metastasierung in regionale Lymphknoten vor (der Krebs hat sich nicht in die regionalen Lymphknoten ausgedehnt).

N1

Es findet sich ein metastatischer Befall in einem bis drei regionalen Lymphknoten.

N2

Es findet sich eine metastatische Beteiligung in vier oder mehr regionalen Lymphknoten.

Entfernte Metastasen (M)

Das „M“ im TNM-System beschreibt Krebs, der sich in andere Körperteile ausgedehnt hat (zBs. in die Leber, oder in die Lungen).

MX

Entferne Metastasen können nicht beurteilt werden.

M0

Die Krankheit hat nicht metastasiert.

M1

Es finden sich entfernte Metastasen (der Krebs hat sich in andere Körperteile, jenseits vom Kolon oder Rektum, ausgedehnt).

Gruppierung von Krebsstadien

Ärzte teilen das Stadium des Krebses ein, indem sie die T, N, und M Klassifikationen kombinieren.

Stadium 0

Bezieht sich auf ein Carcinoma in situ. Die Krebszellen befinden sich nur in der Schleimhaut (der innersten Schicht) des Kolons oder Rektums. Die meisten Kolorektalkarzinome in diesem Stadium können mittels Polypektomie geheilt werden (Entfernung des kranken Gewebes, das sich an der Innenseite der Darmwand entwickelt hat).

Stadium I

Der Krebs ist durch die Schleimhaut hindurch gewachsen und ist in die Muskelschicht des Kolon oder Rektum eingedrungen. Er hat sich aber nicht in umliegendes Gewebe oder Lymphknoten ausgedehnt (T1 oder T2, N0, M0).

Stadium IIa

Der Krebs hat sich durch die Wand des Kolon oder Rektum ausgedehnt und kann sich in nahe gelegenes Gewebe ausgebreitet haben. Er hat aber keine umgebenden Lymphknoten befallen (T3, N0, M0).

Stadium IIb

Der Krebs hat sich durch das Kolon oder Rektum in umliegende Organe ausgedehnt. Er hat aber keine der umgebenden Lymphknoten befallen (T4, N0, M0).

Stadium IIIa

Der Krebs ist durch die inneren Schichten oder in die Muskelschicht des Darmes vorgewachsen und hat einen bis drei Lymphknoten befallen, hat sich aber nicht in andere Körperteile ausgedehnt (T1 oder T2; N1, M0).

Stadium IIIb

Der Krebs ist durch die Darmwand oder in umgebende Organe vorgewachsen und hat einen bis drei Lymphknoten befallen, hat sich aber nicht in andere Körperpartien ausgedehnt (T3 oder T4; N1, M0).

Stadium IIIc

Der Krebs (jede Grösse) hat vier oder mehr umliegende Lymphknoten befallen, aber keine andere weite entfernte Teile des Körpers (jedes T, N2, M0).

Stadium IV

Der Krebs hat in entferntere Teile des Körpers metastasiert, z.B. in die Leber oder in die Lungen (jedes T, jedes N, M1).

Rezidiv

Rezidivierender Krebs bedeutet, dass der Krebs nach einer Behandlung zurückgekommen ist. Die Krankheit kann im Kolon, im Rektum oder in einem anderen Körperteil gefunden werden.

Tumorgrade

Ärzte können auch den Begriff „Grad“ verwenden, was beschreibt, wie ähnlich der Tumor dem normalen Gewebe noch ist. Der Grad eines Krebses kann dem Arzt helfen, vorauszusagen, wie schnell dieser möglicherweise wächst. Bei einem Krebs, der normalem Gewebe ähnlich sieht, können Ärzte klar verschiedene Arten von Zellen in Gruppen zusammen sehen (dies wird „gut differenziert“ genannt). Bei höhergradigem Krebs sieht die Krebszelle üblicherweise weniger wie eine normale Zelle aus, oder „wilder“ (dies wird „schlecht differenziert“, oder „undifferenziert“ genannt). Üblicherweise haben gut differenzierte Tumoren eine bessere Prognose.

GX

Der Tumorgrad kann nicht festgelegt werden.

G1

Die Zellen sehen eher wie normale Zellen aus (gut differenziert).

G2

Die Zellen sehen etwas abnormal aus (mässig differenziert).

G3

Die Zellen sehen normalen Zellen kaum ähnlich (schlecht differenziert).

G4

Die Zellen ähneln normalen Zellen nicht (undifferenziert).

Wiedergabe mit Erlaubnis des American Joint Committee on Cancer (AJCC), Chicago, Illinois, USA. Die Originalquelle für dieses Material ist das AJCC Cancer Staging Manual 6. Auflage (2002), erschienen beim Springer-Verlag New York, www.springer-ny.com

Behandlung

Die Behandlung eines Kolorektalkarzinoms hängt ab von der Grösse und Lokalisation des Tumors, von der Ausbreitung des Krebses und vom gesundheitlichen Allgemeinzustand des Patienten. In vielen Fällen wird ein Team von Spezialisten, einschliesslich eines Gastroenterologen (ein Arzt, der sich auf die Funktion und Störungen des Magen-Darm-Traktes spezialisiert hat), eines Chirurgen, eines medizinischen Onkologen und eines Strahlentherapeuten zusammen mit dem Patienten den besten Behandlungsplan festlegen.

Dieses Kapitel erklärt die Behandlung des Kolorektalkarzinoms, die der Standardbehandlung (der besten verfügbaren Behandlung) für diese spezifische Krebsart entsprechen. Patienten werden auch ermutigt, die Teilnahme an einer klinischen Studie zu erwägen, wenn sie Entscheidungen zum Behandlungsplan treffen. Eine Klinische Studie untersucht, ob eine neue Behandlung sicher, wirksam und möglicherweise besser als die aktuelle Standardbehandlung ist. Ihr Arzt kann Ihnen hellfen, alle Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen. Besuchen Sie das Kapitel Klinische Studien für mehr Informationen.

Übersicht über die Behandlung des Kolorektalkarzinoms

Dieses Kapitel verschafft einen kurzen Überblick über die Behandlung des Kolorektalkarzinoms nach Stadieneinteilung geordnet. Details über die einzelnen Behandlungsmöglichkeiten folgen nach diesem Kapitel.

Die übliche Behandlung eines Stadium 0 Carcinoma In situ ist eine einfache Polypektomie (Entfernung des Polypen) während einer Kolonoskopie. Es bedarf keiner weiteren Operation, es sei denn, der Polyp könne nicht vollständig entfernt werden während der Polypektomie.

Wenn der Krebs im Stadium I ist, besteht die Therapie üblicherweise in der Entfernung des Tumors sowie der umliegenden Lymphknoten.

Patienten mit einem Stadium II Dickdarmkrebs, der ein tieferes Eindringen in die Darmschichten ohne Befall der umgebenden Lymphknoten einschliesst, sollten sich mit ihrem Arzt besprechen, da einige Patienten nach der Operation mit einer adjuvanten Chemotherapie behandelt werden. Die ist eine Behandlung nach einer Operation, die darauf zielt, allfällige zurückbleibende Krebszellen zu zerstören. Allerdings sind die Heilungsraten für Chirurgie allein recht gut und der Gewinn durch eine zusätzliche Behandlung ist in dieser Situation noch ungewiss. Die Teilnahme an einer klinischen Studie ist ebenfalls eine Möglichkeit nach der Operation. In klinischen Studien werden zur Zeit zusätzliche Medikamente in Kombination mit Chemotherapie erforscht.

Wenn der Krebs im Stadium III ist und sich in umgebende Lymphknoten ausgedehnt hat, schliesst die Behandlung üblicherweise die chirurgische Entfernung des Tumors gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie ein. Die Teilnahme an einer klinischen Studie ist ebenfalls eine Möglichkeit.

Für Patienten mit Stadium II oder III eines Rektumkarzinoms wird üblicherweise eine Strahlentherapie angeboten, in Kombination mit Chemotherapie, entweder vor oder nach der Operation.

Im Stadium IV können die Patienten eine Operation benötigen, um den Darmkrebs zu entfernen, oder auch nicht. Die Standardbehandlung schliesst eine Chemotherapie, zusammen mit einer sogenannten „gezielten Therapie“ ein. Falls möglich wird eine zusätzliche Operation durchgeführt, um Metastasen (Tumoraussaat in andere Organe) zu entfernen. Generell gesagt, ist eine solche Operation möglich, falls eine begrenzte Anzahl von Orten vorliegt, an die der Tumor metastasiert hat.

Chirurgie

Die üblichste Behandlung für Darmkrebs ist ein chirurgischer Eingriff, um den Tumor zu entfernen. Ein Teil des gesunden Kolon oder Rektum und benachbarte Lymphknoten werden ebenfalls entfernt. Währenddem sowohl Allgemeinchirurgen als auch Spezialisten Kolorektalchirurgie durchführen können, konsultieren viele Leute Spezialisten mit zusätzlichem Training und Erfahrung in kolorektaler Chirurgie.

Einige Patienten können mittels laparoskopischer kolorektaler Krebschirurgie behandelt werden. Mit dieser Technik werden mehrere Optiken beim narkotisierten Patienten in die Bauchhöhle eingeführt. Die Schnitte in die Bauchdecke sind kleiner und die Erholungszeit ist oft kürzer als mit üblicher Darmchirurgie. Es scheint, dass die laparoskopische Chirurgie gleich gut ist wie die konventionelle Darmchirurgie, was die Gründlichkeit der Entfernung des Krebses betrifft. Chirurgen, die die laparoskopische Chirurgie durchführen, haben eine spezielle Ausbildung für diese Technik.

In einer Minderzahl der Fälle benötigt eine Person mit einem Rektumkarzinom ein sogenanntes Kolostoma (künstlicher Darmausgang). Dies ist eine chirurgische Öffnung (Stoma), durch welches der Dickdarm mit der Oberfläche der Bauchwand verbunden ist, um einen Weg für den Stuhlgang aus dem Körper zu verschaffen. Der Stuhl wird dann in einem Plastiksäckchen gesammelt, das der Patient an der Bauchdecke trägt. Manchmal wird eine solche Kolostomie nur vorübergehend angelegt, um die Heilung des Rektums zu erlauben; es kann aber auch dauerhaft angelegt sein. Mit den modernen chirurgischen Techniken und dem Gebrauch von Strahlentherapie und Chemotherapie in ausgewählten Fällen vor der Operation benötigen die meisten Patienten, die wegen eines Rektumkarzinoms behandelt werden, kein permanentes Kolostoma.

Die Nebeneffekte der Operation schliessen Schmerz und Empfindlichkeit im Operationsgebiet ein. Die Operation kann auch Verstopfung oder Durchfall verursachen, diese legen sich aber üblicherweise mit der Zeit. Patienten, die ein Kolostoma erhalten, können Hautreizungen um das Stoma herum haben. Der Arzt, eine Krankenschwester oder ein Spezialist für die Behandlung eines Kolostomas kann dem Patienten beibringen, wie die Umgebung zu reinigen ist und Infektionen vermieden werden können.

Viele Leute benötigen ein erneutes Training des Darms nach der Operation. Dies kann einige Zeit und auch Unterstützung in Anspruch nehmen. Patienten sollten das Gespräch mit ihrem Arzt suchen, wenn sie keine gute Darmkontrolle wiedererlangen. Dies ist eine der häufigsten Nebenwirkungen bei den Patienten, bei denen ein grösserer Teil des Dickdarms entfernt worden ist.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie benützt hochenergetische Röntgenstrahlen, um Krebszellen abzutöten. Sie wird regelmässig in der Behandlung des Rektumkarzinoms eingesetzt, da dieser Tumor eine Tendenz zu lokalen Rückfällen hat. Die Strahlentherapie kann vor einer Operation eingesetzt werden (sogenannte Neoadjuvante Therapie), um den Tumor zu verkleinern, damit er leichter entfernt werden kann; sie kann aber auch nach der Operation eingesetzt werden, um etwelche zurückbleibende Krebszellen zu zerstören (sogenannte Adjuvante Therapie). Der Wert beider Methoden in der Behandlung des Rektumkarzinoms konnte gezeigt werden. Eine neuere Studie hat gefunden, dass eine Bestrahlung in Kombination mit Chemotherapie vor einer Operation einen grösseren Nutzen zeigte verglichen mit der gleichen Bestrahlung und Chemotherapie angewandt nach der Operation. Hauptnutzen bestand in einer geringeren Rückfallrate in der Region des ursprünglichen Tumors, in einer geringeren Zahl an Patienten, die einen bleibenden künstlichen Darmausgang benötigten, und in geringeren Problemen mit Vernarbungen des Darmes im Gebiet, das bestrahlt worden war. Die Chemotherapie wird oft gleichzeitig mit der Strahlentherapie angewandt (sogenannte Chemo- Radiotherapie), um die Wirksamkeit der Strahlentherapie zu verbessern. Chemo-Radiotherapie wird bei Rektumkarzinom häufig vor der Operation eingesetzt, um einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden oder um das Risiko eines Krebsrückfalls zu reduzieren.

Die Strahlentherapie mit einer Bestrahlung von aussen benützt eine Maschine, um Röntgenstrahlen in der Region des Körpers zu applizieren, wo sich der Krebs befindet. Die Strahlentherapie wird an fünf Tagen pro Woche während mehreren Wochen angewandt, und zwar entweder in einer Arztpraxis oder im Spital.

In einigen Fällen können spezialisierte Strahlentherapie-Techniken, wie z.B. intraoperative Bestrahlung (eine hohe, einzelne Bestrahlungsdosis eingesetzt während der Operation) oder eine Brachytherapie (das Einsetzen von radioaktiven "Körnern" im Körperinnern) helfen, kleine Tumorreste zu eliminieren, die während der Operation nicht entfernt werden konnten.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie können Müdigkeit, milde Hautreizungen, Magenreizungen und Durchfall einschliessen. Die Strahlentherapie kann auch blutige Stuhlgänge (Blutverlust durch das Rektum) oder Darmverschlüsse verursachen. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden bald nach Abschluss der Therapie.

Sexuelle Probleme wie auch Unfruchtbarkeit (die Unfähigkeit ein Kind zu bekommen) können sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten, nachdem eine Bestrahlung im Beckenbereich durchgeführt worden ist. Diese Probleme müssen besprochen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Doktor darüber für mehr Informationen.

Chemotherapie

Chemotherapie ist der Einsatz von Medikamenten, um Krebszellen abzutöten. Die sogenannte systemische Chemotherapie wird über das Blut im Körper verteilt und zielt damit auf Krebszellen im ganzen Körper.

Eine Chemotherapie kann nach einer Operation eingesetzt werden, um etwelche verbleibende Krebszellen zu eliminieren. In einigen Situationen wird der Arzt eine Chemotherapie und Strahlentherapie vor der Operation einsetzen, um die Tumorgrösse und das Risiko eines Krebsrückfalls zu reduzieren. Eine Chemotherapie wird üblicherweise direkt in eine Vene gespritzt; einige Chemotherapien können auch als Tabletten gegeben werden.

Die häufigste Chemotherapie, die bei Kolorektalkarzinomen eingesetzt wird, kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Entzündungen der Mundschleimhaut verursachen. Es gibt jedoch Medikamente, um diesen Nebenwirkungen vorzubeugen. Dank diesen neuen Medikamenten sind diese Nebenwirkungen für die meisten Patienten weniger problematisch, als sie in der Vergangenheit gewesen sind. Patienten können zusätzlich eine unübliche Müdigkeit empfinden und es gibt ein erhöhtes Risiko für eine Infektion. Eine Neuropathie (Kribbeln oder Taubheit in Füssen und Händen) kann ebenfalls vorkommen. Ein Haarverlust ist eine ungewöhnliche Nebenwirkung mit den Medikamenten, die in der Behandlung des Kolorektalkarzinoms zum Einsatz kommen. Es gibt Medikamente, um die meisten Nebenwirkungen zu lindern, einschliesslich Übelkeit, Neuropathie und Durchfall. Wenn Nebenwirkungen ausserordentlich belastend sind, kann die Dosis des Medikaments reduziert oder die nächste Therapie etwas verzögert werden. Die Patienten sollten mit ihrem Behandlungsteam sprechen, um zu wissen, wann sie sich beim Arzt wegen der Nebenwirkungen melden müssen. Lesen Sie mehr über den Umgang mit Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen verschwinden üblicherweise, wenn die Behandlung beendet ist.

Gegenwärtig sind in den USA sieben Medikamente für die Behandlung des Kolorektalkarzinoms anerkannt. Ihr Arzt kann eines oder mehrere davon zu verschiedenen Zeitpunkten während der Behandlung empfehlen. Diese Medikamente sind: Fluorouracil (5-FU), Capecitabine (Xeloda®), Irinotecan (Campto®), Oxaliplatin (Eloxatin®), Bevacizumab (Avastin®), Cetuximab (Erbitux®) und Panitumumab (Vectibix®). (Diese letzten drei Medikamente sind unter „gezielte Behandlungen“ beschrieben). Viele neue Medikamente werden gegenwärtig getestet und verschaffen möglicherweise in Zukunft zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten. Einige gängige Behandlungen sind:

  • 5-FU
  • 5-FU mit Leukovorin, einem Vitamin, das die Wirksamkeit von 5-FU verbessert
  • Capecitabine (Xeloda), eine orale Form von 5-FU
  • 5-FU mit Leukovorin und Oxaliplatin (FOLFOX)
  • 5-FU mit Leukovorin und Irinotecan (FOLFIRI)
  • Irinotecan alleine
  • Capecitabine mit entweder Irinotecan oder Oxaliplatin
  • Irgend eine der obigen Therapien zusammen mit entweder Cetuximab oder Bevacizumab

Die Medikamente, die in der Krebsbehandlung eingesetzt werden, werden kontinuierlich überprüft. Das Gespräch mit Ihrem Arzt ist häufig der beste Weg, Information über die Medikation, die bei Ihnen verschrieben wurde, zu erhalten, ihren Sinn und auch die möglichen Nebenwirkungen, oder Interaktionen mit anderen Medikamenten. Erfahren Sie mehr über die Ihnen verschriebenen Medikamente durch Cancer.Net’s Drug Infomation Resources, die Verbindungen zu Medikamentendatenbanken herstellen.

„Zielgerichtete“ Therapien

Zielgerichtete Behandlungen sind Therapien, die auf fehlerhafte Gene oder Eiweisse zielen, die zu Entwicklung und Wachstum von Krebs beitragen. Diese Medikamente werden immer wichtiger in der Behandlung des Kolorektalkarzinoms.

Anti-angiogenetische Therapie

Einige der ersten zielgerichteten Behandlungen zielten auf das Stoppen der Angiogenese, dem Vorgang der Neubildung von Blutgefässen. Weil Tumoren die Nährstoffe, die sich in Blutgefässen finden, benötigen, um zu wachsen und sich auszubreiten, besteht das Ziel der anti-angiogenetischen Therapie darin, den Tumor "auszuhungern". Eine dieser Therapien ist Bevacizumab. Wenn man dieses mit einer Chemotherapie zusammen gibt, verbessert Bevacizumab das Überleben von Menschen mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom. Die Amerikanische FDA bewilligte den Einsatz von Bevacizumab zusammen mit Chemotherapie als Erstlinienbehandlung für Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom im Jahr 2004. Neuere Studien haben gezeigt, dass es auch als Zweitlinientherapie zusammen mit Chemotherapie wirksam ist. Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper, eine im Laboratorium hergestellte Substanz, die spezifische Wachstumsfaktoren für Blutgefässe erkennt, sich an sie bindet und damit diese unwirksam macht.

Inhibitoren des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) (Hemmstoffe für den Empfänger des Hautwachstumsfaktors)

Forscher haben entdeckt, dass das EGFR-Eiweiss zum Wachstum eines Kolorektalkarzinoms beitragen kann. Cetuximab und Panitumumab sind monoklonale Antikörper, die den EGFR blockieren. Cetuximab ist ein Antikörper, der ursprünglich von Mauszellen gewonnen wurde und immer noch einige Anteile der Mausstruktur hat. Panitumumab ist vollständig aus menschlichem Eiweiss hergestellt und verursacht deshalb weniger allergische Reaktionen als Cetuximab. Beide Medikamente sind zugelassen zur Behandlung von Patienten mit metastsierendem Kolorektalkarzinom.

Neuere Studien zeigen, dass Cetuximab und Panitumumab unwirksam sind bei Patienten mit Tumoren, die spezifische Mutationen (Veränderungen) in einem Gen haben, das KRAS genannt wird. Im Januar 2009 hat ASCO eine vorläufige klinische Empfehlung herausgegeben, dass bei allen Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom, die möglicherweise eine anti-EGFR-Therapie wie Cetuximab und Panitumumab erhalten würden, der Tumor auf das Vorliegen einer KRAS-Mutation untersucht werden sollte. Wenn der Tumor eines Patienten eine mutierte Form des KRAS-Gens hat, empfiehlt ASCO keine Therapie mit ant-EGFR-Antikörpern durchzuführen.

Die laufende Forschung untersucht, welche Rolle Cetuximab und Panitumumab spielen können bei Patienten mit metastsierendem Darmkrebs, die operiert wurden und die keine vorgängige Chemotherapie erhalten hatten.

Fortgeschrittenes, oder wieder aufgetretenes Kolorektalkarzinom (Dickdarmkrebs)

Ein Kolorektalkarzinom kann sich in entfernte Organe ausdehnen, z.B. die Leber, Lungen, das Bauchfell (das Gewebe, das die Bauchhöhle auskleidet) oder auch in die Eierstöcke einer Frau. Eine Kombination von Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie kann eingesetzt werden, um die Ausdehnung der Krankheit zu verlangsamen, und in vielen Fällen vorübergehend ein Schrumpfen des Krebsgeschwürs bewirken.

In diesem Stadium kann eine Operation, die den Dickdarmteil, von dem der Krebs ausging, entfernt, den Krebs üblicherweise nicht mehr heilen. Sie kann aber einen Verschluss des Dickdarmes oder andere Komplikationen beheben. Die Chirurgie kann auch eingesetzt werden, um Teile anderer Organe zu entfernen, die Krebs enthalten (eine so genannte Resektion), und kann sogar einige Menschen heilen, die nur eine begrenzte Krebsausdehnung in ein einzelnes Organ wie Lunge oder Leber haben.

Chemotherapie und Strahlentherapie können in diesem Stadium den Krebs selten heilen, aber sie können helfen, Schmerzen und andere Symptome zu lindern und das Überleben verlängern. Die Teilnahme an einer klinischen Studie, die neue Behandlungen testet, kann ebenso eine Möglichkeit sein.

Falls bei einem Dickdarmkrebs die Ausdehnung auf die Leber begrenzt und eine teilweise Entfernung der Leber möglich ist – entweder vor, oder nach einer Chemotherapie – hat der Patient die Möglichkeit einer vollständigen Heilung. Sogar in Fällen, in denen eine Heilung nicht möglich ist, kann eine Operation Monate oder sogar Jahre zum Überleben eines individuellen Patienten hinzufügen. Es ist oft ein komplizierter Vorgang zu bestimmen, wer in dieser Situation von einer Operation profitieren kann. Dies bedingt die Zusammenarbeit von Ärzten von verschieden Spezialitäten.

Die Behandlung eines rezidivierenden Krebses (Krebs, der nach einer ursprünglichen Behandlung wieder aufgetreten ist) hängt von der Lokalisation des Krebses und von der Gesundheit der Person ab. Grundsätzlich sind die Behandlungsmöglichkeiten für einen rezidivierenden Krebs dieselben wie für einen metastasierenden Krebs und umfassen Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie. Die Teilnahme an einer klinischen Studie mit experimentellen Behandlungen kann ebenfalls eine Möglichkeit sein.

Für mehr Informationen über Kolorektalkarzinome von der amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie wenden Sie sich an die folgenden Patientenführer:

Adjuvant Chemotherapy for Stage II Colon Cancer

Follow-Up Care for Colorectal Cancer

Tumor Markers for Gastrointestinal Cancers

Um mehr über die Begriffe zu erfahren, die in diesem Kapitel verwendet wurden, lesen Sie das Cancer.Net Angebot: Krebsbegriffe zum Kennen: Während der Behandlung

Für mehr Information

Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) verfügt über eine Serie von Behandlungsempfehlungen, die in eine patientenfreundliche Sprache übersetzt worden sind. In Übereinstimmung mit der Cancer.Net’s Linking Policy bitten wir Sie, zu beachten, dass dieser link nicht eine Unterstützung des Inhaltes durch ASCO bedeutet. Er ist eher ein Bemühen, zusätzliche Information zu verschaffen, die für Menschen, die mit Krebs leben, und ihre Familie hilfreich sein können. Der NCCN-Behandlungsführer für Kolorektalkarzinom kann unter www.nccn.org. gefunden werden.

Informationen über klinische Studien

Ärzte und Wissenschaftler suchen stets nach besseren Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Kolorektalkarzinom. Eine Klinische Studie ist eine Möglichkeit, um zu prüfen, dass eine neue Behandlung sicher, wirksam und möglicherweise besser ist, als die bisherige Standardbehandlung. Patienten, die sich an klinischen Studien beteiligen, sind unter den ersten, die neue Behandlungen erhalten, wie z.B. neue chemotherapeutische Medikamente, bevor sie generell zugänglich sind. Es gibt jedoch nie eine Garantie, dass die neue Behandlung sicher, wirksam oder besser sein wird als die bisherige Standardbehandlung. Es gibt auch klinische Studien, die neue Wege in der Prävention und im Screening vom Kolorektalkarzinomen untersuchen.

Patienten entschliessen sich aus verschiedenen Gründen, an klinischen Studien teilzunehmen. Für einige Patienten ist eine klinische Studie die beste zugängliche Behandlungsmethode. Weil Standardbehandlungen nicht perfekt sind, sind Patienten oft willens, die zusätzliche Unsicherheit einer klinischen Studie auf sich zu nehmen in der Hoffnung auf ein besseres Ergebnis. Andere Patienten machen freiwillig an klinischen Studien mit, weil sie wissen, dass dies der einzige Weg ist, um einen Fortschritt in der Behandlung des Kolorektalkarzinoms zu erreichen, z.B. um neue Medikamente zu finden. Selbst wenn Sie selber keinen direkten Gewinn von dieser klinischen Studie haben, kann ihre Teilnahme zukünftigen Patienten mit Kolorektalkarzinom einen Vorteil verschaffen.

Um an einer klinischen Studie teilzunehmen, müssen die Patienten einen Lernprozess machen, den man „informed consent“, informierte Zustimmung, nennt. Während dieser Information wird der Arzt alle Möglichkeiten für den Patienten aufführen, so dass dieser versteht, wie die neue Behandlung sich von der Standardbehandlung unterscheidet. Der Arzt muss auch alle Risiken der neuen Behandlung aufführen, die sich von den Risiken der Standardbehandlung unterscheiden können oder auch nicht. Schliesslich muss der Arzt erklären, was vom einzelnen Patienten erwartet wird, um an der klinischen Studie teilnehmen zu können, einschliesslich die Zahl der Arztvisiten, Untersuchungen und den Behandlungsplan. Erfahren Sie mehr über klinische Studien, einschliesslich Patientensicherheit, Phasen von klinischen Studien, den Entschluss, an einer klinischen Studie teilzunehmen, Fragen an das Forschungsteam und Links um klinische Krebsstudien zu finden.

Nebenwirkungen

Krebs und seine Behandlung kann eine Vielzahl von Nebenwirkungen hervorrufen. Ärzte haben jedoch grosse Fortschritte gemacht in den vergangenen Jahren, was die Reduktion von Schmerz, Übelkeit und Erbrechen sowie andere körperlichen Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung betrifft. Viele heute eingesetzte Behandlungen sind weniger intensiv aber ebenso wirkungsvoll wie Behandlungen, die früher gebraucht wurden. Ärzte haben auch viele Möglichkeiten einer Symptom-Linderung für Patienten, wenn solche Nebenwirkungen auftreten.

Angst vor Nebenwirkungen einer Behandlung sind häufig nach einer Krebsdiagnose, aber es kann hilfreich sein zu wissen, dass diesen Nebenwirkungen vorzubeugen und sie zu kontrollieren, eine Hauptanstrengung Ihres Behandlungsteams ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen der spezifischen Behandlungen, die Sie erhalten werden, bevor die Behandlung beginnt. Die spezifischen Nebenwirkungen, die auftreten können, hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, inklusive die Art des Krebses, seine Lokalisation, der individuelle Behandlungsplan (einschliesslich Länge und Dosis der Behandlung) und der allgemeine Gesundheitszustand der Person.

Fragen Sie Ihren Arzt, welche Nebenwirkungen am wahrscheinlichsten auftreten werden (und welche nicht), wann Nebenwirkungen wahrscheinlich auftreten und wie das Behandlungsteam diese Nebenwirkungen angehen wird, falls sie auftreten. Teilen Sie Ihrem Arzt auf alle Fälle die Nebenwirkungen mit, die Sie möglicherweise während und nach der Behandlung wahrnehmen. Für mehr Information über die häufigsten Nebenwirkungen von Krebs und verschiedener Behandlungen, zusammen mit den Möglichkeiten diese zu vermeiden oder zu kontrollieren, besuchen Sie PLWC’s Kapitel über Umgang mit Nebenwirkungen, basierend auf ASCO’s curriculum.

Zusätzlich zu körperlichen Nebenwirkungen können auch psychosoziale (gefühlsmässige und soziale) Nebenwirkungen auftreten. Erfahren Sie mehr über die Wichtigkeit, diese Bedürfnisse anzugehen im Cancer.Net Kapitel über Sorge für den ganzen Patient.

Für mehr Information über Langzeitwirkung und Nebenwirkungen, lesen Sie bitte das Kapitel: Nach der Behandlung oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Nach der Behandlung

Nachdem die Behandlung für das Kolorektalkarzinom beendet ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Gestaltung eines Nachsorgeplans. Dieser Plan kann körperliche Untersuchungen und/oder medizinische Tests einschliessen, um Ihre Erholung in den folgenden Monaten und Jahren zu verfolgen. Spezifische Empfehlungen für die Nachsorgebehandlungen beim Kolorektalkarzinom können gefunden werden bei den ASCO Patient Guide: Follow-Up Care for Colorectal Cancer. Zusätzlich bietet Ihnen ASCO Hilfe an, einen Überblick über die Behandlung Ihres Kolorektalkrebses zu behalten und bei der Entwicklung eines Planes für eine gute Sorge für Ihr weiteres Leben nach dem Behandlungsende. Lesen Sie mehr über die ASCO Cancer Treatment Summaries.

Leute, die sich von einem Kolorektalkarzinom erholen, werden ermutigt, etablierte Richtlinien für eine gute Gesundheit zu befolgen, z.B. ein gesundes Gewicht und gesunde Ernährung einzuhalten und die empfohlenen Krebsvorsorge-Untersuchungen durchzuführen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um einen Plan festzulegen, der Ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Mässige körperliche Anstrengung kann helfen, Ihre Kraft und Ihr Energieniveau wieder aufzubauen. Ihr Arzt kann Ihnen helfen, einen sicheren Übungsplan zu entwickeln, der Ihren Bedürfnissen, Ihren körperlichen Fähigkeiten und Ihrem Fitnessniveau entspricht. Lernen Sie mehr über Healthy Living After Cancer.

Um die Begriffe in diesem Kapitel besser zu verstehen, lesen sie das Cancer.Net Angebot: Cancer Terms to Know: After Treatment.

Aktuelle Forschung

Die Forschung für Kolorektalkarzinom dauert an. Die folgenden Fortschritte sind möglicherweise immer noch unter klinischer Forschung und möglicherweise noch nicht zugelassen oder zugänglich zu diesem Zeitpunkt. Besprechen Sie immer alle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrem Arzt.

Verbesserte Nachweismethoden

Wissenschaftler sind daran, Tests zu entwickeln, die Stuhlproben direkt auf genetische Veränderungen in Zusammenhang mit Darmkrebs untersuchen. Durch die frühe Entdeckung eines Krebses haben Ärzte bessere Möglichkeiten, einen Menschen mit Kolorektalkarzinom zu heilen. Die Untersuchung des Darmes mit einer speziellen Computertomographietechnik, auch virtuelle Kolonoskopie genannt, wird ebenfalls erforscht.

Krebsimpfungen

Impfungen gegen Krebs sind eine andere Art biologischer Therapie. Sie sind experimentelle Behandlungen, die das Immunsystem des Patienten stimulieren, den Krebs zu bekämpfen.

Kombinationsbehandlungen

Forscher machen zunehmend Erfahrungen, dass die Kombination verschiedener Behandlungen, wie z.B. Chemotherapie und Strahlentherapie, eine wirkungsvolle Behandlungsart von Krebs darstellen.

Fragen an Ihren Arzt

Regelmässige Gespräche mit Ihrem Arzt sind wichtig, damit Sie auf Information basierte Entscheidungen über Ihre Gesundheitsversorgung fällen können. Erwägen Sie, Ihrem die folgenden Fragen zu stellen:

Allgemein

  • Wo genau befindet sich der Krebs
  • Welches sind meine Behandlungsmöglichkeiten, basierend auf meiner Diagnose
  • Welche klinischen Studien sind offen für mich
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten empfehlen Sie? Warum?
  • Bedeutet meine Diagnose, dass meine Blutverwandten ein höheres Risiko für Kolorektalkrebs haben? Sollten sie mit ihren Ärzten über eine Vorsorgeuntersuchung sprechen?

Vor der Operation

  • Was wissen Sie zu diesem Zeitpunkt über meinen Krebs?
  • Welche anderen Untersuchungen werden vor der Operation durchgeführt werden?
  • Können Sie mir die Operation beschreiben, die bei mir durchgeführt wird?
  • Was planen Sie, während der Operation zu entfernen (den Dickdarm, das Rektum, Lymphknoten)?
  • Ist eine Gewebsprobe Teil der Operation?
  • Wie bald nach der Operation werde ich alle Testresultate und eine abschliessende Diagnose erhalten?
  • Denken Sie, dass ich möglicherweise ein vorübergehendes oder ein permanentes Kolostoma (künstlichen Darmausgang) benötige?
  • Ist dies die Standardoperation für meine Erkrankung?
  • Wie oft haben Sie diese Art von Operation erfolgreich durchgeführt?
  • Wer wird mir die Information geben, wie ich mich für die Operation und den Spitalaufenthalt vorbreiten kann? Wie lange werde ich Spital sein?
  • Wie werden meine Schmerzen nach der Operation behandelt?

Für Rektumkarzinom

  • Sollte ich eine Strahlentherapie und Chemotherapie erhalten vor der Operation für das Rektumkarzinom?

Nach der Operation

  • Wie lautet meine Diagnose basiert auf den Resultaten der Operation und Biopsien, im TNM-Format?
  • Können Sie mir meinen Pathologie-Bericht (Labor-Bericht) erklären?
  • Wie ist meine Prognose?
  • Welche zusätzliche Behandlung empfehlen Sie? Warum?
  • Was ist das Ziel dieser Behandlung?
  • Ist dies eine Standardbehandlung oder Teil einer klinischen Studie?
  • Was sind die Risiken und möglichen Nebenwirkungen der Behandlung, sowohl land- als auch kurzfristig?
  • Wie lange wird es dauern, bis ich nach der Operation wieder arbeiten kann? Kann ich während der Chemotherapie arbeiten?
  • Welche Nachsorgeuntersuchungen benötige ich, und wie oft werde ich sie benötigen?
  • Was steht an Unterstützung für mich zu Verfügung? Für meine Familie?

Fragen betreffend ein Kolostoma (künstlichen Darmausgang)

(bei Bedarf)

  • Werden Sie mich an eine speziell ausgebildete Pflegefachperson weiter weisen, um über den besten Ort für mein Kolostoma zu entscheiden und um mir zu helfen, den Umgang damit nach der Operation zu erlernen?

Quellen für Patienteninformationen

C3: Colorectal Cancer Coalition

1225 King St, 2nd Floor

Alexandria, VA 22314

Phone: 703-548-1225

www.fightcolorectalcancer.org

Colon Cancer Alliance

5411 N. University Dr., Ste 202

Coral Springs, FL 33067

Toll Free: 877-422-2030

Phone: 212-627-7451

www.ccalliance.org

The Susan Cohan Kasdas Colon Cancer Foundation

201 N Charles St., Ste. 2404

Baltimore, MD 21201

Phone: 410-244-1778

www.coloncancerfoundation.org

United Ostomy Associations of America (UOAA)

P.O. Box 66

Fairview, TN 37062-0066

Toll Free: 800-826-0826

www.uoaa.org

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