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Bei diesem Prothesentyp werden die Gelenksflächen des Oberarmkopfes und falls notwendig auch der Gelenkspfanne genauest möglich durch künstliche Oberflächen ersetzt. Dabei wird der künstliche Oberarmkopf mittels eines Schaftes im Oberarmknochen mit oder ohne Zement fixiert. Die Pfanne wird ebenfalls mit oder ohne Knochenzement am Schulterblatt fixiert. Damit eine solche Prothese zum Einsatz kommt, muss die Rotatorenmanschette weitgehend intakt sein, da die Rotatorenmanschette das Kugelgelenk der Schulter führt. Durch eine anatomische Prothese lässt sich eine fast normale Gelenksfunktion wieder herstellen.
Am Kantonsspital Baden wird die Anatomical Shoulder™ der Firma Zimmer seit Juli 2007 verwendet.
Die Modularität und das Design erlauben eine genaue Rekonstruktion des Gelenkes, was eine Wiederherstellung der normalen Beweglichkeit der oberen Extremität erlaubt. Dieses System bietet den Vorteil einer dem Patienten individuell angepassten „Custom made" Prothese.
Um den proximalen Humerus anatomisch zu rekonstruieren, ist es notwendig, Grösse und Orientierung des Humeruskopfes exakt zu reproduzieren. Dies ist bei der Anatomical Shoulder auf einfache Art und Weise möglich. Über einen Kugelkonus als Verbindungsglied zwischen Kopf und Schaft lässt sich die Neigung und Exzentrizität stufenlos und einfach einstellen.
Für die Implantation stehen zementierte Schäfte aus CoCr und zementfreie Schäfte aus Titan zur Verfügung. .
Dieses Prothesentyp kommt zum Einsatz, wenn die Rotatorenmanschette geschädigt ist und dadurch eine anatomische Schulterprothese nicht eingesetzt werden kann. Diese Prothese ist so konzipiert, dass das Gelenk auch ohne Rotatorenmanschette geführt wird. Dies bedingt aber, dass die Gelenkspfanne am Oberarm und die Kugel am Schulterblatt befestigt werden, eben invers zum eigentlich Normalen (Anatomischen). Die Fixation erfolgt mit oder ohne Knochenzement bzw. mit Schrauben. Durch eine solche Prothese lässt sich verständlicherweise die ursprüngliche Funktion nicht mehr komplett wieder herstellen. Sie lässt aber eine Funktion für die Verrichtung aller notwendigen Alltagstätigkeiten zu.
Am Kantonsspital Baden wird die Anatomical Shoulder Inverse/Reverse™ der Firma Zimmer seit 2007 verwendet. Die Modularität des Systemes lässt es zu, von einer anatomischen zu einer inversen Prothese zu wechseln, ohne den Schaft entfernen zu müssen. Ebenso ist der Wechsel von einer inversen zu einer anatomischen in einem Revisionsfall möglich unter Belassung des Schaftes.
Das Design der Anatomical Shoulder Inverse/Reverse basiert auf dem Prinzip der kinematischen Ausbalancierung der Schulter nach einem von Dr. Grammont entwickelten Modell. Die Geometrie kehrt durch Verschiebung des Rotationszentrums nach innen das normale Verhältnis zwischen Schulterblatt und Humerus um. Hierdurch wird zum einen die Hebelarmlänge des Deltamuskels vergrössert, zum anderen durch Absenken des Humerus die Spannung auf den Deltamuskel erhöht. Somit können die drei Muskelanteile des Deltamuskels die Schwäche der Rotatorenmanschette hinsichtlich Gelenkstabilität und -funktion ausgleichen.
Für die Implantation stehen zementierte Schäfte aus CoCr und zementfreie Schäfte aus Titan zur Verfügung. Die Glenoidkomponente besteht aus einer Basisplatte aus Titan welche mit Schrauben im Schulterblatt fixiert wird sowie einer CoCr-Halbsphäre, welche auf die Grundplatte aufgesteckt wird.