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Inkontinenz (Blasenschwäche)

Die gesunde Blasenfunktion basiert auf einem perfekten Zusammenspiel von Nervenimpulsen sowie intakten Blasen- und Schliessmuskeln. Jede kleinste Störung des komplexen Systems kann zu Beschwerden im Sinne einer Urininkontinenz führen.
In der Schweiz sind 28% der unter 60-Jährigen und 35% der über 60-Jährigen von Urininkontinenz betroffen. Im Altersheim leiden sogar 90% der Bewohner unter einer Urininkontinenz.
 
Abb. 1:  Blasenschwäche  je nach Lebensalter
           Abb. 2: Arten von Blasenschwäche
 
Es gibt verschiedene Formen der Inkontinenz; die häufigsten Formen sind:

Belastungsinkontinenz

Harnverlust unter Belastung wie Husten, Niesen oder sportliche Betätigung (manchmal auch in Ruhe). 29% der inkontinenten Patienten leiden unter dieser Form der Urininkontinenz.

Inkontinenz bei Reizblase (overactive bladder syndrome OAB)

Hier kommt es zu einem überfallartigen, plötzlich auftretenden zwingenden Drang, Urin lassen zu müssen. Dieser Drang kann nur mit Mühe unterdrückt werden. 13% der inkontinenten Patienten leiden unter dieser Form der Urininkontinenz.

Mischharninkontinenz

Sie ist mit 58% die häufigste Form der Urininkontinenz. Hier liegt eine Kombination der Symptome von Belastungsinkontinenz und Inkontinenz bei Reizblase vor.


Die Unterscheidung, um welche Form der Urininkontinenz es sich handelt, ist sehr wichtig, da die Therapieschritte, welche bei der Belastungsinkontinenz und Inkontinenz der Reizblase eingeleitet werden, vollkommen verschieden sind. Die Mischharninkontinenz bedarf sogar zwei unterschiedlicher Behandlungsformen.

Vor Beginn jeder Behandlung sollte daher eine genau definierte Abklärung mit einer ausführlichen und präzisen Befragung, gynäkologischer Untersuchung, Ultraschalluntersuchung und zum Teil speziellen Untersuchungsmethoden (Urodynamik) durchgeführt werden, damit die genaue Form der Inkontinenz festgelegt werden kann.