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Spirale

Rund 70 Millionen Frauen wenden heute weltweit zur Empfängnisverhütung die Spirale in verschiedenen Formen an. Besonders geeignet ist die Spirale für Frauen, welche schon geboren haben.

Hauptsächlich unterteilt man die aus gut verträglichem Weichteilplastik be-stehenden Spiralen in solche, welche am Schaft mit feinstem Kupferdraht umwickelt sind (="Kupferspiralen", z.B. Multiload®), und solche, welche ein zylinderförmiges Reservoir mit Gelbkörperhormon (z.B. Mirena®) haben.

Die Einlage der Spirale erfolgt durch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt nach einer eingehenden gynäkologischen Untersuchung. Vor der Einlage der Spirale müssen ein Krebsabstrich und ein Bakterienabstrich abgenommen werden. Es werden Grösse und Lage der Gebärmutter bestimmt und festgestellt, ob Ausschlusskriterien für die Einlage einer Spirale vorliegen (z.B. auffälliger Krebsabstrich, genitale Infektionen, nicht abgeklärte Blutungsstörungen, Gerinnungsströrungen etc.).

Die Spirale wird eingelegt, wenn der Muttermund leicht geöffnet ist; dies ist der Fall in den ersten Tagen der Menstruationsblutung. Bei Frauen, die geboren haben, kann die Spirale nach 6 bis 8 Wochen (bzw. nach Kaiserschnitt frühestens nach 10 bis 12 Wochen) eingesetzt werden. Nach der Einlage wird der Sitz der Spirale nach der nächsten Periodenblutung mit dem Ultraschall überprüft. Bei korrekter Lage kann man die Spirale fünf Jahre eingelegt lassen.

Bei Jugendlichen und jungen Frauen unter 25 Jahren, die noch nicht geboren haben, sollte man mit der Einlage einer Spirale sehr zurückhaltend sein.

Kupferspirale

Durch Freisetzung von Kupferionen kommt es in der Gebärmutter zu einer lokalen Entzündungsreaktion, wodurch das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindert wird.

Mirena®

Die empfängnisverhütende Wirkung von Mirena beruht auf der lokalen Freisetzung und Wirkung des Gelbkörperhormons Levonorgestrel. Dieses wird von Mirena gleichmässig und in geringen Mengen direkt in der Gebärmutter freigesetzt, d.h. dort, wo die empfängnisverhütende Wirkung benötigt wird. Dadurch sind geringere Hormonmengen für eine sichere Verhütung ausreichend, und der Körper der Frau wird so nur mit minimalen Mengen von Hormonen belastet. Dies bewirkt, dass die meisten Frauen weiterhin einen Eisprung haben.

Mirena ist eine der zuverlässigsten Methoden zur Schwangerschaftsverhütung, vergleichbar mit der Pille oder der operativen Sterilisation. Mirena kann jederzeit wieder entfernt werden, und eine Schwangerschaft ist bereits im nächsten Zyklus wieder möglich.

Unter Mirena baut sich - aufgrund der lokalen Hormonwirkung - die Gebärmutterschleimhaut nur schwach auf. Die Blutungen werden nach einer Übergangsphase von zwei bis sechs Monaten meistens leichter, kürzer und weniger schmerzhaft. Bei 20% der Frauen können die Blutungen auch ganz ausbleiben

 
Bei manchen Frauen wird die Mirena nicht nur zur Verhütung, sondern auch zur Behandlung medizinischer Probleme vrschrieben: Frauen, die an einer zu starken Monatsblutung leiden, oder Frauen mit Beschwerden bei Endometriose können von der Einlage einer Mirenaspirale profitieren.

Sicherheit

Die Sicherheit (Pearl-Index) der Spirale liegt zwischen 1 und 3 Schwangerschaften auf 100 Frauenjahre.

Vorteil

Ein Vorteil der Spirale liegt sicher darin, dass sie nicht vergessen werden kann; ein anderer, dass sie auch bei Frauen zur Anwendung kommen darf, welche Kontraindikationen für die Einnahme von Hormonen haben.

Nachteile

Nachteile liegen darin, dass es manchmal zu Blutungsstörungen, zu Schmerzen oder zu Entzündungen von Eileitern und Eierstöcken kommen kann.