Rettung & Ambulanz: 144 | Telefonzentrale: 056 486 21 11 Für Patienten Für Zuweiser Für Besucher A-Z

Minimal invasive Chirurgie

Die rasanten Fortschritte der Technik haben die Chirurgie in den letzten Jahren revolutioniert. Heute ist es fast immer möglich, mit bisher ungekannter Präzision und minimaler Invasion (sog. laparoskopische oder Schlüssellochchirugie) auch die kompliziertesten chirurgischen Eingriffe so schonend wie möglich durchzuführen. Dazu stehen uns in der Frauenklinik des Kantonsspitals Baden voll integrierte High-Tech-Operationsräume (siehe Link "System EndoALPHA") zur Verfügung.


Viele Operationen, welche bis dahin nur durch einen Bauchschnitt möglich waren, können nun via Laparoskopie minimal invasiv durchgeführt werden.

In einigen Fällen können chirurgische Therapien durch die Endoskopie (Darm, Magen) oder durch Katheter (Gefässe) ganz ersetzt werden.

In der Gynäkologie werden operative Eingriffe, welche früher nur mit einem Bauchschnitt durchgeführt wurden, heute durch die Laparoskopie, Hysteroskopie und durch vaginale Operationen ersetzt.

Das neueste Beispiel ist die schonende blutungsfreie Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) durch Bauchspiegelung. Die Technik und ein spezielles Instrument wurden am Kantonsspital Baden unter der Leitung von Prof. Dr. M. K. Hohl entwickelt.

Diese moderne Technik ermöglicht uns einen schonenden Zugang zu Uterus (Gebärmutter), Ovarien (Eierstöcke) und dem Beckenboden. Neben der Gebärmutterentfernung gelingt es damit auch, ausgeprägte Inkontinenz und/oder Senkungsbeschwerden zu behandeln. Erfahrene Operateure ermöglichen eine Rekonstruktion des Beckenbodens, z.B. eine Fixation der Scheide mittels eines Kunststoffnetzes (Sacropexie) oder auch die Aufhängung des Blasenhalses (Kolposuspension). Durch die "Schlüssellochchirurgie" sind postoperative Schmerzen eine Seltenheit, und die Dauer der Hospitalisation und Rekonvaleszenz ist deutlich verkürzt.

Die Laparoskopie

Bei dieser Technik werden durch Stiche in der Bauchdecke verschiedene Zugänge (Ports) gelegt. Typischerweise wird unterhalb vom Bauchnabel ein 7-10 mm grosser Port für die Optik, durch welche Licht in den Bauchraum geleitet wird und das Videosignal auf den Monitor übertragen wird, eingelegt. Verschiedene Zugänge von 5 mm Durchmesser dienen dazu, die Instrumente für die Operation in den Bauchraum einzubringen. Die Ergonomie bei der Platzierung von Instrumenten, Videoübertragungseinheit und Bildschirmen spielen eine wichtige Rolle.
 

Die Hysteroskopie

Bei dieser Technik wird eine Optik durch den Muttermund (Zervix) in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Diese Optik hat einen Arbeitskanal, durch welchen ein Instrument eingeführt werden kann. Das Bild wird via Kamera auf einen Monitor geleitet.
Abgebildet ist ein Myom, welches sich in die Gebärmutterhöle vorwölbt.
 

Vaginale Operationen

Der Zugang zu den weiblichen Geschlechtsorganen durch die Vagina hat zwei Vorteile:

  1. Ein Bauchschnitt wird vermieden
  2. Die meisten Operationen können in einer Regionalanästhesie durchgeführt werden.

Viele Operationen mit Organentfernung (z.B. Hysterektomie) können vaginal durchgeführt werden, wenn der Zugang gross genug ist und das Organ nicht zu gross ist. Abdominelle Inkontinenzoperationen (z.B. TVT-Bandeinlage) können durch vaginale Eingriffe ersetzt werden. Einzig die Eierstöcke (Ovarien) und die Eileiter (Tuben) sind vaginal schlecht zugänglich.

Prinzip der TVT-Bandeinlage bei Inkontinenz: die Harnblase (1) im weiblichen Becken (2); um die Harnröhre (4) wird ein Kunststoffband (3) gelegt