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Abklärungen beim Mann

Die folgenden Kapitel geben einen Überblick über die Möglichkeiten der Diagnostik bei eingeschränkter männlicher Fruchtbarkeit.

Spermiogramm

Zu jeder Basisabklärung gehört mindestens eine Samenuntersuchung (Spermiogramm). Beurteilt werden in erster Linie Anzahl, Beweglichkeit und Form (Morphologie) der Samenzellen.

Sowohl Durchführung der Analyse als auch die Beurteilung erfolgen nach den standardisierten Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zur Beurteilung werden folgende Begriffe verwendet:
  • Oligozoospermie: wenn die Spermienzahl erniedrigt ist (< 20 Mio/ml)
  • Asthenozoospermie: bei reduzierter Beweglichkeit (< 50% vorwärts bewegliche Spermien)
  • Teratozoospermie: wenn der Anteil normal geformer Spermien erniedrigt ist (< 14%)
Die Samenqualität schwankt bei den meisten Männern erheblich, deshalb wird in der Regel ein Zweitspermiogramm nach zwei bis drei Monaten verordnet. Bei Verdacht auf eine Samenproduktionsstörung kann ein Spezialist zugezogen werden.


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Andrologische Untersuchung

Falls sich in zwei Spermiogrammen eine ausgeprägte Fruchtbarkeitsstörung zeigt, wird eine andrologische Untersuchung empfohlen. Sie wird durch den Andrologen oder den andrologisch ausgebildeten Urologen durchgeführt und beinhaltet den andrologischen Fragebogen und die körperliche Untersuchung. Ergänzend werden je nach Situation Blutentnahmen oder Gewebsproben durchgeführt.

Hodenbiopsie

Die Biopsie am Hoden erlaubt einerseits durch die feingewebliche Untersuchung unter Umständen die Ursache einer ausgeprägten Störung der Spermienproduktion zu erkennen, andererseits dient sie der Gewinnung von Spermien direkt aus dem Hoden (wie z. B. bei Verschluss der Samenwege nach Unterbindung).

Hormonanalysen

Durch eine Blutentnahme können die männlichen Geschlechtshormone bestimmt werden.
Leider können Abweichungen des Hormongleichgewichtes beim Mann nur in äusserst seltenen Situationen durch die Gabe von Hormonpräparaten korrigiert werden.

Genetische Untersuchung

Sie wird bei ausgeprägter Störung der Spermienproduktion, bei Azoospermie und bei wiederholten Fehlgeburten durchgeführt.

Die Untersuchung beinhaltet die Beurteilung des Chromosomensatzes sowie die Abklärung sogenannter molekulargenetischer Faktoren. Die Untersuchungen werden an den roten Blutkörperchen vorgenommen, die durch eine einfache Blutentnahme zu gewinnen sind.

Können genetische Auffälligkeiten festgestellt werden, ist das beratende Gespräch mit dem Genetiker zwingend, um zu erfahren, welche Auswirkungen der Befund auf die Nachkommen hat.