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Normale Geburt

Die folgenden Bilder zeigen das Verhalten des kindlichen Köpfchens beim Durchtritt durch den Geburtskanal. Wenn das kindliche Köpfchen in das Becken eintritt, ist es quer eingestellt, um sich der Form des Beckens anzupassen. Der kindliche Rücken ist entweder rechts oder links.

Während das kindliche Köpfchen beim Durchtritt vom Beckeneingang zum Beckenausgang tiefer tritt, sich beugt und dreht, verkürzt sich der Gebärmutterhals und der Muttermund öffnet sich.
 

 

Das kindliche Köpfchen beugt sich und dreht sich im Nacken, um tiefer in die runde Beckenhöhle eintreten zu können.

Auf seinem ganzen Weg vom Beckeneingang bis auf den Beckenbogen ist das kindliche Köpfchen gebeugt.

 

Bei Austritt aus dem Geburtskanal macht das kindliche Köpfchen um das Schambein eine Streckbewegung. So wird das Köpfchen geboren.

Um die Schultern und den kindlichen Körper zu gebären, dreht sich das kindliche Gesicht, die Augen sind entweder zum rechten oder linken Oberschenkel der Mutter gerichtet.

 

Dammschnitt

Wir sind überzeugt, dass eine normale Geburt meistens ohne Dammschnitt erfolgen kann. Deshalb wird er bei uns nicht routinemässig durchgeführt.

Es gibt Gründe, die einen Dammschnitt nötig machen:

  • straffes Weichteilgewebe
  • grosses Kind
  • Geburtsbeschleunigung bei Verlangsamung der kindlichen Herztöne
  • Vakuum- oder Zangenentbindung

Dammvorbereitung


Die Damm-Massage


Durch die Damm-Massage kann der Damm auf die Geburt vorbereitet werden mit dem Ziel, dass das Gewebe im Scheiden-Damm-Bereich besser durchblutet, weicher und dehnungsfähiger wird.

Etwa sechs Wochen vor Geburtstermin sollte der Damm regelmässig, möglichst 5-10 Min. täglich massiert und gedehnt werden. Es eignet sich jedes naturbelassene Öl wie Mandelöl, Weizenkeimöl, Olivenöl etc. dazu.

Bei Entzündungen, einer Pilz- oder Herpesinfektion im Genitalbereich darf diese Massage nicht durchgeführt werden!

Alternative zur Massage

Ab dem Beginn der 38. Schwangerschaftswoche eignen sich Heublumendampfsitzbäder sehr gut als geburtsvorbereitende Massnahme. Sie helfen dabei, das Gewebe weich und geschmeidig werden zu lassen.

Massage und Sitzbäder sind jedoch keine Garantie für eine Geburt ohne Dammschnitt.

Wassergeburt

Wenn bestimmte geburtshilfliche Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Geburt im Wasser erlebt werden. Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, dass eine Geburt im Wasser für Mutter und Kind eine sichere Methode ist. Die Wassergeburt wird auch als besonders angenehm empfunden.
 
Vaginaluntersuchung bei Kopfdurchtritt
 

Vakuum- und Zangengeburt

Wenn der Muttermund vollständig eröffnet und das kindliche Köpfchen durch die vaginale Untersuchung gut erreichbar ist, kann die Geburt entweder unter Mithilfe einer Saugglocke (Vakuum) oder einer Zange (Forceps) beendet werden. Diese Methoden werden bei erschpfter Mutter, bei Verlangsamung der kindlichen Herztöne oder bei Frühgeburten angewendet.

Kaiserschnitt

Entwickeln sich während des individuellen Geburtsverlaufs mütterliche oder kindliche Probleme, sind wir jederzeit zu Ihrer Sicherheit vorbereitet (24-Stunden-Präsenz eines Oberarzt-, Assistenten-, Operations-, Anästhesie- und Pädiaterteams), einen Kaiserschnitt (Sektio) durchzuführen, wenn möglich in Spinalanästhesie, oder in Notfallsituationen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren, in Vollnarkose. Der Operationssaal ist in der Gebärabteilung integriert. 

Ist ein Kaiserschnitt geplant, z.B. bei Beckenendlage, bei einem vorausgegangen Kaiserschnitt und nachgewiesenem verengten Becken, treten Sie am Operationstag nüchtern in die Gebärabteilung ein. Der Ehemann kann bei der Operation dabei sein, der Kinderarzt kümmert sich um Ihr Neugeborenes.

Im Einzelfall ist nach ausführlicher Aufklärung und Beratung des Paares auch ein Kaiserschnitt auf Wunsch möglich.
Team im Sectiosaal
Darstellung der Gebärmutter vor Eröffnung zur Kindsentwicklung
Eröffnung der Bauchdecke
 
Bereits während des Kaiserschnitts oder danach wird das Neugeborene direkt auf die Brust der Mutter gebettet. Durch diesen engen Kontakt werden die Mutter- und Kindbeziehung sowie auch der unmittelbare Beginn des Stillens ohne Verzögerung gefördert.
 

Ambulante Geburt

Bei uns besteht auch die Möglichkeit der ambulanten Geburt. Nach einer normalen Spontangeburt können Sie nach vier bis sechs Stunden nach unauffälligen Kontrollen wieder nach Hause.

Ist es Ihr Wunsch, ambulant zu gebären, ist es notwendig, vorgängig eine Hebamme zu organisieren, die Sie im Wochenbett zu Hause betreut, sowie einen Kinderarzt, der Ihr Kind am fünften Lebenstag untersucht.

Damit Sie die ersten Tage mit Ihrem Kind und Ihrem Partner zu Hause geniessen können, empfiehlt es sich, vor der Geburt eine Haushaltshilfe zu organisieren.