Die Medizinische Onkologie beschäftigt sich mit der medikamentösen Behandlung von Krebserkrankungen. In enger Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen gehören aber ebenso Fragen der Prävention (Vorsorge), der Früherkennung, der Nachsorge nach erfolgreicher Behandlung, der Beratung z.B. bei vermuteter erblicher Belastung und der palliativen (lindernden) Betreuung bei nicht heilbaren Krebserkrankungen dazu.
Was ist Krebs?
Krebserkrankungen zeichnen sich durch eine unkontrollierte Vermehrung und Ausbreitung von kranken Zellen eines Körpers aus. Dabei können Krebszellen Knoten (Tumoren) bilden und sich auch in andere Körperteile ausbreiten (Metastasen). Es werden rund 150 verschieden Arten von Krebs unterschieden. In der Schweiz erkranken rund 40% aller Menschen einmal in ihrem Leben an einer Art von Krebs, wobei das Risiko mit steigendem Alter zunimmt. Rund ein Viertel der Schweizer stirbt an einer Krebserkrankung.
Wie wird Krebs behandelt?
Da jede Art von Krebs je nach Lokalisation und Ausdehnung einer spezifischen Behandlung bedarf, ist die enge Zusammenarbeit der beteiligten Spezialisten von entscheidender Bedeutung, so z.B. der Radiologen (Röntgen), der Pathologen (Gewebsuntersuchung), der Chirurgen, der Gynäkologen und der Radioonkologen (Bestrahlungen). Je nach Tumorart sind noch andere Spezialisten beteiligt. Ein wichtiges Instrument dieser Zusammenarbeit ist ein regelmässig stattfindendes interdisziplinäres Tumorboard, an dem Diagnose und Behandlung von PatientInnen mit einer neuen Krebserkrankung besprochen werden.
Welche Medikamente werden gegen Krebs eingesetzt?
Ein wesentlicher Bestandteil der Medizinischen Onkologie ist die Planung und Durchführung von medikamentösen Krebsbehandlungen. Für viele PatientInnen kommen Chemotherapien zum Einsatz, entweder als Infusion oder auch in Tablettenform. Diese Medikamente greifen Krebszellen an und bringen sie zum Absterben oder verlangsamen ihr Wachstum. Neuere Therapiekonzepte setzen auch sogenannte „gezielte Therapien“ (targeted therapies) ein: Für einzelne Erkrankungen stehen neuere, massgeschneiderte Medikamente (kleine Moleküle) zur Verfügung, die gezielt einen bestimmten Vorgang in diesen Krebszellen blockieren und sie so bekämpfen. Teils können auch Immuneiweisse (monoklonale Antikörper) eingesetzt werden, die sich z.B. gezielt an die Oberfläche von Tumorzellen binden und diese so bekämpfen können.
Krebs – mehr als eine Geschwulst!
Viele Krebserkrankungen bedeuten einen Einschnitt in ein Leben und betreffen den ganzen Menschen und sein Umfeld. Sie verunsichern, können Ängste auslösen, Anlass zu Reflexionen über Lebensfragen geben oder auch konkrete finanzielle Probleme schaffen. Entsprechend ist oft die persönliche Beratung wichtig, sei es durch eine Pflegefachperson, eine Ärztin, eine Sozialarbeiterin, einen Psychoonkologen oder die (Spital)seelsorgerin.
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