15.11.2018

KSB wird erstes Referenzzentrum für Hernien-Chirurgie in der Schweiz

Das KSB erhält die entsprechende Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV).

Insgesamt gibt es im deutschen Sprachraum bloss neun Kliniken mit der höchsten Zertifikatsform für Hernien-Chirurgie.

Um ein solches Gütesiegel zu erhalten, muss eine Klinik in Bereichen wie beispielsweise OP-Infrastruktur, Fallzahlen, Komplexität der Eingriffe und Qualitätsstandards höchsten Ansprüchen genügen. Ob die vorgegebenen Kriterien erfüllt werden, überprüfen Experten der DGAV jeweils bei einer Inspektion vor Ort.

„Das Zertifizierungsverfahren war äusserst anspruchsvoll. Umso erfreuter sind wir, dass wir die Zertifizierung ohne Auflagen erreicht haben. Das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, sagt Professor Antonio Nocito, Direktor des Departementes Chirurgie am KSB. Besonders gut schnitt das KSB bei den Komplikationsraten ab, wo es Werte weit unter dem Durchschnitt vorweisen kann.

Hernien gehören zu den häufigsten Erkrankungen

Nocito und sein Team nehmen am KSB jährlich rund 600 Hernien-Operationen vor. Bauchwandbrüche, wie Hernien auch genannt werden, gehören zu den häufigsten chirurgischen Problemfeldern. Sie entstehen, wenn das Bauchfell – die dünne Hautschicht, die Darm, Leber, Magen, Milz und die innere Bauchwand auskleidet – durch eine Muskellücke aus dem Bauchraum tritt. Durch diesen Bruchsack können Bauchorgane nach aussen beziehungsweise in den Brustbereich gelangen, was für die Betroffenen sehr schmerzhaft ist.

Um das Problem zu beheben, kommt man in den meisten Fällen nicht um einen chirurgischen Eingriff umhin. Die Hernien-Chirurgie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten von einer aufgrund ihrer Häufigkeit als Bagatelle angesehenen Operation zu einer wichtigen Subspezialität der Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) entwickelt.

Als Referenzzentrum wird das KSB auch im Bereich Forschung und Lehre eine bedeutende Rolle spielen. Derzeit sind zwei hernienspezifische Studien im Gang, und am 28. November 2018 findet eine Weiterbildung für Ärzte statt, an der erstmals laparoskopische Hernieneingriffe live in den Hörsaal übertragen werden.

Wissen, wie man Hernien operiert: Die KSB-Chirurgen Antonio Nocito, Andreas Keerl und Sebastian Soppe (von links nach rechts). Das KSB ist das einzige Referenzzentrum für Hernien-Chirurgie in der Schweiz
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