Wird der Knorpel Ihres Hüftgelenkes zerstört und fehlt er danach an einer Stelle, reibt dort Knochen auf Knochen – die Stossdämpfung und eine normale Kraftübertragung sind dann nicht mehr gewährleistet. Dies verursacht Schmerzen und Ihre Beweglichkeit wird empfindlich gestört.
Das Hüftgelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen dem Rumpf und dem Oberschenkel. Die am Gelenk beteiligten Knochenenden sind die Hüftpfanne auf der Beckenseite und der Hüftkopf auf der Oberschenkelseite. Diese beiden Knochenenden sind mit einem elastischen, gleitfähigen Gewebe bedeckt, dem Knorpel.
Der Gelenkknorpel überträgt die Kraft und wirkt dabei als Stossdämpfer, der den darunter liegenden Knochen vor übermässiger Kraft- oder Druckeinwirkung schützt. Zusammen mit der Gelenksflüssigkeit ermöglicht er eine reibungslose Bewegung der beteiligten Knochen.
Drei Entwicklungen haben die Hüftchirurgie in den letzten 10 bis 20 Jahren massgeblich verändert:
- Minimalinvasive Hüftprothesen-Implantation mit bewährten Implantaten (Langzeitergebnisse über 25 Jahre)
- Rasche Rehabilitation durch Schonung der Abduktoren-Muskulatur
- Fortschritte in der gelenkerhaltenden Chirurgie durch Hüftarthroskopie
Als eines der wenigen Zentren führen wir routinemässig sowohl die Korrektur der Offset-Störung als auch arthroskopische Labrum-Nähte und Kapselraffungen durch (z. B. bei milder Pfannendysplasie).
Die Revisionschirurgie stellt eine zunehmende Herausforderung dar, insbesondere bei älteren und kranken Patientinnen und Patienten. Dank enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Infektiologie, Intensivmedizin und Anästhesie gewährleisten wir eine hohe perioperative Sicherheit.
2015 wurde die Hüftendoprothetik am KSB als erstes Endoprothetik-Zentrum der Schweiz zertifiziert.
Hüftarthroskopie
Eine Hüftarthroskopie ist eine minimalinvasive Operation, bei der das Hüftgelenk mit einer Kamera untersucht und gleichzeitig behandelt werden kann.
Wann wird sie durchgeführt?
Zur Behandlung von Formstörungen der Hüfte oder Schäden der Knorpellippe (Labrum), bevor grössere Knorpelschäden entstehen.
Wie wird sie durchgeführt?
Über drei kleine Schnitte werden Kamera und Instrumente ins Gelenk eingeführt. Dabei können:
- Labrumverletzungen refixiert werden
- Knochenvorsprünge an Kopf oder Pfanne abgetragen werden
Dauer: ca. 2 Stunden
Nach der Operation
- Überwachung im Aufwachraum, danach Verlegung ins Zimmer
- Frühmobilisation mit Physiotherapie ab dem ersten Tag
- Verwendung von zwei Gehstöcken für 6 Wochen
- Belastung je nach Eingriff (Teil- oder Vollbelastung)
- Selbstständiges Training (Hometrainer, 3× täglich 15 Minuten)
Spitalaustritt: meist nach 1–2 Tagen
Nach dem Spitalaufenthalt
Erste 6 Wochen:
- Konsequente Nutzung von Gehstöcken
- Meist keine ambulante Physiotherapie notwendig
- Teilweise Wiedereinstieg in die Arbeit möglich
Nach 6 Wochen:
- Telefonische Kontrolle
- Beginn Physiotherapie
- Kontrolle nach 8 Wochen
Prognose
Im Alltag meist beschwerdefrei. Sportliche Belastbarkeit hängt vom ursprünglichen Knorpelschaden und der Narbenbildung ab.
Infiltrationen
Gezielte Injektionen ins Hüftgelenk dienen:
- der Schmerzdiagnostik
- der Schmerzlinderung
Verwendet werden:
- Lokalanästhetika
- ggf. Kortison
- in ausgewählten Fällen knorpelerhaltende Substanzen
Die Behandlung erfolgt durch spezialisierte Hüftchirurgen.
Revisionschirurgie
Mit steigender Zahl an Hüftprothesen nimmt auch die Zahl der Wechseloperationen zu.
Häufige Gründe:
- Materialverschleiss (v. a. Kunststoffanteile)
- Instabilität / Luxation des Gelenks
- Infektionen (auch Jahre später möglich)
Ziel der Operation:
- Wiederherstellung der Anatomie
- Erhalt der Muskulatur
- Optimale Funktion des neuen Gelenks
Dank hoher Fallzahlen und interdisziplinärer Zusammenarbeit erreichen wir eine sehr hohe Erfolgsrate – insbesondere bei komplexen Fällen wie Infektionen.