Knie

Unser Team für Kniechirurgie beherrscht alle gängigen konservativen und operativen Verfahren für die Behandlung von degenerativen und unfallbedingten Schäden des Kniegelenkes. Im Vordergrund stehen die frühe Erkennung und die Behandlung erkrankter Gelenke. Unser oberstes Ziel ist es, das Gelenk so lange wie möglich zu erhalten.

Verletzungen und Funktionsstörungen des Kniegelenks reichen von Sportverletzungen beim jungen Patienten bis zu degenerativen Gelenksveränderungen beim älteren Menschen.

Die am KSB vorhandene hervorragende Infrastruktur zusammen mit der grossen Erfahrung aller Ärztinnen und Ärzte samt dem bestens ausgebildeten Pflegepersonal garantiert in allen Fällen die beste Therapie.

Unser Angebot

Arthroskopie

Die Gelenksspiegelung ist ein minimalinvasives Verfahren zur operativen Behandlung von Kniegelenkserkrankungen.

Unter Voll- oder Teilnarkose werden über zwei kleine Hautschnitte (je ca. fünf Millimeter) eine Videokamera und Operationsinstrumente in das Kniegelenk eingeführt. Die Dauer des Eingriffes ist abhängig von den durchzuführenden Massnahmen. Die Kniearthroskopie (Ausnahme Kreuzbandersatz) wird in aller Regel ambulant durchgeführt.

Bei folgenden Erkrankungen ist eine arthroskopische Therapie möglich:

  • Ein- oder Abrisse von Innen- oder Aussenmeniskus
  • Knorpelschäden des Kniegelenkes
  • Kreuzbandverletzungen
  • Ausrenken der Kniescheibe (Patellaluxation)
  • freie Gelenkskörper (abgelöste Knorpel und Knochenstücke)
  • Erkrankungen der Gelenkschleimhaut
  • Infektion des Kniegelenkes (Gelenkempyem)

Oft sind mehrere der oben aufgeführten Ursachen verantwortlich für Schmerzen im Kniegelenk.

Ob eine Kniearthroskopie in Frage kommt, lässt sich erst nach einer genauen Untersuchung des Kniegelenkes, inklusive Röntgenuntersuchung, Sonografie und/oder Magnetresonanztomografie (MRI) sagen

Die Nachbehandlung einer Kniegelenksspiegelung organisierte unser Team unter der Leitung des verantwortlichen Arztes. In den meisten Fällen kann das Kniegelenk rasch wieder schmerzfrei bewegt werden.

Primär-Prothetik

Ein künstliches Kniegelenk (Oberflächenersatz = Knieprothese) ersetzt den defekten, abgenutzten Teil im Knie. Je nach Ausmass und Lage der Abnutzung wird eine Teil- oder eine Totalprothese eingesetzt.

Verschiedene Erkrankungen aber auch Verletzungen können oft nur mit einer Knieprothese sehr zufriedenstellend behandelt werden. Altersbedingte Arthrosen, Endzündungen, Infektionen, Durchblutungsstörungen sind als häufigste Ursachen zu nennen. Aber auch Frakturen, Meniskusverletzungen und Kreuzbandrisse können Strukturen so stark schädigen, dass im Verlauf ein Ersatz notwendig wird.

Ein operativer Eingriff dauert in der Regel rund eineinhalb Stunden. Er kann unter Teil- oder Vollnarkose durchgeführt werden. Die Prothese besteht aus hochpoliertem Metall, einer Cobalt-Chrom- Legierung, sowie einem dazwischen liegenden Kunststoffteil, der die Beweglichkeit und das gute Gleiten des künstlichen Gelenks garantiert.

Die Rehabilitation nach dem operativen Eingriff erfolgt rasch, normalerweise noch während des Aufenthaltes im Spital, der in der Regel rund eine Woche dauert. Mit einem künstlichen Kniegelenk ist vieles wieder machbar. Vielleicht nicht mehr so leicht und so intensiv wie mit einem gesunden Knie, aber in den allermeisten Fällen wieder weitgehend schmerzfrei.

Revisions-Prothetik

Infektion, Lockerung und Abrieb sind die häufigsten Gründe für das nicht mehr reibungslose Funktionieren eines künstlichen Kniegelenks.

Das Knie ist starken Belastungen ausgesetzt. Knieprothesen müssen einiges aushalten können. In den meisten Fällen und bei normaler Beanspruchung funktionieren Ersatzgelenke ohne Probleme. Die Gefahr einer Infektion im Nachhinein aber besteht. Im Laufe der Zeit können sich Gelenke auch lockern oder es macht sich Abrieb bemerkbar. Wenn nichts mehr geht, brauch der Ersatz nach spezifischer Abklärung einen Ersatz – man nennt das Revisions-Prothetik.

Je kleiner der Schaden, desto grösser ist die Aussicht auf eine erfolgreiche "Reparatur". Wenn nur der Kunststoffteil stark abgenutzt ist und ersetzt werden muss, ist das in aller Regel kaum ein Problem. Ein „kleiner“ operativer Eingriff schafft Abhilfe. Wichtig ist, dass auch kleinen Schäden grosse Beachtung geschenkt wird, denn sie stehen oft am Anfang von grösseren Komplikationen. Regelmässige Nachuntersuchungen sind daher unerlässlich. Bei ungewöhnlichen Beschwerden sind Patienten gut beraten, wenn sie ihren Hausarzt oder ihren Orthopäden im Orthopädie Zentrum KSA-KSB aufsuchen

Menisken, Scheiben, Bänder

Bänder, Menisken und Knorpelflächen stabilisieren das Knie. Sie sind dafür verantwortlich, dass wir ohne Schmerzen und gut geführt gehen können. Manchmal sind sie aber auch dafür verantwortlich, dass wir nicht mehr schmerzfrei und flüssig gehen können. Dann nämlich, wenn sie gerissen, abgenutzt oder entzündet sind.

Innen- und Aussenmeniskus funktionieren wie Stossdämpfer. Gilt es Meniskusgewebe (Knorpel) zu entfernen, so tun wir dies sehr sparsam. Denn fällt die Pufferwirkung und Steuerung der Menisken weg, kann das Kniegelenk rasch einmal grösseren Schaden nehmen.

Behandlungen der Menisken, der Kniescheibe und der Bänder werden nach Möglichkeit mit einer Arthroskopie durchgeführt.

Geltet die Kniescheibe (Patella) in der Knorpelrinne am Oberschenkelknochen unkontrolliert, spricht man von einer Instabilität. Im Rahmen eines Unfalls kann dies bis zum Ausrenken (Luxation) führen. Dabei kommt es meist zu starken Schmerzen und einer Gelenksblockade. Die Kniescheibe muss wieder eingerenkt werden. (Für konservative Behandlungsmöglichkeiten bitte auf Konservative Therapien klicken.)

Uns stehen die verschiedensten chirurgische Verfahren zur Verfügung:

  • Tuberositas - Osteotomie: Zur Verbesserung der Führung und Zentrierung der Kniescheibe wird der Ansatz der Kniescheibensehne am Schienbein abgelöst (Osteotomie) und in die korrekte Position gebracht. Die Fixation erfolgt mit Schrauben.
  • Trochlea-Plastik: Ist an der Gleitrinne der Patella am Oberschenkel keine ausreichende Vertiefung (Dysplasie) vorhanden, kann diese operativ bei gleichzeitiger Schonung des Knorpels vergrössert und Bänder gestrafft werden.

Das Kreuzband verläuft im Zentrum des Kniegelenkes schräg vom Oberschenkel zum Schienbein. Zusammen mit dem hinteren Kreuzband, den Seitenbändern und den Menisken ist das vordere Kreuzband für die stabile Führung des Kniegelenks verantwortlich. Häufig geht die Verletzung des Kreuzbandes mit weiteren Schäden an Menisken und Seitenbändern einher. Auch der Gelenksknorpel kann durch einen Unfall geschädigt werden.

Die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes wird arthroskopisch durchgeführt. In den meisten Fällen wird eine Beugesehne an der Oberschenkelinnenseite entnommen. Aus dieser Sehne wird das Transplantat hergestellt.

Das vordere Kreuzband kann auch genäht werden. Allerdings muss der Entscheid rasch fallen und der Eingriff schnell erfolgen, spätestens vier Wochen nach dem Unfall.

Welche Therapie bei welcher Verletzung die richtige ist, besprechen Patientinnen und Patienten mit Vorteil mit unseren Spezialistinnen und Spezialisten.

Konservative Therapien

Die Orthopäden am KSB sind keine „Aufschneider“. Wenn immer möglich, verschreiben sie konservative Therapien.

Konservative Therapien für Patienten mit Kniebeschwerden gibt es viele. Es gibt seriöse und weniger seriöse Anbieter. Versprochen wird viel. Es braucht eine genaue Abklärung und Beratung.

Belasten ja – aber richtig. Physikalischen Therapie, Bewegungsschulung, Aerobic, Muskelaufbau an unterschiedlichen Geräten, Massage, Tapen, Elektrostimulation, Ultraschall oder auch Diathermie – welche Methode man auch immer wählt, man tut gut daran, sich in die Hände von Spezialistinnen zu begeben. Sicher gut beraten ist, wer sich mit der Physiotherapie im KSB in Verbindung setzt. Zusammen mit der Orthopädie kann so das beste Programm erarbeitet werden.

Ein gerissenes Kreuzband muss nicht in jedem Fall operiert werden. Viele Faktoren beeinflussen die Entscheidung. Patienten stützen sich mit Vorteil auf unsere fachärztlichen Untersuchungen.

Entscheidend ob operiert werden soll oder nicht, sind auch das Alter und die Aktivitäten (Sport, berufliche Belastung, etc.) der Patienten. Die Kreuzbandoperation stellt in den meisten Fällen keine Notfalloperation dar. Das heisst, Patienten haben genügend Zeit mit ihrem Spezialisten die möglichen Therapien ausführlich zu besprechen.

Tritt eine Patellaluxation (Ausrenken der Kniebscheibe) zum ersten Mal auf, kann man möglicherweise auf einen operativen Eingriff verzichten. Eine Besserung erreicht man meist durch Physiotherapie und stabilisierende Bandagen. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Luxation jedoch ist gross (30-50%).

Beinachskorrekturen

Mit einer Beinachskorrektur werden Fehlstellungen der Knochen behoben. Am Kniegelenk vor allem um die Belastungen gleichmässiger zu verteilen.

„Osteotomie“ ist griechisch und lässt sich mit Knochenschnitt übersetzen. Im Kniegelenk wird sie vor allem bei Patienten mit starken X- oder O-Beinen angewendet. Solchen Patienten drohen, wegen der starken Verschiebung der Achsen und der sich daraus ergebenden Fehlbelastungen, im Laufe der Zeit grössere Gelenksschäden.

Am Anfang steht wie bei allen operativen Eingriffen die genaue Diagnostik mit klinischer Untersuchung und Röntgenanalyse. Anhand von exakten Messungen wird die optimale Korrektur festgelegt. Am Bildschirm wird der Eingriff simuliert. Es wird zwischen einer schliessenden und einer öffnenden Osteotomie unterschieden. Bei beiden Verfahren wird der Knochen nie ganz durchtrennt. Entweder wird zum Korrigieren ein Keil entnommen, um den Knochen einzuschwenken oder ein kleiner Spalt gefräst, um den Knochen auszuschwenken. Wie auch immer: Der Eingriff ist für die Patienten gut zu bewältigen. Schon am Tag nach der Operation darf aufgestanden, nach sechs Wochen können Krücken entwöhnt werden.