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54 Quadratmeter Zuversicht

26. Oktober 2026

Wer auf dem KSB-Gesundheitscampus unterwegs ist, kann es kaum übersehen: Sechs Meter hoch und neun Meter breit ist das neue Kunstwerk, das die Fassade zwischen den beiden Partnerhäusern ziert. Auf 54 Quadratmetern entfaltet sich eine filigrane Komposition aus Pflanzen, Licht und Schatten. Geschaffen hat sie die Badener Künstlerin Dominique Eliane Girod. Ihr Werk trägt den Titel «Confiance» – französisch für Vertrauen und Zuversicht.

Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Visarte Aargau. Das KSB stellte dafür eine grossflächige Betonfassade zur Verfügung. Sechs Kunstschaffende reichten ihre Entwürfe ein. Neben der Kunstkommission konnten auch die rund 3600 Mitarbeitenden des KSB darüber abstimmen, welcher Entwurf die Fassade schmücken soll. Die Wahl fiel auf «Confiance» von Dominique Eliane Girod.

Bild am Bau
Leuchtendes Beispiel: Das Wandbild «Confiance» während der Nacht.

Ein Stück Garten für das Spital

Die Inspiration für das Werk fand die Künstlerin in ihrem eigenen Garten. Während des heissen Sommers verbrachte sie dort viel Zeit im Schatten der Bäume und beobachtete, wie Sonnenstrahlen durch das Blätterdach fielen und immer neue Muster auf den Boden zeichneten. «Die Kühle, das sanfte Lichtspiel und die gedämpften Farben unter den Bäumen haben mir geholfen, herunterzufahren und Abstand vom Alltag zu gewinnen», erzählt Girod.

Diese Atmosphäre wollte sie in ihrem Kunstwerk festhalten. Dafür wagte sie sich auf ungewohntes Terrain: Obwohl Zeichnen bislang nicht zu ihren bevorzugten Ausdrucksformen gehörte, griff sie zu Papier und Stift. Inspiriert von Pflanzen, Heilkräutern und Lichtreflexen entwickelte sie eine filigrane Komposition.

Auch der Titel hat eine persönliche Bedeutung. «Ich musste darauf vertrauen, dass dieses Experiment gelingt. Das brauchte Zuversicht und Vertrauen. Deshalb heisst das Bild ‹Confiance›», erklärt die Künstlerin. Gleichzeitig schlägt sie damit eine Brücke zum Spitalalltag: «Vertrauen braucht man auch, wenn man – aus welchem Grund auch immer – Patient in einem Spital ist.»

Portrait Dominique Girod
Die Künstlerin Dominique Eliane Girod.

Wenn Kunst und Architektur zusammenspielen

Für das KSB ist das Wandbild mehr als eine Verschönerung der Fassade. Es fügt sich in das Konzept der «Healing Architecture» ein, das bereits bei der Planung des Spitalneubaus eine zentrale Rolle spielte. Lichtdurchflutete Räume, begrünte Innenhöfe und eine durchdachte Architektur sollen dazu beitragen, dass sich Patientinnen und Patienten, Besuchende und Mitarbeitende wohlfühlen.

«Wir wollen nicht nur funktionale Räume schaffen, sondern eine Umgebung, in der sich Menschen wohlfühlen», sagt KSB-CEO Pascal Cotrotzo. «Kunst kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Sie bringt Abwechslung in den Spitalalltag, regt zum Nachdenken an und schafft Gesprächsstoff.»

Besonders freut Cotrotzo, dass die Mitarbeitenden in die Auswahl einbezogen wurden. Das Kunstwerk ist damit auch ein Gemeinschaftsprojekt: «Auch der Titel Confiance passt hervorragend zu einem Spital. Denn Vertrauen ist eine wesentliche Grundlage der täglichen Arbeit.»

Vom A3-Blatt zur monumentalen Fassade

Auch technisch ist das Werk bemerkenswert. Die ursprüngliche Zeichnung entstand auf einem Blatt im A3-Format. Um die feinen Strukturen auf eine 54 Quadratmeter grosse Fläche übertragen zu können, waren 48 hochauflösende Makroaufnahmen nötig. Erst durch die aufwendige digitale Aufbereitung liess sich das Motiv in der gewünschten Qualität auf die riesige Fassadenblache drucken.

«Dieses Bild kann man nicht übersehen. Und genau darum geht es uns», sagt Nicolas Witschi von der Arbeitsgruppe «Sichtbarkeit» von Visarte Aargau. «Wir wollen Kunst dorthin bringen, wo Menschen leben, arbeiten – und gesund werden.» Für Witschi ist das Projekt auch ein Zeichen gegenseitigen Vertrauens: «Ein Spital, das eine Wand dieser Grösse einer Künstlerin anvertraut, sagt damit: Wir trauen der Kunst etwas zu.»

Mit «Confiance» ist auf dem KSB-Areal ein Kunstwerk entstanden, das die Verbindung zwischen Natur, Kunst und Medizin sichtbar macht. Was im schattigen Garten der Künstlerin seinen Ursprung nahm, entfaltet nun an einer grossflächigen Fassade seine Wirkung. «Gerade in einem Spital, wo Menschen mit ganz unterschiedlichen Gedanken und Gefühlen unterwegs sind, können solche kleinen Momente viel bewirken», sagt Pascal Cotrotzo.

Visarte Vernissage
KSB-CEO Pascal Cotrotzo während seiner Ansprache an der Vernissage.

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