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Dialysezentrum Muri feiert 20-jähriges Jubiläum

22. Januar 2026

Kooperation wirkt: Wohnortnahe Versorgung dank gelebter Partnerschaft - Was 2006 mit sechs Dialyseplätzen begann, ist heute ein etabliertes Versorgungsmodell: Das Kantonsspital Baden (KSB) und das Spital Muri betreiben seit zwanzig Jahren gemeinsam ein Dialysezentrum, das jährlich rund 4’000 Behandlungen durchführt und als Beispiel gelebter integrierter Versorgung gilt.

20 Jahre Dialysezentrum Spital Muri
Das Team der Dialyse Muri wurde mit einer Torte zum 20-Jahr-Jubiläum überrascht: (v.l.) Pascal Cotrotzo, CEO KSB; Dr. med. Rahel Pfammatter, Leitende Ärztin Nephrologie und Leiterin der Dialysestation Muri; PD Dr. med. Harald Seeger, Chefarzt Nephrologie KSB; Susan Saxer, Dipl. Pflegefachfrau; Silvia Gander, Dipl. Pflegefachfrau; und Sarah Steger, Dipl. Pflegefachfrau, Mitarbeiterinnen Dialysestation KSB Muri; Jette Gentilesca, Stationsleiterin Dialyse KSB; Dr. med. Daniel Strub, CEO Spital Muri; Petra Huber-Neff, MPA Fachmitarbeiterin Interdisziplinäre Sprechstunden Dialysestation und Nephrologie Muri.

Heute ist das Dialysezentrum Muri ein modernes regionales Kompetenzzentrum für Nierenpatientinnen und -patienten aus dem Freiamt und der umliegenden Region. Jährlich werden rund 4’000 Dialysebehandlungen durchgeführt. Bis zu 30 Patientinnen und Patienten können regelmässig drei Mal pro Woche für jeweils vier Stunden zur Behandlung kommen.


«Die Freude über diese 20-jährige Kooperation ist gross», sagt Daniel Strub, CEO des Spitals Muri. Ursprünglich war die Dialyse im Hauptgebäude untergebracht. Aufgrund des steigenden Bedarfs erfolgte 2020 der Umzug in eine neue, moderne Dialysestation mit zwölf Plätzen. «Bei einer so zeitintensiven Therapie ist ein wohnortnahes Angebot ein enormer Vorteil für die Lebensqualität der Betroffenen. Es ist grossartig, dass wir diese Versorgung in Muri anbieten können.» Schweizweit sind rund 5’000 Menschen auf eine regelmässige Dialyse angewiesen – mit steigender Tendenz. Die Nähe zum Wohnort entlastet nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern auch deren Angehörige.

Integrierte Versorgung als gelebte Praxis

Auch für das KSB ist die Zusammenarbeit ein strategischer Eckpfeiler, wie CEO Pascal Cotrotzo betont: «Integrierte Versorgung und Kooperationen sind zentrale Bestandteile unserer Strategie. Die Dialyse in Muri zeigt, dass wir integrierte Versorgung bereits praktiziert haben, lange bevor der Begriff politisch etabliert war. Unser Engagement in Muri ist auch ein Bekenntnis zum Freiamt.» Die Kooperation zwischen den beiden Institutionen reicht dabei weit über die Dialyse hinaus: So wird auch in den Bereichen wie Onkologie, Brustzentrum, Viszeralchirurgie, Pädiatrie, Apotheke und Pathologie eng zusammengearbeitet.

Persönlich, kompetent und interdisziplinär

Seit 2011 werden die Dialyse und die nephrologische Sprechstunde im Spital Muri kontinuierlich von Dr. med. Rahel Pfammatter, Leitende Ärztin für Innere Medizin und Nephrologie FMH, betreut. «Wir konnten in den vergangenen zwanzig Jahren die Lebensqualität vieler Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessern», sagt Pfammatter. Die Dialysestation mit nephrologischer Sprechstunde sei heute ein fester Bestandteil der regionalen Versorgung. Nebst dem engen Austausch mit den zuweisenden Hausärzten hebt sie die Leistung des Pflegeteams hervor: «Unsere Patientinnen und Patienten werden mit viel Einfühlungsvermögen, grossem Engagement und hoher Fachkompetenz individuell und in familiärer Atmosphäre betreut.»

In den vergangenen 20 Jahren wurden rund 120 Dialysepatientinnen und -patienten in Muri behandelt. 28 von ihnen konnten dank einer Nierentransplantation ein neues Leben beginnen. Aktuell sind 25 Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 40 und 94 Jahren in Dialysebehandlung. Fünf Personen warten derzeit auf eine Spenderniere. Zudem werden regelmässig sogenannte Feriendialysen angeboten, damit Betroffene auch während Familienbesuchen oder an Feiertagen medizinisch gut versorgt bleiben.

Breites Angebot

In der nephrologischen Sprechstunde werden Nierenerkrankungen umfassend abgeklärt und individuell behandelt. Im Jahr 2025 wurden rund 800 Konsultationen durchgeführt – ein Zeichen für den steigenden Bedarf und das grosse Vertrauen. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen dem KSB und dem Spital Muri ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung, inklusive Labor- und radiologischer Diagnostik, Diabetes- und Ernährungsberatung, Wundambulatorium, Tagesklinik sowie stationärer Versorgung. Spezialistinnen und Spezialisten des KSB unterstützen unter anderem bei Nierenbiopsien, notfallmässigen Dialysen oder der Anlage der notwendigen Gefässzugänge.

Wichtige Ausbildungsstätte

Auch die ärztliche Weiterbildung ist Teil des Erfolgsmodells: Seit 2013 absolvieren Assistenzärztinnen und -ärzte der Inneren Medizin viermonatige Rotationen in der Nephrologie und Dialyse. Von rund 40 Assistenzärztinnen und -ärzten konnten in den letzten Jahren fünf für den Facharzttitel Nephrologie gewonnen werden.


PD Dr. med. Harald Seeger, Chefarzt Nephrologie am KSB, würdigt die Zusammenarbeit folgendermassen: «Die Kooperation zwischen dem KSB und dem Spital Muri ist von gegenseitigem Vertrauen geprägt und funktioniert seit 20 Jahren hervorragend. Sie zeigt, wie erfolgreiche Zusammenarbeit auf Augenhöhe aussieht – pragmatisch, verlässlich und konsequent im Interesse der Patientinnen und Patienten.»

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