Das Kantonsspital Baden (KSB) hat im Geschäftsjahr 2025 sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich so viele Patientinnen und Patienten wie noch nie behandelt. Der Betriebsertrag auf Stufe EBITDA konnte gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden. Er beträgt 32,8 Millionen Franken, was einer EBITDA-Marge von 6,2 Prozent entspricht. Auch wenn der mittelfristig angestrebte Zielwert von 10 Prozent noch nicht realisiert ist, hat das KSB im Jahr des Bezugs seines Neubaus ein positives Zeichen gesetzt.

Mit 23'913 stationären Behandlungen und 385'212 ambulanten Konsultationen hat das KSB im Jahr 2025 einen neuen Patientenrekord erzielt – und dies trotz eines teilweise Seite 1/4 eingeschränkten Betriebs infolge des Umzugs in den Neubau. Die Zunahme in diesen Bereichen betrug 4,4 respektive 5,6 Prozent. Bemerkenswert ist, dass dieses Wachstum nicht zulasten der Qualität ging. Der von der unabhängigen Firma Swiss Qualiquest erhobene Net Promoter Score (NPS) konnte gegenüber dem Vorjahr um fünf Punkte auf +58 gesteigert werden, und auch die Weiterempfehlungsrate von 95 Prozent stellt einen erfreulichen Wert dar.
Verbesserte operative Ergebnisse
Der Betriebsertrag auf Stufe EBITDA konnte gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden und beträgt 32,8 Millionen Franken. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 6,2 Prozent. Auch wenn der angestrebte Zielwert von zehn Prozent noch nicht erreicht ist, setzt das KSB im Jahr des Bezugs seines Neubaus ein positives Zeichen. «Besonders bemerkenswert ist, dass die Personal- und Sachaufwandquoten trotz deutlicher Leistungssteigerung und erheblicher Sonderkosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Neubaus im Verhältnis zum Umsatz gesenkt werden konnten. Dies belegt den grossen Einsatz unserer Mitarbeitenden wie auch die Prozess- und Kostendisziplin», sagt KSB-CEO Pascal Cotrotzo.
Höhere Effizienz in der Patientenversorgung
Die Effizienzsteigerung spiegelt sich auch in den operativen Kennzahlen wider: Die Bettenauslastung konnte weiter optimiert werden und beträgt 87,2 Prozent. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Verweildauer erstmals in der Geschichte des KSB auf unter fünf Tage. «Dies ist nicht nur ein betriebswirtschaftlicher Erfolg, sondern auch ein Indikator für eine qualitativ hochwertige und prozessual stringente Patientenversorgung», sagt Cotrotzo.
Umsatzwachstum durch mehr Leistungen und bessere Tarife
Der Umsatz im Kerngeschäft erhöhte sich um 31,5 Millionen Franken auf 495 Millionen Franken. Der ambulante Anteil beträgt mittlerweile 42 Prozent und unterstreicht dessen strategische Bedeutung für das KSB. Neben dem Hauptstandort in Baden-Dättwil bietet das KSB seine Dienstleistungen auch an fünf Aussenstandorten in Brugg, Leuggern, Muri, Dietikon und Baden-City an. Zur positiven Umsatzentwicklung beigetragen haben neben dem Mengenwachstum auch verbesserte Entschädigungen (insbesondere höhere Baserates), optimierte Zusatzversicherungskonditionen sowie leicht höhere ambulante Tarife.
Höhere Abschreibungen führen zu Jahresverlust
Unter dem Strich resultiert dennoch zum zweiten Mal in Folge ein Unternehmensverlust, dieses Mal in der Höhe von 21,5 Millionen Franken. Hauptursache sind die deutlich höheren Abschreibungen infolge des Übergangs von einem weitgehend abgeschriebenen Altbau zu einem wieder vollständig abzuschreibenden Neubau. Seite 2/4 «Dieser Abschreibungseffekt ist strukturell bedingt und war in dieser Form absehbar», hält KSB-CFO Philippe Scheuzger im Jahres- und Lagebericht fest (siehe www.ksb.ch/jahresbericht).
Prozessoptimierungen als oberstes Gebot
Mit dem preisgekrönten Neubau, dessen Gesamtkosten sich auf 623 Millionen Franken belaufen, verfügt das KSB nun über eine Infrastruktur, die schweizweit ihresgleichen sucht. «Da wir auch medizinisch sehr gut aufgestellt sind, blicken wir optimistisch in die Zukunft. Unser Businessplan sieht vor, dass wir uns in den kommenden Jahren schrittweise dem angestrebten EBITDA-Ziel von zehn Prozent nähern», sagt Cotrotzo. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das KSB gefordert seine Abläufe und Prozesse weiter zu optimieren. Daneben brauche es Rahmenbedingungen wie kostendeckende Tarife und eine adäquate Abgeltung der Vorhalteleistungen, betont Cotrotzo.
