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KSB bringt Gesundheitsdaten in die klinische Anwendung

27. Juli 2026

Innovationspartnerschaft mit HIH Aargau und DryLabz

Das Kantonsspital Baden (KSB) startet gemeinsam mit dem Health Innovation Hub Aargau (HIH Aargau) und DryLabz den ersten klinischen Anwendungsfall auf seiner Datenplattform. Ziel des Innovationsprojekts ist es, aus vorhandenen Routinedaten neue Erkenntnisse zu gewinnen, die langfristig Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Arbeit unterstützen. Im Fokus steht zunächst der Bereich Herzinsuffizienz und die Frage, wie sich vermeidbare Spitalwiedereintritte mithilfe datenbasierter Analysen reduzieren lassen.

Herzinsuffizienz im Fokus
Herzinsuffizienz im Fokus: Das KSB startet sein erstes Projekt auf seiner Datenplattform.

Im Klinikalltag werden Laborwerte, Diagnosen, Behandlungen und Krankheitsverläufe sorgfältig dokumentiert und für die unmittelbare Patientenversorgung genutzt. Dabei entstehen täglich enorme Datenmengen. Für Forschung, Qualitätsentwicklung und datenbasierte Entscheidungshilfen lassen sich diese Informationen jedoch oft nur begrenzt auswerten. Nach Angaben des World Economic Forum bleiben Schätzungen zufolge bis zu 97 Prozent der im Gesundheitswesen entstehenden Daten ungenutzt.

Mit der Datenplattform hat das KSB die technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um vorhandene Gesundheitsdaten sicher, datenschutzkonform und verantwortungsvoll für Forschung und Innovation einzusetzen. Bereitgestellt wird sie dabei vom KSB Center of Excellence Data & AI. «Mit der KSB-Datenplattform schaffen wir die Grundlage, aus vorhandenen Gesundheitsdaten einen konkreten Mehrwert für Patientinnen und Patienten sowie unsere klinischen Teams zu gewinnen», sagt KSB-CEO Pascal Cotrotzo.

Herzinsuffizienz als erster Anwendungsfall

Den Auftakt der Zusammenarbeit bildet ein Projekt im Bereich Herzinsuffizienz. Gemeinsam untersuchen die Partner, ob sich routinemässig erhobene Laborwerte und Daten aus der elektronischen Krankengeschichte dazu eignen, Risikofaktoren für klinische Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen. Langfristig sollen die gewonnenen Erkenntnisse Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, vermeidbare Wiedereintritte ins Spital zu reduzieren.

In der ersten Projektphase geht es in erster Linie darum, die Machbarkeit zu prüfen. Analysiert werden die verfügbaren Daten, ihre Qualität und ihre Einbindung in bestehende klinische Prozesse sowie der potenzielle Nutzen der daraus gewonnenen Informationen. 

«Unsere Aufgabe beim Health Innovation Hub Aargau ist es, Innovationen im Gesundheitswesen und in der Medizintechnik voranzubringen. Dafür vernetzen wir klinische Fragestellungen, Dateninfrastrukturen und Innovationspartner, damit vielversprechende Ideen unter realen Bedingungen im Spital erprobt werden können», sagt Dr. Marjan Kraak, Managing Director des Health Innovation Hub Aargau.

Partnerschaft mit Mehrwert

Das Projekt bringt die Stärken aller drei Partner zusammen. Für das KSB ist es der erste konkrete Anwendungsfall, der das Potenzial der Datenplattform für die klinische Praxis und die Forschung aufzeigt. Der Health Innovation Hub Aargau stärkt seine Rolle als Bindeglied zwischen Gesundheitsversorgung, Technologie und Umsetzung. Das Basler Healthtech-Startup DryLabz wiederum erhält die Möglichkeit, seine datenbasierten Ansätze gemeinsam mit klinischen Fachpersonen und Datenexpertinnen und -experten unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln und zu evaluieren.

«Für DryLabz ist diese Zusammenarbeit eine wichtige Gelegenheit, unsere Technologie gemeinsam mit Klinikerinnen und Klinikern weiterzuentwickeln und anhand realer Daten, klinischer Prozesse und Versorgungsbedürfnisse zu evaluieren», sagt Norbert Farkas, CEO von DryLabz. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird das KSB zudem zum «Founding Clinical Innovation Partner» von DryLabz. Damit würdigt DryLabz die zentrale Rolle des KSB bei der frühen klinischen Entwicklung und Bewertung des Projekts.

Das gemeinsame Ziel ist es, den Weg von der Forschung in die klinische Anwendung zu verkürzen und den Nutzen bereits vorhandener Gesundheitsdaten besser auszuschöpfen. Die Erkenntnisse aus diesem ersten Projekt sollen zugleich weitere datenbasierte Innovationen auf der KSB-Datenplattform ermöglichen.

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