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Wenn Medizin persönlich wird: Das KSB blickt in die Zukunft

21. Mai 2026

Ausstellung «Engineering the Future of Health»

Krankheiten erkennen, bevor Beschwerden auftreten. Therapien entwickeln, die gezielt auf einzelne Menschen abgestimmt sind. Was vor wenigen Jahren noch wie Zukunftsmusik klang, wird in der Medizin zunehmend Realität. Das Kantonsspital Baden (KSB) zeigt nun in einer Ausstellung, wie Forschung, Datenanalyse und neue Technologien die Gesundheitsversorgung verändern – und weshalb die personalisierte Medizin als eines der grossen Zukunftsthemen gilt.

Vernissage - Engineering the Future of Health
Vernissage im KSB: Die Ausstellung «Engineering the Future of Health» zeigt Artefakte von 14 Pionierprojekten der DeepHealth-Bewegung.

Mit der Ausstellung «Engineering the Future of Health» erhalten Besucherinnen und Besucher einen Einblick in eine Medizin, die den Menschen stärker in den Mittelpunkt rückt. Anhand konkreter Beispiele wie Prostatakrebs, akuter myeloischer Leukämie oder seltener Stoffwechselerkrankungen zeigt die Ausstellung, wie genetische Informationen, molekulare Analysen und digitale Technologien dazu beitragen können, Krankheiten präziser zu diagnostizieren und Therapien gezielter einzusetzen.

Dabei versteht sich die Ausstellung nicht als Blick in eine ferne Zukunft. Vielmehr macht sie sichtbar, wie viele Entwicklungen bereits heute in Forschung und Klinik ihren Anfang nehmen. Die Besucherinnen und Besucher reisen gedanklich ins Jahr 2047 – in eine Zeit, in der zahlreiche medizinische Verfahren längst Alltag geworden sind, die heute noch als visionär oder kaum realisierbar galten.

Von der Forschung in den klinischen Alltag

«Klinische Forschung ist der Schlüssel, damit medizinische Innovationen nicht im Labor bleiben, sondern den Patientinnen und Patienten tatsächlich zugutekommen», sagte KSB-CEO Pascal Cotrotzo an der Vernissage. «Gerade die Zusammenarbeit zwischen einem Akutspital wie dem KSB und Institutionen wie der ETH Zürich oder dem Paul-Scherrer-Institut schafft die Voraussetzungen dafür, neue Erkenntnisse schneller in die Praxis zu überführen.» 

Die Wanderausstellung, die bis Ende Juni im KSB gastiert, verbindet Wissenschaft mit Kunst und gesellschaftlichen Fragestellungen. Artefakte, Kunstdrucke, Texte, Videos und Audiobeiträge erzählen die Geschichte von vierzehn Pionierprojekten, die den Weg für die personalisierte Medizin geebnet haben.

Die subversive Kraft der Wissenschaft

Kurator Adrian Christopher Notz bezeichnet die Ausstellung als «Hommage an die subversive Kraft der Wissenschaft». Der ehemalige Leiter des Programms AI+Art am ETH-Artificial-Intelligence-Center und frühere künstlerische Leiter des Cabaret Voltaire bewegt sich seit Jahren an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie. 

In der Ausstellungsbroschüre beschreibt er, wie Forschende der ETH Zürich mit dem Programm PHRT (die Abkürzung steht für «Personalized Health and Related Technologies») ab 2017 die Grundlagen für eine neue Ära der Medizin legten: «Ihr Ansatz war radikal: Anstatt Krankheiten
allgemein zu bekämpfen, sollten deren zugrunde liegende Mechanismen entschlüsselt werden, um Behandlungen zu ermöglichen, die auf den einzelnen Menschen zugeschnitten sind.»


Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine gedankliche Reise ins Jahr 2047. «Viele der heutigen medizinischen Standards erschienen in den 2020er-Jahren utopisch, zu kostspielig oder schlichtweg unrealisierbar», heisst es im Begleittext. «Die Ausstellung blickt auf die Anfänge der DeepHealth-Bewegung zurück, die den Grundstein für wissenschaftliche Durchbrüche und damit für die Verbesserung der Gesundheit von Millionen von Menschen legte.»


Die Präsentation der vierzehn von insgesamt 133 Pionierprojekten des PHRT-Programms richtet sich an Patientinnen und Patienten, Angehörige, Fachpersonen sowie alle Interessierten, die erfahren möchten, wie die Medizin von morgen entsteht. Sie ist im 1. Stock des Atriums im KSB-Neubau zu sehen und frei zugänglich.

Vernissage - Engineering the Future of Health
Vernissage der Ausstellung «Engineering the Future of Health»: KSB-CEO Pascal Cotrotzo, Kurator Adrian Christopher Notz und Daniel Heller, Präsident des Verwaltungsrates des KSB, im Gespräch.

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