Dr. med. Andreas Kattner hat die Leitung der Hüftchirurgie am KSB am 1. Juli 2025 übernommen und tritt die Nachfolge von Dr. Tobias Bühler an. Er ist auf offene und arthroskopische Hüft- und Beckenchirurgie spezialisiert und hat schon über 1000 Operationen durchgeführt.
Ans KSB stiess er im Jahr 2019. Während seiner Ausbildung zum Facharzt hat er neben dem KSB die Ausbildung im Regionalspital Emmental und der Schulthess Klinik absolviert. Nach seinem Facharzt spezialisierte er sich im Bereich der offenen und arthroskopischen Hüft- und Beckenchirurgie und hatte seit einem Jahr die stellvertretende Leitung des Bereichs Hüftchirurgie inne.
Im Fragebogen verrät Andreas Kattner, neuer Leiter Hüft- und Beckenchirurgie am KSB, was ihn bewegt – und warum er eine Patientin gleich 16-mal operieren musste.
Herr Kattner, worauf freuen Sie sich als neuer Leiter Hüft- und Beckenchirurgie?
Auf ein Team, das täglich über sich hinauswächst. Wir wollen die Hüft- und Beckenchirurgie nicht nur auf Topniveau halten, sondern immer wieder neue Ideen und Innovationen einbauen – aber so, dass es wirklich Sinn für unsere Patientinnen und Patienten ergibt.
Was ist für Hüfte und Becken schädlich?
Chronische Überbelastung, falsche Belastungsmuster und zu wenig Bewegung. Wer rastet, der rostet, das gilt im wahrsten Sinn des Wortes.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?
Einmal eine Rallye mit Walter Röhrl fahren.
Welches ist die grösste Herausforderung während einer Hüft-OP?
Das ist ein faszinierendes Zusammenspiel: Auf der einen Seite kommen Hammer und Säge zum Einsatz, auf der anderen Seite arbeiten wir mit einem äusserst filigranen Kugelgelenk, das nur durch Spannung und korrekte Lage funktioniert.
Haben Sie ein verstecktes Talent?
Man munkelt, ich könne gut singen.
Wie halten Sie sich fit?
Ein bunter Mix aus Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit – dazu gerne aufs Velo und in die Berge zum Wandern. Und der wichtigste Punkt: genug Schlaf!
Hüfte oder Becken: Welches ist Ihr «Lieblingsgelenk» und warum?
Ganz klar die Hüfte! Sie ist das Gelenk, das uns durchs Leben trägt. Ohne Hüfte kein Gehen, keine Mobilität, kein aktiver Alltag. Genau das macht unsere Lebensqualität aus.
Was ist Ihre persönliche «kleine Sünde» im Alltag?
Psst… wenn niemand hinschaut, ziehe ich mir manchmal die rechte Socke am linken Fuss an.
Woran denken Sie gerne zurück?
An den Moment, als ich meine Töchter das allererste Mal im Arm halten durfte.
Wann mussten Sie das letzte Mal eine Ausrede aus der Hüfte schiessen?
Ausreden sind nicht mein Ding. Ich versuche immer offen zu kommunizieren und mich den Konsequenzen zu stellen.
Was ist das Schönste an Ihrem Beruf?
Die Möglichkeit, Leben lebenswerter zu machen – und das mit Innovation, Präzision und Empathie.
Hand aufs Becken: Was war der verrückteste Fall, den Sie je operiert haben?
Jeder Eingriff hat seine Überraschungen. Verrückt ist dabei oft die Kombination aus hoher Komplexität, Vorkenntnissen und dem Vertrauen des Patienten in unser Team. Eine Patientin musste ich 16-mal operieren, das war aussergewöhnlich: Zuerst, um ihr Leben zu retten, dann um ihre Gliedmasse zu erhalten und am Ende, um ihr wieder ein normales Leben zu ermöglichen.
Kaffee schwarz oder mit Milch?
Mit Milch.
Beenden Sie folgenden Satz: Wenn ich nicht Orthopäde geworden wäre, …
… wäre ich Lehrer für Sport und Geschichte.
Sind Sie eher der Typ «fest im Becken» oder «locker in der Hüfte»?
Eher fest im Becken, denn Stabilität ist die Grundlage für Beweglichkeit.
Welche Handy-App verwenden Sie am häufigsten?
Kalender und Erinnerungen, sonst bekomme ich Familie und Job nicht unter einen Hut.
Wer hat Sie nachhaltig beeindruckt?
Zuletzt die KSB-Mitarbeitenden. Wie sie den Umzug ins neue Haus gestemmt haben, war beeindruckend. Wir Ärztinnen und Ärzte haben fast nichts davon mitbekommen, so reibungslos lief alles weiter – sowohl auf der Station als auch im OP. Alle haben sich sehr ins Zeug gelegt, dass die Arbeit im neuen Spital effizient und auf Spitzenniveau weitergeführt werden kann.
Was ist für Sie ein No-Go?
Ich schätze Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sehr. Wenn diese beiden Werte fehlen, funktioniert Teamwork einfach nicht.
Welches Buch liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?
Globi im Reich der Tiere.
Gibt es eine Lebensweisheit, nach der Sie leben?
«Die Seele hat die Farben deiner Gedanken.» Marc Aurel hat es auf den Punkt gebracht.