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Patienten-Tablet im KSB: Mehr Komfort für Patienten, mehr Zeit für die Pflege

13. Juli 2026

Ein Kaffee, Schmerzmittel oder eine Frage an die Pflege? Früher bedeutete das oft Warten oder Klingeln. Im KSB genügt heute ein Tipp mit dem Finger auf das Patienten-Tablet. Das digitale Terminal erleichtert den Alltag für Patientinnen und Patienten ebenso wie für die Mitarbeitenden. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, verändert den Aufenthalt stärker, als viele vermuten.

Fünfter Stock, Station 54, im Neubau des KSB. Urs Berner hat seine Darmoperation gut überstanden. Der gröbste Teil liegt hinter dem 68-Jährigen, jetzt beginnt die Erholung. Auf dem Nachttisch liegt kein Stapel Informationsbroschüren, sondern ein Tablet, das daran befestigt ist. Als der Pensionär Lust auf einen Kaffee hat, tippt er auf den Bildschirm. «Ich dachte zuerst, ich komme damit nicht zurecht», gibt er zu. Von wegen. Die Menüführung bringt ihn schnell zu seinem gewünschten Ziel. Es genügen wenige Berührungen und sein Wunsch wird automatisch an die zuständige Mitarbeiterin der Hotellerie weitergeleitet. Wenige Minuten später steht eine dampfende Tasse Kaffee neben ihm. 

Zugegeben, es tönt nach einer Szenerie aus einem perfekt inszenierten Werbespot. Doch so sieht der Spitalalltag im KSB aus Sicht der Patienten heute aus. Was für Urs Berner nach wenigen Minuten selbstverständlich wirkt, basiert auf einer digitalen Vernetzung im Hintergrund. Das sogenannte Bedside-Terminal, im KSB besser als Patienten-Tablet bekannt, vernetzt Pflege, Hotellerie und weitere Servicebereiche. Jede Anfrage wird automatisch an das zuständige Team weitergeleitet – ohne Umwege und ohne Missverständnisse.

Bedsideterminal

Mehr Service für Patienten

Das Tablet begleitet die Patientinnen und Patienten während ihres gesamten Aufenthalts. Getränke oder zusätzliche Dienstleistungen lassen sich ebenso einfach bestellen wie Unterstützung durch die Pflege oder eine private Beratung. Auch können auf dem Tablet das Mobiltelefon geladen, ferngesehen, Radio gehört oder kleine Games gespielt werden. Das Wichtigste aber: Viele Anliegen können die Patientinnen und Patienten selbstständig erledigen. Dadurch erhalten sie schneller Rückmeldung.

Für die Patienten bedeutet das kürzere Wartezeiten und mehr Komfort. Gleichzeitig gewinnen die Pflegenden Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: die Betreuung der Patientinnen und Patienten.

Bedside-Terminal bewährt sich

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigen nicht nur die Rückmeldungen aus dem Alltag, sondern auch die Zahlen. Seit der Einführung des Patienten-Tablets im Sommer 2025 wurden allein im ersten Halbjahr:

  • 7'280 Bestellungen bei der Hotellerie ausgelöst,
  • 6'691 Pflegeaufrufe direkt über das Tablet erfasst,
  • 2'030 Anfragen für private Beratungen gestellt.

Noch eindrücklicher als die Zahlen sind die Erkenntnisse aus dem Spitalalltag. Die Hotellerie verzeichnet heute 30 Prozent weniger unqualifizierte Patientenrufe. Gleichzeitig spart die Pflege bis zu drei Stunden Laufwege pro Station und Tag. Zeit, die nicht auf den breiten Korridoren des Neubaus verloren geht, sondern den Patienten zugutekommt.

 «Das Bedside-Terminal zeigt eindrücklich, wie Digitalisierung dort Wirkung entfaltet, wo sie konkret gebraucht wird: am Patientenbett», sagt Michèle Schmid, Pflegedirektorin des KSB. Angesichts von fast tausend zusätzlichen stationären Patientinnen und Patienten im vergangenen Jahr ergänzt sie: «Die digitalen Helfer, die uns im Alltag unterstützen, sind äusserst willkommen und von grossem Nutzen.»

Dass das Konzept überzeugt, zeigt auch die Nominierung des KSB mit dem Bedside-Tablet für den Viktor Award 2026 in der Kategorie «Pionierleistung im Schweizer Gesundheitssystem». Gemeinsam hat das KSB das Tablet mit hiesigen Unternehmen Trifact mitentwickelt.

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«Das Bedside-Terminal zeigt eindrücklich, wie Digitalisierung dort Wirkung entfaltet, wo sie konkret gebraucht wird: am Patientenbett.»

Michèle Schmid

Pflegedirektorin des KSB

Digitalisierung, die man spürt

Auch Christa Locher, Leiterin Service Hotellerie, erlebt die Vorteile des Patienten-Tablets täglich. «Unsere Patientinnen und Patienten sollen sich auf ihre Genesung konzentrieren können. Das Bedside-Terminal nimmt ihnen viele Unsicherheiten ab. Ihre Wünsche gelangen direkt zu den richtigen Mitarbeitenden. Gleichzeitig gewinnen unsere Teams wertvolle Zeit für das, was im Spital am wichtigsten ist: den persönlichen Kontakt.»

Patienten verstehen die Menüführung intuitiv

Auch Urs Berner ist von dem Bedside-Terminal begeistert: «Ich war überrascht, wie intuitiv das funktioniert. Ich musste nie gross überlegen, wie ich vorgehen und an wen ich mich wenden muss. Das hat vieles vereinfacht», sagt der 68-Jährige aus Mellingen und fügt an: «Das Tablet hat meinen Aufenthalt angenehmer gemacht.»

Zwei Tage später ist es so weit. Urs Berner kann das KSB verlassen. Ein letztes Mal nimmt er das Patienten-Tablet zur Hand. Er meldet sich bei der Pflege, dass er abholbereit ist. Dann schiebt er das Gerät zur Seite, schliesst seine Reisetasche und wirft einen letzten Blick durchs Zimmer. Wenig später steht seine Tochter in der Tür.

Urs Berner geht. Das Tablet bleibt zurück. Für eine Mitarbeitende des Service Hotellerie genügen auf dem Bedside-Terminal dann wenige Klicks, um den Austritt abzuschliessen. Automatisch werden die Reinigung und der Bettentransport informiert, sodass das Zimmer innert kurzer Zeit wieder für den nächsten Patienten bereitsteht. Auch das Tablet wird desinfiziert, zurückgesetzt und neu eingerichtet. Bald wird es den nächsten Patienten durch seinen Aufenthalt im KSB begleiten.


Text: Simon David • Geprüft von: Christa Locher, Leiterin Service Hotellerie

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