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Fettleber: Aushungern mit gesunder Ernährung

12. Januar 2026

Sie arbeitet unermüdlich im Hintergrund, steckt einiges weg und meldet sich kaum zu Wort – selbst dann nicht, wenn es ernst wird: die Leber. Eine Fettleber bleibt oft unbemerkt, verursacht keine Schmerzen oder sichtbare Warnzeichen. Umso entscheidender ist der Lebensstil, der darüber bestimmt, ob dieses Organ gesund bleibt oder leidet.

Die Schaltzentrale des Stoffwechsels

Die Leber ist eines der grössten Organe des menschlichen Körpers und die zentrale Schaltzentrale des Stoffwechsels. Rund drei Millionen Leberzellen übernehmen täglich bis zu 500 biochemische Aufgaben. Sie wandelt Nährstoffe um, speichert Energie, baut Schadstoffe ab und entgiftet den Körper. Selbst nach Verletzungen kann sie sich regenerieren und wieder nachwachsen.

Doch diese Leistungsfähigkeit hat ihre Grenzen. Gerät die Leber bei der Verarbeitung von Fettsäuren ins Hintertreffen, lagert sie überschüssiges Fett direkt im Lebergewebe ein. So entsteht schleichend eine Fettleber, und das meist ohne Schmerzen, ohne äussere Anzeichen. Deshalb bleibt sie lange Zeit unbemerkt. Das bestätigt auch Claudia Keerl, Leitende Ärztin Gastroenterologie am KSB: «Viele Patienten kommen erst zu uns, wenn es zu spät ist.»

Das sind die zwei Formen der Fettleber

Medizinisch unterscheidet man zwei Hauptformen:

  • Alkoholische Fettleber: Sie entsteht durch langjährigen, übermässigen Alkoholkonsum.
  • Nichtalkoholische Fettleber (NAFLD): Deutlich häufiger und eng verbunden mit Übergewicht, fettreicher und zuckerreicher Ernährung sowie Bewegungsmangel.

Gerade die nichtalkoholische Fettleber kann eine gefährliche Kettenreaktion auslösen. Sie begünstigt Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder das metabolische Syndrom, die wiederum die Verfettung der Leber verstärken. Bleibt dieser Prozess unbehandelt, kann sich die Leber entzünden und eine Fettleberhepatitis entsteht. In schweren Fällen drohen Leberzirrhose oder Leberkrebs.

Die erstaunliche Selbstheilung der Leber

Die gute Nachricht: Eine nichtalkoholische Fettleber kann sich zurückbilden. Solange keine Zirrhose vorliegt, ist eine vollständige Erholung möglich. Entscheidend dafür ist das Abnehmen. Bereits ein Gewichtsverlust von drei bis fünf Prozent reicht oft aus, um das Fett in der Leber deutlich zu reduzieren.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung bildet dabei die Basis. Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte entlasten den Stoffwechsel. Auch Intervallfasten kann helfen, das Gewicht nachhaltig zu senken. Von radikalen Diäten ist hingegen abzuraten, da eine einseitige, stark kalorienarme Ernährung zu Mangelerscheinungen führen kann, insbesondere bei bestehenden Lebererkrankungen.

Leberfreundlich essen und kochen

Die Leber bevorzugt bittere, scharfe und würzige Lebensmittel. Besonders geeignet sind Artischocken, Chicorée, frische Kräuter sowie Gewürze wie Knoblauch, Rosmarin, Kurkuma und Chili.

Auch Kaffee wirkt sich positiv aus: Studien zeigen, dass regelmässiger Konsum mit einem deutlich reduzierten Risiko für Lebererkrankungen verbunden ist. Vorsicht ist hingegen bei Fruchtsäften geboten. Ihr hoher Fruchtzuckergehalt kann Entzündungen fördern und die Fetteinlagerung in der Leber verstärken.

Die Basis der leberfreundlichen Ernährung

Eine leberfreundliche Küche setzt auf:

  • Gemüse in allen Variationen
  • Zuckerarme Früchte wie Beeren, Äpfel, Grapefruits, Papayas oder Kiwis
  • Fettarme Eiweissquellen wie Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse, hartgekochte Eier und fettarme Milchprodukte

Aber letztlich gilt: Jeder sollte für seine Leber Sorge tragen. Es lohnt sich. Denn wer seine Leber schützt, schützt den gesamten Stoffwechsel und gibt einem der leistungsfähigsten Organe des Körpers die Chance, sich selbst zu heilen.

Wie viel Alkohol verträgt die Leber?

Ist das tägliche Glas Wein wirklich gesund oder schadet es schon der Leber? Die Forschung zeigt: Alkohol wirkt sich auf die Leber aus, selbst in kleinen Mengen, und es gibt keine völlig «risikolose» Menge. 


Text: Simon David