Hernien gehören zu den häufigsten chirurgischen Problemfeldern. Sie entstehen, wenn das Bauchfell – die dünne Hautschicht, die Darm, Leber, Magen, Milz und die innere Bauchwand auskleidet – durch eine Muskellücke aus dem Bauchraum tritt. Durch diesen Bruchsack können Bauchorgane nach aussen beziehungsweise in den Brustbereich gelangen, was für die Betroffenen sehr schmerzhaft ist. Um das Problem zu beheben, kommt man in den meisten Fällen nicht um einen chirurgischen Eingriff umhin. Wollen Sie einen Termin in der Hernien-Sprechstunde vereinbaren? Dann melden Sie sich per E-Mail an bauch@ksb.ch.
Zum BauchzentrumKönnen Sie sich den FC Baden in der Bundesliga vorstellen? Nicht wirklich, oder? Doch in der Hernienchirurgie ist genau das der Fall: Das Kantonsspital Baden (KSB) spielt in derselben Liga wie Kliniken aus Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover oder Stuttgart. Gerade einmal neun Kliniken und Krankenhäusern hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) das Zertifikat „Referenzzentrum für Hernienchirurgie“ verliehen. Das KSB ist das einzige Schweizer Spital auf dieser Liste und somit zwischen Genfersee und Bodensee die Top-Adresse für die Behandlung von Bauchwandbrüchen, wie Hernien auch genannt werden.
Qualität als Schlüssel zur DGAV-Zertifizierung
Insgesamt elf Mal taucht der Begriff „Qualität“ in der Präambel zu den Anforderungen für die Zertifizierung auf. Unter anderem in folgendem Zusammenhang: Das Ziel der DGAV ist es, die medizinische Qualität „darzustellen und mit Hilfe des Internets transparent zu machen“. Wenn eine chirurgische Abteilung die Kriterien der DGAV erfülle, könne man davon ausgehen, „dass hier Chirurgie auf hohem Niveau betrieben wird“.
Zertifikat auf Anhieb erhalten – ohne Auflagen
Am Kantonsspital Baden ist dies gegeben: Das Gütesiegel wurde ohne Auflagen vergeben. Gerade bei einer Erstzertifizierung ist dies keine Selbstverständlichkeit. Die Zertifizierung bestätigt die hohe fachliche Qualität sowie die Erfüllung sämtlicher Qualifikationsanforderungen. Am KSB ist ein erfahrenes chirurgisches Team tätig, das die geforderten Nachweise der DGAV erfüllt und eine hohe Zahl an Hernien-Eingriffen durchführt.
Ganz genau hingeschaut haben die Prüfer aus Berlin bei der Erfahrung in der Durchführung von Hernien-Eingriffen. Denn auch in der Medizin gilt: Übung schafft Routine, und Routine ist ein zentraler Faktor für Qualität. Entscheidend ist dabei nicht die Nennung einzelner Zahlen, sondern die kontinuierliche und umfassende Behandlungserfahrung. Diese Anforderungen erfüllt das Kantonsspital Baden im Rahmen des Zertifizierungsprozesses problemlos.
Kaum Komplikationen
So hoch die Fallzahlen, so tief die Komplikationsrate: In dieser Rubrik kann das KSB Werte vorweisen, die weit unter dem Durchschnitt liegen. Ebenfalls sehr angetan waren die DGAV-Prüfer von der Antwort auf die Frage: „Liegt ein Behandlungspfad für die postoperative Schmerzbehandlung vor?“ Die Antwort lautet natürlich: Ja! Zwar bringt eine Operation in den meisten Fällen die erhoffte Besserung. Doch auch bei den Hernien gilt: keine Regel ohne Ausnahme.
„Obwohl wir minimalinvasiv operieren und sich die Qualität der Implantate kontinuierlich verbessert hat, kommt es mitunter vor, dass sich Patienten anschliessend über chronische Schmerzen beklagen“, sagt Soppe. Um auch in solchen Fällen helfen zu können, verweisen die Chirurgen die Patienten an andere Experten im KSB: an das Team der Schmerztherapeuten um Andreas Huber.
Nach der OP ist vor der OP
Für Soppe und dessen Kollegen gilt derweil das Motto „Nach der OP ist vor der OP“. Der Analyse der Fälle messen sie einen hohen Stellenwert bei: Einmal pro Woche besprechen sie einen Eingriff, der aus einem bestimmten Grund sehr lehrreich oder aussergewöhnlich war. Einmal pro Woche! Zum Vergleich: Für die DGAV-Zertifizierung ist bloss eine so genannte „Morbiditätskonferenz“ pro Monat Pflicht.
Bemerkenswert sind auch die Massnahmen, die unter der Rubrik „Qualitätssicherung“ laufen. Die vollständige Erfassung aller Hernien-Eingriffe im Register Herniamed ist im KSB selbstverständlich. Darüber hinaus erhalten die Patienten regelmässig Post vom Sekretariat des Departementes Chirurgie: Ein Jahr respektive fünf und zehn Jahre nach dem Eingriff werden sie gebeten, einen Fragebogen zu ihrem Gesundheitszustand auszufüllen.
„Erhalten wir kritische Rückmeldungen, dann laden wir die Patienten zu unserer Hernien-Sprechstunde ein, um dem Problem auf den Grund zu gehen“, erzählt Soppe. Von dieser Feedback-Kultur profitieren Ärzte und Patienten gleichermassen: Den einen kann geholfen werden, während die anderen gleichzeitig ihr Wissen erweitern. Schliesslich gilt es, dem Renommee eines Referenzzentrums für Hernienchirurgie gerecht zu werden.


