Interdisziplinäres Darmzentrum

Das interdisziplinäre Darmkrebszentrum am Kantonsspital Baden AG ist als erstes Zentrum in der Schweiz von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert worden. Wir möchten Sie hier über das Thema Darmkrebs und unser Angebot informieren.

Jedes Jahr erkranken mehr als 4'000 Personen in der Schweiz an Darmkrebs, die somit zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und Männern darstellt. Genauere Informationen finden Sie auf der Webseite Zahlen zu Krebs der Krebsliga Schweiz .

Wenn man von "Darmkrebs" spricht, sind in der Regel bösartige Tumoren des Dickdarmes gemeint. Der Dünndarm ist nur in äusserst seltenen Fällen von einem bösartigen Tumor betroffen.

Dickdarmkrebs ist jedoch nicht gleich Dickdarmkrebs. Der Dickdarm lässt sich in verschiedene Abschnitte unterteilen. Je nach Abschnitt ist das Verhalten des Tumors unterschiedlich.

Mehr Informationen dazu finden Sie unter Krankheitsbilder.

Enge Zusammenarbeit mit Partnern

Die Krankheit kann je nach Stadium unterschiedlich behandelt werden. Bei einer frühen Erkennung ist häufig eine vollständige Heilung möglich. Um Ihnen eine umfassende Betreuung zu bieten, arbeiten wir in unserem Netzwerk mit verschiedenen Kooperationspartnern zusammen. So können beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen oder die Nachkontrollen im Falle einer Erkrankung nahe Ihres Wohnortes durchgeführt werden. Für spezielle Untersuchungen und Behandlungen, welche nicht unmittelbar am Kantonsspital Baden durchgeführt werden können, arbeiten wir eng mit den umliegenden Spitälern und Zentren zusammen.

Weitere Informationen finden Sie unter Leistungsangebot.

Kaum Symptome

Eine Krebserkrankung des Darmes macht normalerweise keine Schmerzen. Ein Zeichen kann ein Blutabgang aus dem After sein. Auch andere, „harmlose“ Erkrankungen wie z.B. Hämorrhoiden, Divertikel oder Polypen können zu Blutungen aus dem After führen. Manchmal kann ein solcher Blutverlust - insbesondere wenn er schon seit einiger Zeit besteht - nur indirekt durch ein Mangel des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) in einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Zudem ist Blut im Stuhl nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Dann kann eine Stuhluntersuchung auf verstecktes (okkultes) Blut eine sinnvolle Hilfe sein.

Stuhlveränderungen können ein weiteres erstes Zeichen für Darmkrebs sein. Unter Stuhlveränderungen versteht man einen Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall oder eine neu aufgetretene Stuhlinkontinenz. Dabei kann der der Stuhl nicht mehr wie gewohnt gehalten werden oder bei einem Windabgang geht zusätzlich unerwünschtes Material in die Unterhose. Diese Beschwerden sollten in jedem Fall, z.B. über Ihren Hausarzt, ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Beschwerden wie allgemeines Unwohlsein, Druckgefühl, Appetitlosigkeit, Schweissausbrüche, unerwünschter Gewichtsverlust u.a. können auftreten, allerdings kommen diese auch bei anderen Erkrankungen vor. Ein Darmverschluss oder Darmdurchbruch können eher Spätzeichen einer Darmkrebserkrankung sein.

Vorsorge ist zentral

Das zentrale Element der Vorsorge ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Einzelheiten über den Ablauf einer solchen Untersuchung finden sie unter der Rubrik Diagnostik. Grundsätzlich wird die Durchführung einer Koloskopie ab einem Lebensalter von 55. Jahren empfohlen oder bei einer der oben genannten Auffälligkeiten auch früher durchgeführt.

Bei Auftreten von Symptomen oder falls Sie sich unsicher sind, wenden Sie sich am Besten an Ihren Hausarzt. Dieser kennt Sie gut und kann die nötigen Abklärungen durchführen oder veranlassen. Bei Fragen stehen selbstverständlich auch wir zur Verfügung.

Spezielle Formen des Darmkrebses können auch vererbt werden. In diesen Fällen sollte eine noch frühzeitigere Abklärung mit den entsprechenden Untersuchungen und gegebenenfalls weiterführender (genetischer) Beratung durchgeführt werden. Auch in diesem Fall helfen Ihr Hausarzt oder wir Ihnen gerne weiter.


Prof. Dr. med.

Antonio Nocito

Direktor Departement Chirurgie und Chefarzt Chirurgie

Dr. med.

Andreas Keerl

Leitender Arzt Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Dr. med.

Simone Hasler-Gehrer

Oberärztin Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Zertifizierungen