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MRKH-Syndrom

Das MRKH-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung (Behinderung), die nur Frauen betrifft. Die Häufigkeit liegt bei etwa 1:5000. Die betroffenen Frauen haben keine Scheide, und deshalb ist Geschlechtsverkehr nicht möglich. Heute kann man betroffenen Frauen mit minimal invasiver Technik zu einer funktionstüchtigen Neovagina verhelfen.

Was ist das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser (MRKH) - Syndrom?

Es liegt eine Störung vor, die am häufigsten eine Fehlbildung der Müllerschen Gänge zur Folge hat. Die betroffenen Frauen haben keine Vagina (Scheide), und deshalb ist kein normaler Geschlechtsverkehr möglich. Die betroffenen Frauen weisen aber ein normales weibliches Erscheinungsbild auf mit normaler Libido und Orgasmusfähigkeit.

Meist wird die Krankheit erst bei Jugendlichen entdeckt, wenn sie einen Arzt aufsuchen, weil sie keine Monatsblutungen haben.

Die Krankheit betrifft auch die Gebärmutter: sie ist nicht oder nur rudimentär vorhanden. Deshalb ist es auch nicht möglich, Kinder zu empfangen und zu gebären. Andererseits sind die Eierstöcke normal.

In einigen Fällen sind auch andere Organsysteme betroffen: Fehlbildungen der Nieren und Harnwege, Fehlbildungen des Skeletts, Herzfehler, Hörschäden und Muskelschwäche.

Was das MRKH-Syndrom konkret für eine Frau bedeutet, können Sie in diesem eindrücklichen Erfahrungsbericht einer Patientin nachlesen: MRKH-Syndrom aus der Sicht einer betroffenen Frau
 

Therapiemöglichkeiten

Heute gibt es moderne, wenig invasive chirurgische Verfahren, um eine funktionstüchtige Scheide (Neovagina) operativ zu bilden. Ausführlich wird das moderne Behandlungsschema des MRKH-Syndroms unter Bildung einer Neovagina in unten stehendem Artikel von Prof. M. K. Hohl beschrieben, der in der Fachzeitschrift "Frauenheilkunde Aktuell - Ausgabe 01/07" erschienen ist.

In Deutschland wird zur Bildung einer Neovagina meistens die Methode nach Vecchietti empfohlen. Nachteile dieser Methode sind, dass die erste Zeit nach der Operation oft mit Schmerzen verbunden ist und die betroffene Patientin nach der Operation über längere Zeit ein Plastikphantom in der Scheide tragen muss. Es besteht auch nicht selten eine Schrumpfungstendenz der Scheide.

Unsere bevorzugte Methode zur Bildung einer Scheide (Neovagina) ist daher die Rekonstruktion der Scheide mit einem Sigmatransponat.
Einbringen des Sigmatransponats in die präparierte Höhle zwischen Blase und Rektum
Spannungsfreie Einnaht am Introitus
 

Dank minimal invasiver Operationstechnik handelt es sich um eine sichere Methode ohne wesentliche Schmerzen nach der Operation.

Vorteile dieser Methode sind, dass nach der Operation nicht in der Scheide manipuliert werden muss und nach der Einheilung nach etwa 6 Wochen ein Geschlechtsverkehr jederzeit möglich ist.

Ein weiterer Vorteil ist, dass auch bei fehlendem Geschlechtsverkehr keine Schrumpfung der Neovagina stattfinden kann.
Status etwa 8 Wochen nach Operation
 

Entgegen anderen Berichten ist unserer Erfahrung nach die Sigma-Scheide für die Patientin eine sehr saubere Methode. Die Neovagina lässt sich von einer normalen Scheide kaum unterscheiden und verursacht keinerlei Probleme.

Für seine laparoskopische "NOTES"-Technik zur Herstellung einer Sigma-Scheide wurde Prof. Dr.     M. K. Hohl mit dem "Golden Laparoscope Award" ausgezeichnet.   Weiter...