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Es liegt eine Störung vor, die am häufigsten eine Fehlbildung der Müllerschen Gänge zur Folge hat. Die betroffenen Frauen haben keine Vagina (Scheide), und deshalb ist kein normaler Geschlechtsverkehr möglich. Die betroffenen Frauen weisen aber ein normales weibliches Erscheinungsbild auf mit normaler Libido und Orgasmusfähigkeit.
Meist wird die Krankheit erst bei Jugendlichen entdeckt, wenn sie einen Arzt aufsuchen, weil sie keine Monatsblutungen haben.
Die Krankheit betrifft auch die Gebärmutter: sie ist nicht oder nur rudimentär vorhanden. Deshalb ist es auch nicht möglich, Kinder zu empfangen und zu gebären. Andererseits sind die Eierstöcke normal.
In einigen Fällen sind auch andere Organsysteme betroffen: Fehlbildungen der Nieren und Harnwege, Fehlbildungen des Skeletts, Herzfehler, Hörschäden und Muskelschwäche.
Was das MRKH-Syndrom konkret für eine Frau bedeutet, können Sie in diesem eindrücklichen Erfahrungsbericht einer Patientin nachlesen: MRKH-Syndrom aus der Sicht einer betroffenen Frau
Heute gibt es moderne, wenig invasive chirurgische Verfahren, um eine funktionstüchtige Scheide (Neovagina) operativ zu bilden. Ausführlich wird das moderne Behandlungsschema des MRKH-Syndroms unter Bildung einer Neovagina in unten stehendem Artikel von Prof. M. K. Hohl beschrieben, der in der Fachzeitschrift "Frauenheilkunde Aktuell - Ausgabe 01/07" erschienen ist.
Dank minimal invasiver Operationstechnik handelt es sich um eine sichere Methode ohne wesentliche Schmerzen nach der Operation.
Vorteile dieser Methode sind, dass nach der Operation nicht in der Scheide manipuliert werden muss und nach der Einheilung nach etwa 6 Wochen ein Geschlechtsverkehr jederzeit möglich ist.
Entgegen anderen Berichten ist unserer Erfahrung nach die Sigma-Scheide für die Patientin eine sehr saubere Methode. Die Neovagina lässt sich von einer normalen Scheide kaum unterscheiden und verursacht keinerlei Probleme.