Der KSB Neubau

Das KSB ist auf Zukunftskurs: Im Planerausschreibungsverfahren sind die Würfel gefallen und das Siegerprojekt „Agnes“ gekürt. Damit hat das KSB die Weichen gestellt, um sich auch zukünftig in einer sich rasch wandelnden Gesundheitslandschaft zu behaupten. Neben der Innovation hat das KSB seinen Versorgungsauftrag und das Patientenwohl immer im Auge und plant den Bezug des Spitalneubaus für das Jahr 2022. Informieren Sie sich hier umfassend über das Siegerprojekt und den Realisierungshorizont des Neubaus.

Warum bauen wir neu?

Der bestehende Altbau überzeugte über vier Jahrzehnte mit seiner für die damalige Zeit richtungsweisenden und nachhaltigen Anordnung von Behandlungstrakt und Bettenhaus. In den Jahren 2003 und 2009 waren bereits zwei Anläufe des Kantons zur Erneuerung des KSB gescheitert. Seit der am 1. Januar 2012 eingeführten neuen Spitalfinanzierung, bei der Land und Immobilien den Spitalaktiengesellschaften übertragen wurden, können die Spitäler nun selber bauen. Das KSB muss sich in einem schwierigen Umfeld behaupten, das sich rasch wandelt und dabei die Sicherstellung des Versorgungsauftrages gemäss Spitalliste sowie der vereinbarten gemeinwirtschaftlichen Leistungen erfüllen. Dabei sollen die Qualität und die Wirtschaftlichkeit kontinuierlich verbessert werden können. Dies bedingt eine moderne, effiziente, patienten- und personalfreundliche Infrastruktur. Neuste Erkenntnisse im Spitalbau mit modularen und flexiblen Strukturen, welche eine ständige Erneuerung gewährleisten, sollen dabei einfliessen.

Das bestehende KSB hätte mit einer umfassenden Sanierung in technischer, baulicher und medizintechnischer Hinsicht zwar erneuert werden können, die alten Strukturen wären jedoch geblieben und die Kosten wären annähernd denjenigen eines Neubaus angefallen. Eine Totalsanierung hätte zudem den laufenden Spitalbetrieb über Jahre hinaus in unzumutbarer Art und Weise behindert. Den Anforderungen an die Ansprüche einer zukünftigen und richtungsweisenden Versorgungsinfrastruktur hätte ein derart erneuertes KSB nicht genügen können.

Der Weg zum Neubau: Projektwettbewerb/Studienauftrag

Vor diesem Hintergrund hat das KSB im Frühling 2015 für die Realisierung eines Ersatz-Neubaus basierend auf einem detaillierten Raumprogramm einen Projektwettbewerb in Form eines Studienauftrags öffentlich nach GATT / WTO ausgeschrieben. Von den 20 eingegangenen Bewerbungen aus dem In- und Ausland, hat das mit Fachleuten und Experten besetzte Beurteilungsgremium im Juni 2015 sechs Generalplanerteams ausgewählt. Diese wurden aufgrund von im Voraus definierten Kriterien sowie Referenzen von realisierten Projekten von ähnlicher Grösse und Komplexität für den Studienauftrag selektioniert. Ende Januar 2016 hat das Beurteilungsgremium der Bauherrschaft das Projekt «Agnes» des Generalplanerteams unter der Führung von Nickl + Partner, Architekten Zürich, zur Umsetzung empfohlen. Details über das ganze Verfahren und die sechs eingereichten Projekte sind im Bericht des Beurteilungsgremiums zu finden.

Situationsplan im Endausbau

Was bauen wir: Kurzbeschrieb ausgewähltes Projekt "Agnes"

Das Projektteam schafft mit zwei klar geschnittenen, ineinander verschränkten Baukörpern eine prägnante ortsbauliche Struktur, die sich mit angenehmer Selbstverständlichkeit in den topografischen und räumlichen Kontext einpasst. Eine markante horizontale Fuge gliedert das grosse Volumen in einen dreigeschossigen Sockel und in ein ebenfalls dreigeschossiges Bettenhaus. Architektonisch dient die Fuge zwischen den beiden Gebäudeteilen der guten Massstäblichkeit des Spitalneubaus und als Technikgeschoss ausgebildet, verspricht sie eine wirtschaftliche Erschliessung des Gebäudes mit den haustechnischen Anlagen.

Der in die vorspringende Ecke des Sockelgebäudes eingestanzte, zur Vorfahrt offene Eingangshof, schafft einen Hauptzugang mit klarer Adresse, welcher Besucher und Patienten mit räumlicher Grosszügigkeit empfängt. Die in gleichmässigem Raster gesetzten, je nach Lage und Funktion unterschiedlich dimensionierten Höfe bringen Tageslicht in die Tiefe des Gebäudekomplexes, schaffen Sichtbezüge und dienen damit der Orientierung und Wegführung. Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur Attraktivität der Innenräume bei.

Hohe Funktionalität mit Blick auf Lean Hospital Management

Sockelbau und Bettenhaus sind – entsprechend ihrer unterschiedlichen Funktionen – differenziert strukturiert. Der Sockelbau gewährleistet mit einer seriellen Struktur der Funktionalität der hier befindlichen Behandlungsbereiche wie Ambulatorien, Intensivstation, OP-Zone und Notfall mit danebenliegender Radiologie grosse Flexibilität. Das Bettenhaus zeichnet sich mit seinen drei Geschossen insbesondere durch offenere Raumbereiche im Inneren aus. Die geschickte Gruppierung von Aufenthaltsbereichen und Räumen für Personal und Therapien um die grossen Höfe gewährleistet Übersichtlichkeit, kurze Wege, Synergien im Betrieb sowie eine grosse Aufenthaltsqualität. Entlang den Fassaden liegen kranzartig die schön proportionierten Patientenzimmer, gut belichtet und an attraktiver Aussichtslage. Hier kommt das dem Projekt zugrunde liegende Konzept des Spitals als durchlässige Gesundheitslandschaft – im Gegensatz zum traditionellen, eher introvertierten Spitalbau – besonders überzeugend zum Tragen.

Das Spital als Gesundheitslandschaft findet eine adäquate Entsprechung im sorgfältig bearbeiteten architektonischen Ausdruck. Die horizontale Gliederung und ruhige Gestaltung der Fassaden unterstützen das städtebauliche Konzept. Das allseitige Spiel der Panoramafenster mit geschlossenen, geschosshohen Fassadenteilen entspricht in hohem Masse dem Wunsch nach Offenheit und Verankerung mit der umgebenden Landschaft.

Der vorliegende innovative Entwurf ermöglicht es dank grosser konzeptioneller Flexibilität, die geplanten und sich ständig ändernden Prozesse mit geringen planerischen Anpassungen abzubilden. Aus prozessualer Sicht sind insbesondere der weitgehend einfach nachvollziehbare und schlüssige Aufbau, die Verortung der Funktionsstellen sowie deren Vernetzung zueinander positiv hervorzuheben. Der modulare Aufbau ermöglicht auch hinsichtlich zukünftiger Herausforderungen eine hohe Flexibilität. Eine Anpassung an individuelle oder neu entstandene Bedürfnisse ist somit leicht umsetzbar.

Die innovative Gestaltung der Arbeitsplätze ermöglicht eine fächerübergreifende Vernetzung und die Nutzung synergetischer Effekte. Damit entspricht das künftige Spital den Erfordernissen des Lean Hospital Managements. Das Konzept des Spitals als Gesundheitslandschaft ist konsequent und auf sämtlichen Bearbeitungsebenen mit grosser Qualität umgesetzt. Sein zukunftsweisender Charakter entspricht darüber hinaus den betrieblichen Entwicklungsvorstellungen des KSB als Auftraggeberin aufs Beste.

Realisierungshorizont: KSB Neubau 2022 bezugsbereit

Die Planungsannahmen gehen aus heutiger Sicht von einem Baubeginn im Jahre 2017 (mit dem Rückbau des GOPS) und einer Inbetriebnahme im Jahre 2022 aus. Das KSB wird den Bau vollumfänglich selber zusammen mit privaten Finanzierungspartnern finanzieren können. Das alte KSB wird nach Bezug des Neubaus zurückgebaut.

Projektdaten KSB Neubauheute neu
Anzahl Betten (inkl. Säuglinge) ca. 370 ca. 400
Anzahl Betten Intensivstation/IMC2231
Anzahl Betten Tagesklinik 2028
Anzahl OP stat./ambulant 7/18/2
Anzahl Betten Aufwachen1924
Gesamtkosten ca. Fr. 450 Mio.
Modellaufnahme mit Bettenhaus mit charakteristischen Innenhöfen in der Bildmitte