Geburt

Wir gehen davon aus, dass jede Geburt einmalig ist und ihren ganz eigenen Ablauf hat. Wir möchten Ihnen eine ganz individuelle Betreuung bieten, die Wünsche der Frau oder des Paares stehen im Vordergrund, und diese werden, wenn immer möglich auch erfüllt.

In unserem Geburtsvorbereitungskurs versuchen wir die schwangere Frau zu motivieren, selbst so aktiv wie möglich mitzuwirken. Bei erschwerten Geburtsverläufen oder bei Schwangeren oder Gebärenden mit Risiken oder Komplikationen sind wir durch eine 24-Stunden-Präsenz eines Assistenzartes/-ärztin und eines Oberarztes/-ärztin sowie der Anästhesie auf eine Notfallsituation vorbereitet.

Normale Geburt

Die folgenden Bilder zeigen das Verhalten des kindlichen Köpfchens beim Durchtritt durch den Geburtskanal. Wenn das kindliche Köpfchen in das Becken eintritt, ist es quer eingestellt, um sich der Form des Beckens anzupassen. Der kindliche Rücken ist entweder rechts oder links. Während das kindliche Köpfchen beim Durchtritt vom Beckeneingang zum Beckenausgang tiefer tritt, sich beugt und dreht, verkürzt sich der Gebärmutterhals und der Muttermund öffnet sich.

Das kindliche Köpfchen beugt sich und dreht sich im Nacken, um tiefer in die runde Beckenhöhle eintreten zu können.
Auf seinem ganzen Weg vom Beckeneingang bis auf den Beckenbogen ist das klindliche Köpfchen gebeugt.
Bei Austritt aus dem Geburtskanal macht das kindliche Köpfchen um das Schambein eine Streckbewegung. So wird das Köpfchen geboren.
Um die Schultern und den kindlichen Körper zu gebären, dreht sich das kindliche Gesicht, die Augen sind entweder zum rechten oder linken Oberschenkel der Mutter gerichtet.
Dammschnitt

Wir sind überzeugt, dass eine normale Geburt meistens ohne Dammschnitt erfolgen kann. Deshalb wird er bei uns nicht routinemässig durchgeführt.

Es gibt Gründe, die einen Dammschnitt nötig machen:

  • straffes Weichteilgewebe
  • grosses Kind
  • Geburtsbeschleunigung bei Verlangsamung der kindlichen Herztöne
  • Vakuum- oder Zangenentbindung

Dammvorbereitung

Die Damm-Massage

Durch die Damm-Massage kann der Damm auf die Geburt vorbereitet werden mit dem Ziel, dass das Gewebe im Scheiden-Damm-Bereich besser durchblutet, weicher und dehnungsfähiger wird.

Etwa sechs Wochen vor Geburtstermin sollte der Damm regelmässig, möglichst 5-10 Min. täglich massiert und gedehnt werden. Es eignet sich jedes naturbelassene Öl wie Mandelöl, Weizenkeimöl, Olivenöl etc. dazu.

Bei Entzündungen, einer Pilz- oder Herpesinfektion im Genitalbereich darf diese Massage nicht durchgeführt werden!

Alternative zur Massage

Ab dem Beginn der 38. Schwangerschaftswoche eignen sich Heublumendampfsitzbäder sehr gut als geburtsvorbereitende Massnahme. Sie helfen dabei, das Gewebe weich und geschmeidig werden zu lassen.

Massage und Sitzbäder sind jedoch keine Garantie für eine Geburt ohne Dammschnitt.

Wassergeburt

Wenn bestimmte geburtshilfliche Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Geburt im Wasser erlebt werden. Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, dass eine Geburt im Wasser für Mutter und Kind eine sichere Methode ist. Die Wassergeburt wird auch als besonders angenehm empfunden.

Vakuum- und Zangengeburt

Wenn der Muttermund vollständig eröffnet und das kindliche Köpfchen durch die vaginale Untersuchung gut erreichbar ist, kann die Geburt entweder unter Mithilfe einer Saugglocke (Vakuum) oder einer Zange (Forceps) beendet werden. Diese Methoden werden bei erschöpfter Mutter, bei Verlangsamung der kindlichen Herztöne oder bei Frühgeburten angewendet.

Kaiserschnitt

Entwickeln sich während des individuellen Geburtsverlaufs mütterliche oder kindliche Probleme, sind wir jederzeit zu Ihrer Sicherheit vorbereitet (24-Stunden-Präsenz eines Oberarzt-, Assistenten-, Operations-, Anästhesie- und Pädiaterteams), einen Kaiserschnitt (Sektio) durchzuführen, wenn möglich in Spinalanästhesie, oder in Notfallsituationen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren, in Vollnarkose. Der Operationssaal ist in der Gebärabteilung integriert.

Ist ein Kaiserschnitt geplant, z.B. bei Beckenendlage, bei einem vorausgegangen Kaiserschnitt und nachgewiesenem verengten Becken, treten Sie am Operationstag nüchtern in die Gebärabteilung ein. Der Ehemann kann bei der Operation dabei sein, der Kinderarzt kümmert sich um Ihr Neugeborenes.

Im Einzelfall ist nach ausführlicher Aufklärung und Beratung des Paares auch ein Kaiserschnitt auf Wunsch möglich.

Team im Sectiosaal
Eröffnung der Bauchdecke
Darstellung der Gebärmutter vor Eröffnung zur Kindsentwicklung

Bereits während des Kaiserschnitts oder danach wird das Neugeborene direkt auf die Brust der Mutter gebettet. Durch diesen engen Kontakt werden die Mutter- und Kindbeziehung sowie auch der unmittelbare Beginn des Stillens ohne Verzögerung gefördert.

Ambulante Geburt

Bei uns besteht auch die Möglichkeit der ambulanten Geburt. Nach einer normalen Spontangeburt können Sie nach vier bis sechs Stunden nach unauffälligen Kontrollen wieder nach Hause.

Ist es Ihr Wunsch, ambulant zu gebären, ist es notwendig, vorgängig eine Hebamme zu organisieren, die Sie im Wochenbett zu Hause betreut, sowie einen Kinderarzt, der Ihr Kind am fünften Lebenstag untersucht.

Damit Sie die ersten Tage mit Ihrem Kind und Ihrem Partner zu Hause geniessen können, empfiehlt es sich, vor der Geburt eine Haushaltshilfe zu organisieren.

Schmerzlinderung bei der Geburt

Unser Team hat das Ziel, gemeinsam mit dem Paar den richtigen Weg zum Lindern, Ertragen oder auch Betäuben der Schmerzen zu finden. Ein umfassendes Angebot zur Schmerzlinderung und zum Umgang mit Schmerzen steht Ihnen zur Verfügung.

Alternative Methoden

Neben wirksamen Medikamenten (Zäpfchen, Spritzen von Schmerzmittel) integrieren wir gezielt alternative Verfahren:

  • Homöopathie/Aromapflege: entspannt, macht den Muttermund weich, regt Wehen an
  • Atembegleitung
  • Lumbaltherapie: vier Spritzen werden am Rücken unter die Haut verabreicht, hilft bei Rückenschmerzen oder straffem Muttermund
  • Wickel: heisse Tücher mit ätherischen Ölen werden auf schmerzhafte Stellen aufgelegt (Bauch, Rücken)
  • Enspannungsbad/Massage
  • Akupunktur

Schmerzlinderung durch rückenmarksnahe Anästhesien

Die wirksamste Schmerzlinderung bei der Geburt wird durch die rückenmarksnahen Anästhesieverfahren erreicht. Dabei handelt es sich meist um die Periduralanästhesie (Epiduralanästhesie). Diese Form der Schmerzlinderung kommt auf Wunsch oder aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit zur Anwendung. Die rückenmarksnahen Anästhesien werden durch die Ärzte der Anästhesie durchgeführt.

Nach Anlage einer Periduralanästhesie werden die Wehen weiterhin wahrgenommen, aber der Schmerz wird gering und erträglich sein. Mittels einer speziellen Pumpe steuert die werdende Mutter die Therapie selbst (Patienten kontrollierte epidurale Analgesie PCEA). So kann sie aktiv an der Geburt teilnehmen und es ist auch meistens möglich aufzustehen und umherzugehen (walking epidural). Die Methode ist sehr sicher und man weiss, dass die Patientenzufriedenheit ausserordentlich hoch ist. Die Periduralanästhesie kann zu jedem Zeitpunkt der Geburt angelegt werden. Die gesamte Dauer der Therapie richtet sich nach der medizinischen Notwendigkeit und dem Fortschreiten der Geburt.

Nähere Informationen zur Peridualanästhesie finden sie hier

Weiterführende Informationen finden Sie in der Infobroschüre der SGGG und SGAR