Behandlung des MRKH-Syndroms

Das MRKH-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung (Behinderung), die nur Frauen betrifft. Die Häufigkeit liegt bei etwa 1:5000. Die betroffenen Frauen haben keine Scheide, und deshalb ist Geschlechtsverkehr nicht möglich. Heute kann man betroffenen Frauen mit minimal invasiver Technik zu einer funktionstüchtigen Neovagina verhelfen.

Therapie

Heute gibt es moderne, wenig invasive chirurgische Verfahren, um eine funktionstüchtige Scheide (Neovagina) operativ zu bilden. Ausführlich wird das moderne Behandlungsschema des MRKH-Syndroms unter Bildung einer Neovagina in unten stehendem Artikel von Prof. M. K. Hohl beschrieben, der in der Fachzeitschrift "Frauenheilkunde Aktuell - Ausgabe 01/07" erschienen ist.

In Deutschland wird zur Bildung einer Neovagina meistens die Methode nach Vecchietti empfohlen. Nachteile dieser Methode sind, dass die erste Zeit nach der Operation oft mit Schmerzen verbunden ist und die betroffene Patientin nach der Operation über längere Zeit ein Plastikphantom in der Scheide tragen muss. Es besteht auch nicht selten eine Schrumpfungstendenz der Scheide.

Unsere bevorzugte Methode zur Bildung einer Scheide (Neovagina) ist daher die Rekonstruktion der Scheide mit einem Sigmatransponat.

Einbringen des Sigmatransponats in die präparierte Höhle zwischen Blase und Rektum

Spannungsfreie Einnaht am Introitus

Vorteile

Dank minimal invasiver Operationstechnik handelt es sich um eine sichere Methode ohne wesentliche Schmerzen nach der Operation. Vorteile dieser Methode sind, dass nach der Operation nicht in der Scheide manipuliert werden muss und nach der Einheilung nach etwa 6 Wochen ein Geschlechtsverkehr jederzeit möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch bei fehlendem Geschlechtsverkehr keine Schrumpfung der Neovagina stattfinden kann.

Entgegen anderen Berichten ist unserer Erfahrung nach die Sigma-Scheide für die Patientin eine sehr saubere Methode. Die Neovagina lässt sich von einer normalen Scheide kaum unterscheiden und verursacht keinerlei Probleme.

Status etwa 8 Wochen nach Operation

Internationale Anerkennung

Für seine laparoskopische "NOTES"-Technik zur Herstellung einer Sigma-Scheide wurde Prof. Dr. M. K. Hohl mit dem "Golden Laparoscope Award" ausgezeichnet.

Mit dem medizinischen Fortschritt nicht nur Schritt zu halten, sondern diesen auch selbst zu gestalten und voranzutreiben - dies ist Prof. Dr. M. K. Hohl seit jeher ein Anliegen. Sein Engagement wurde mit einer internationalen Auszeichnung gewürdigt:

Am 38. Global Congress der US-amerikanischen Gesellschaft für Gynäkologische Laparoskopie (AAGL) wurde Prof. M. K. Hohl gemeinsam mit Dr. G. Teufelberger für den Beitrag "Creation of Sigmoid Neovagina using a completely laparoscopic "NOTES"-technique" der "Golden Laparoscope Award" verliehen.

Mit dieser Auszeichnung wird sein Engagement bei der Weiterentwicklung minimal-invasiver Operationstechniken nun auch international anerkannt und honoriert.

Worum es bei dieser speziellen Operationstechnik geht, sehen Sie auf dem folgenden Video:

((http://www.youtube.com/watch?v=mwzC0mgxRtc))