Treffsicher und schonend

Das KSB arbeitet europaweit als eines der ersten Spitäler mit der ARTEMIS 3-D gesteuerten Prostatabiopsie-Plattform. Das System garantiert mehr Präzision und macht ein schonenderes Eingreifen möglich.

Am Anfang steht sehr oft der Tastbefund durch den Hausarzt. Stellt er Verhärtungen an der Prostata fest, überweist er seinen Patienten an den Spezialisten. Zeigt in der Folge die herkömmliche Bildgebung nichts Genaues und/oder ist der PSA-Wert (ein Prostata-Spezifisches Antigen) erhöht, braucht es die Entnahme von Gewebe (Biopsie) für eine genaue Diagnose.

Kommt es zur Entnahme von Gewebe, ist Treffsicherheit gefragt. Dafür aber braucht der Urologe präzise Daten.

Die Prostata in 3D

Verschiedene Bilder zweier unterschiedlicher Darstellungsmethoden von ein und demselben Objekt, fusioniert, das heisst, zu einem einzigen Bild übereinandergelegt, zeigen dem Betrachter ein völlig neues Bild: ein präziseres, ein aussagekräftigeres, eines in 3D: eines, das für die Prostata Behandlung eine exakte Lokalisierung des Tumors ermöglicht. Wissen die Ärzte, wo und wie genau der Tumor liegt und auch, wie er sich ausbreitet, können sie ihn treffsicherer behandeln. Und wenn angezeigt, dank der guten Dokumentation auch nach Monaten nachbehandeln. Eine Nachbehandlung ist für die Active Surveillance von grosser Bedeutung. Für Patienten also, deren Tumor kein unmittelbares Eingreifen aber eine kontrollierte Überwachung verlangt.

So funktioniert Artemis

Die Radiologie macht die ersten Aufnahmen. Auf den MRI-Bildern zeichnet der Radiologe mit Unterstützung einer speziellen Software die kritischen Areale ein und bespricht seinen Befund anschliessend mit dem Urologen. Die zweite Serie Bilder wird während des Untersuchs mit Ultraschall gemacht und auf dem Monitor der Behandlungsplattform über die MRI-Bilder gelegt. Es entsteht ein dreidimensionales Bild. Zusehen ist die Prostata, wie sie sich plastischer in keinem anderen Bildgebungsverfahren darstellen lässt.

Für die eigentliche Biopsie wird die Nadel zusammen mit der Ultraschallsonde via Enddarm millimetergenau an die gewünschte Stelle geführt. Das neue ARTEMIS-SYSTEM 3-D arbeitet dabei so genau, dass die Position des Patienten (und damit die der Prostata), wenn er sich auch leicht bewegt, in Sekundenschnelle wieder neu berechnet wird. Die Gewebeproben (jeweils ungefähr zehn) werden nicht auf gut Glück entnommen. Die Entnahme folgt einem genauen Plan, nach exakten Koordinaten, die im Vorfeld der Biopsie definiert werden.

Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Schmerzen spüren die Patienten kaum – lediglich den kleinen Picks der Betäubungsspritze direkt in die Prostata.