Laparoskopische Myomoperation

Myome sind gutartige Tumoren (Geschwülste), die im Gebärmuttermuskel entstehen. Im Alter von etwa 40 Jahren findet man Myome bei jeder zweiten Frau, aber auch sehr viel jüngere Frauen können davon betroffen sein.

Eine Erhaltung der Gebärmutter ist bei bestehendem Kinderwunsch selbst bei zahlreichen und grossen Myomen nach unserer Erfahrung fast immer möglich.

Nicht immer verursachen Myome Probleme, aber häufig können sie auch z.T. schwere Symptome verursachen.

Die häufigsten Störungen sind:

  • Blutungsstörungen (starke und verlängerte Menstruationsblutungen, unregelmässige Blutung)
  • Unterbauchschmerzen
  • Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe)
  • Druckbeschwerden (Druck auf die Blase, was zu häufigem Harndrang oder Druck auf den Darm bewirken kann)
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • rasches Grössenwachstum

Minimal-invasive Chirurgie

Leider gibt es bis heute keine Medikamente, welche Myome zum Verschwinden bringen und auch sogenannte Alternativ-Therapien (Homöopathie, Akupunktur) sind wirkungslos ( siehe Vortrag von Prof. M. K. Hohl ).

Heute ist es aber möglich, praktisch in jedem Fall mit modernen mikrochirurgischen schonenden minimal-invasiven Techniken die Myome sicher aus der Gebärmutter zu entfernen, ohne diese zu zerstören.

Am Kantonsspital Baden sind wir darauf spezialisiert, auch in sehr schwierigen und komplexen Fällen die Gebärmutter erhalten zu können. Dank unserer High-Tech-Operationsmethoden konnten wir im Extremfall aus einer kranken Gebärmutter über 100(!) Myome entfernen; in einer anderen Situation waren die Myome über 2 kg schwer. Dank hochentwickelter Techniken kann die Operation praktisch blutungsfrei erfolgen.

Die sorgfältige Wiederherstellung der Gebärmutter durch spezielle Nahttechniken gewährleistet eine komplikationslose Schwangerschaft, falls diese nach der Operation erwünscht ist.

Im Artikel " Dass ich eine Tochter habe, ist ein Wunder " aus der Zeitschrift Gesundheit Sprechstunde schildert eine Patientin, welche wir behandelt haben, ihre eigene Geschichte.

Verödung der Myome durch Embolisation

Eine Myom-Embolisation kommt erst in Frage, wenn der Kinderwunsch abgeschlossen ist. Da bei einer Embolisation die Blutzufuhr zur Gebärmutter unterbrochen wird, könnten nämlich bei einer allfälligen späteren Schwangerschaft Komplikationen auftreten.

Bei der Myom-Embolisation ist die Patientin bei Bewusstsein, aber etwas schläfrig und hat keine Schmerzen. Beim Eingriff erhält man durch einen kleinen Einstich in der Leiste Zugang in die Arterie. Ein Katheter wird unter Durchleuchtungskontrolle zur Gebärmutterarterie (und Arteria uterina) vorgeschoben und dann werden kleine Plastikpartikel eingespritzt. Auf diese Weise wird die Durchblutung verstopft und das Myom schrumpft.

Die Myom-Embolisation wird am Kantonsspital Baden durch einen erfahrenen Experten, Prof. Christoph Zollikofer, durchgeführt. Die Patientinnen bleiben üblicherweise in Nacht im Spital.

Typische Nebenwirkungen nach dem Eingriff sind Schmerzen und Krämpfe, die mit entsprechenden Medikamenten gut behandelt werden. Gelegentlich tritt nach dem Eingriff als Zeichen des Tumorzerfalls Fieber auf, das mit fiebersenkenden Mitteln behandelt wird. Die behandelten Frauen können etwa nach einer Woche wieder ihre Arbeit voll aufnehmen.

Verödung der Myome durch arterielle Embolisation

Gebärmutterentfernung

Bei abgeschlossenem Kinderwunsch und Myomen ist eine ebenfalls schonende Behandlungsmethode, die minimal-invasive laparoskopische Hysterektomie nach Prof. M. K. Hohl, möglich.