Prostata Behandlung HIFU

Unerhört: Mit Ultraschall gegen den Krebs.

Jede Therapie zielt darauf, die von einem Krebs befallene Prostata mit ihren Funktionen zu erhalten. Auch die fokale Behandlung mit hoch intensivem fokussiertem Ultraschall – kurz HIFU. In der HIFU-Therapie wird das Karzinom mittels einer im Enddarm eingeführten Sonde millimetergenau zerstört. Das Kantonsspital Baden gehört zu den ersten Kliniken in der Schweiz, die die neue Technik in ihr Behandlungsangebot aufgenommen hat.

Die Begriffe können verwirren. Darum vorneweg einige Erklärungen: Fokal bedeutet, auf den Tumor konzentriert. Und zwar hochpräzis. HIFU steht für "hoch intensiver fokussierter Ultraschall". Präzis und intensiv: Attribute für eine vielversprechende Therapie im Kampf gegen den Prostatakrebs. Für eine fokale HIFU-Behandlung müssen gewisse Voraussetzungen aber erfüllt sein.

Ein ganz neues Verfahren

Für das neue Verfahren in Frage kommen nur Patienten, bei denen sich der Tumor noch innerhalb der Prostatakapsel befindet. Hat der Tumor die Kapsel durchbrochen, braucht es eine andere Therapie. (Sie finden auf den Webseiten der Urologie unter Leistungsangebote weitere Therapieformen.)

Am Anfang stehen die genauen Untersuchungen und Abklärungen. Lautet die Diagnose Prostatakrebs, macht sich der Urologe ein genaues Bild des Tumors und seiner Lage. Am Kantonsspital Baden passiert dies mit modernster Technik. Unter anderem auch mit einer 3-D gesteuerten Prostatabiopsie. Liegen die Gewebeproben vor, kann die Aggressivität des Karzinoms bestimmt werden: Für eine fokale Behandlung mit HIFU braucht es einen möglichst niedrigen Wert auf der nach dem amerikanischen Arzt Dr. Donald Gleason benannten Gleason-Score.

Wirkungsvolle Ultraschallwellen

Ultraschallwellen kann man nicht sehen und nicht hören. Richtig eingesetzt verfehlen sie aber ihre Wirkung nicht. Bei der HIFU-Therapie werden die Wellen gebündelt. Dort, wo die Wellen auf einen Punkt fokussiert sind, entstehen Temperaturen zwischen 85 und 90 Grad Celsius. Davor, dahinter und daneben bleiben die Temperaturen normal. Man darf sich zum Vergleich eine Lupe im Sonnenlicht vorstellen: Die Strahlen brechen sich im Glas und treffen in einem Punkt zusammen, wo sie hohe Temperaturen entwickeln.

Der Tumor wird bei der HIFU-Therapie versengt, richtiggehend verbrannt. Absolut neu ist das nicht. Neu ist die Präzision, mit der dem Krebsgeschwür der Garaus gemacht wird: nur effektiv erkranktes Gewebe wird entfernt. Die Trennung erfolgt messerscharf. Was gesund ist, bleibt erhalten – und damit auch die Funktion des Organs.

Ein neues Gerät – nicht grösser als ein Schülerpult auf Rädern mit Computer und Bildschirmen obendrauf – macht den Eingriff möglich. Dazu gehören ausserdem eine Sonde und gut ausgebildetes Personal. Für die Dauer des Eingriffs wird das Gerät fest mit dem Operationstisch verbunden.

Absolute Massarbeit

Gleich am Anfang der Behandlung – der Patient schläft in Narkose – erstellt der Urologe ein Ultraschallbild der Prostata. Dazu führt er die Sonde rund drei bis fünf Zentimeter rektal ein. Die Computer-Software überlagert das Bild mit der in der Voruntersuchung gemachten Magnetresonanzaufnahme und fertigt daraus ein neues, ein dreidimensionales Bild. Anhand dieser Aufnahme ist der Operateur in der Lage, mit Hilfe des Computers die Felder, die er behandelt haben will, millimetergenau zu bestimmen.

Sind die patientenspezifischen Daten einmal eingegeben, arbeitet das Gerät selbstständig. Aber immer überwacht und kontrolliert. Es ist die gleiche Sonde, mit der die Ultraschallbilder gemacht wurden, die nun die eigentliche Behandlung durchführt. Kommt es zu Abweichungen, bricht das Gerät die Behandlung automatisch ab – und die Sonde wird neu justiert.

Kaum Schmerzen, kurzer Aufenthalt

Der Patient bleibt im Normalfall zwei bis drei Tage im Spital. Schmerzen verspürt er üblicherweise keine, lediglich das Wasserlassen bereitet, weil sich die Prostata durch den Eingriff kurzzeitig etwas vergrössern kann, ab und zu etwas Mühe. Meistens wird ein Katheter gelegt, damit alles in Fluss bleibt. Die Nachsorge verlangt nach regelmässigen Untersuchungen, die aber selten mit grossem Aufwand verbunden sind.

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