Kinder- und Jugendgynäkologie

Jeweils Mittwochnachmittags bieten wir eine gynäkologische Sprechstunde speziell für Mädchen vor und in der Pubertät und junge Frauen an. Sie wird ausschliesslich von Ärztinnen betreut.

Unser Ziel ist es, auf die besonderen Bedürfnisse und Ängste der Jugendlichen einzugehen. Im Vordergrund stehen dabei zunächst Gespräch und Beratung und weniger die körperliche Untersuchung. Häufig genügt eine Ultraschalluntersuchung mit einer auf dem Bauch geführten Ultraschallsonde. Sollten weitere Untersuchungen nötig sein, werden diese vorher in Ruhe gemeinsam besprochen.

Wichtig sind uns auch die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder und Jugendliche und die Mitarbeit in der Kinderschutzgruppe am Kantonsspital Baden.

Unsere Themen

  • Menstruationsbeschwerden
  • "Das erste Mal"
  • Verschiedene Verhütungsmethoden
  • Fragen zur Pubertätsentwicklung und Abklärungen v.a. bei Entwicklungsstörungen
  • Impfung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung)
  • Abklärungen bei Verdacht auf genitale Fehlbildungen
  • Abklärungen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch
  • Verhütung von sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Abklärungen bei Schmerzen, Brennen, Juckreiz oder Ausfluss im Genitalbereich
  • Alle anderen Themen, die in diesem Alter wichtig sind und die unseren jungen Patientinnen oder ihren Müttern auf dem Herzen liegen

Gerne dürfen die Mädchen in Begleitung einer Freundin, ihrer Mutter oder einer anderen Person ihres Vertrauens in die Sprechstunde kommen.

Gynäkologische Untersuchung

Wann ist eine gynäkologische Untersuchung beim kleinen Mädchen oder Teenager notwendig?

  • bei Schmerzen, Brennen oder Juckreiz im Bereich der Geschlechtsorgane oder Darmausgang
  • bei Blutungen aus der Scheide vor Pubertätsbeginn oder unregelmässige und schmerzhafte Blutungen nach der ersten Periode
  • bei auffälligem Ausfluss
  • bei Verdacht auf eine Entwicklungsstörung
  • bei Verdacht auf ein abnormales Genital
  • bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch

Gründe

Entzündungen im Geschlechtsbereich

Eine Infektion im Bereich der Geschlechtsorgane ist schon bei kleinen Mädchen häufig. Einerseits fehlt noch der schützende Einfluss der weiblichen Hormone auf die Scheide und andererseits prädisponiert das Hygieneverhalten der Kinder zu Entzündungen.

Das Hauptsymptom ist ein auffälliger, meist juckender oder brennender Ausfluss und eine Rötung im Intimbereich. Die Behandlung erfolgt meist lokal durch Sitzbäder und / oder antibiotikahaltige Salben.

Blutungsstörungen

Vaginale Blutungen vor Pubertätsbeginn müssen immer abgeklärt werden. Häufige Ursachen sind eine Entzündung oder eine Verletzung durch das Einführen eines Fremdkörpers. Selten kann eine hormonelle Störung zu einer vorzeitigen Pubertätsentwicklung mit Einsetzen der Blutung führen. In der Pubertät sind Blutungsstörungen im Sinne von verlängerten oder unregelmässigen Blutungen häufig. Fast immer kann man dies auf anfängliche Schwankungen der weiblichen Geschlechtshormone zurückführen. Jahre nach der ersten Menstruation werden die Zyklen mehrheitlich regelmässig.

Entwicklungsstörungen

Die Pubertät ist die Übergangsphase zwischen Kind und der jungen Erwachsenen, in der sich die weiblichen Geschlechtsmerkmale voll entwickeln, in der die Fruchtbarkeit erreicht wird und auch tief greifende psychische Veränderungen ablaufen.

Die steigende Hormonproduktion in den Eierstöcken löst den Beginn der Pubertät aus. Dies geschieht bei Mädchen meist im Alter von 10 bis 11 Jahren.

Beginn und auch Verlauf der Pubertät folgen einem zeitlichen Muster, das jedoch durch folgende Faktoren beeinflusst werden kann:

  • Vererbung
  • Ernährung
  • körperliche Aktivität
  • Gesundheitszustand des Mädchens

Dementsprechend gibt es in der Altersgruppe zwischen 8 und 16 Jahren grosse Schwankungen in der körperlichen Entwicklung, welche jedoch keinen Grund zur Beunruhigung bieten sollen.

Ärztliche Konsultation

Eine ärztliche Konsultation ist angezeigt:

  • bei Ausbleiben der Pubertätsentwicklung bis zum 15./16. Lebensjahr
  • Auftreten von Pubertätsmerkmalen oder isolierter vaginaler Blutung vor dem 8. Lebensjahr
  • bei Beunruhigung der jungen Patientin oder deren Mutter über den individuellen Entwicklungsstand

Wunsch nach Verhütung

Leider verwendet immer noch die Mehrzahl der Jugendlichen keine Verhütung beim ersten sexuellen Kontakt. Gründe sind meist fehlendes Wissen über die verschiedenen Möglichkeiten und Angst vor einer ärztlichen Konsultation.

Wir sehen es als wichtigen Teil unserer Sprechstunde, die jungen Mädchen eingehendst über die verschiedenen Verhütungsmittel mit ihren Vorteilen und Nachteilen zu informieren. Daneben gilt es natürlich, die Jugendlichen über die Gefahren der sexuell übertragbaren Krankheiten aufmerksam zu machen.

Eine gute Beratung erfordert Zeit und Verständnis für die individuellen Bedürfnisse eines jeden Mädchens. Wir bemühen uns stets darum, einen Schutz vor Krankheit und ungewollter Schwangerschaft zu bieten.